Zwei Gedichte, beide zählend. Das erste beginnt mit Bach und Hügel, 秩秩斯干,幽幽南山, und misst schon in der zweiten Strophe Mauern: 似續妣祖,築室百堵. Das zweite beginnt mit einer Frage, 誰謂爾無羊?三百維羣, und verbringt vier Strophen damit, eine Herde wieder zusammenzuzählen. Ein Haus, eine Herde: Dieser Artikel liest die beiden Gedichte als die zwei Dinge, die dieselbe Regierung in der Hand gehabt haben soll, und hält Gedichte und Han-Vorrede auseinander. Beide sind 小雅-Gedichte des 鴻鴈之什, und jede Seite trägt ihr eigenes Strophen-Kolophon: 斯干 in neun, 無羊 in vier.
Hundert Mauern
斯干 beginnt mit dem Ort, 秩秩斯干,幽幽南山, dann den Pflanzen, die eine Familie verheißen, 如竹苞矣,如松茂矣, dann den Menschen, 兄及弟矣,式相好矣,無相猶矣. Die Arbeit beginnt in der zweiten Strophe: 似續妣祖,築室百堵 — den Ahnfrauen und Ahnherren folgen, hundert Mauern errichten; 西南其戶,爰居爰處,爰笑爰語 — Tore nach Südwesten, und dann dort wohnen, bleiben, lachen und reden.
Die mittleren Strophen sind ganz Klang und Form. 約之閣閣,椓之橐橐 — fest gebunden, und der Schlag des Stampfers; 風雨攸除,鳥鼠攸去,君子攸芋 — Wind und Regen draußen, Vögel und Ratten fort, der Herr in Ruhe. Dann die Dachlinie: 如跂斯翼,如矢斯棘,如鳥斯革,如翬斯飛; dann der Hof: 殖殖其庭,有覺其楹,噲噲其正,噦噦其冥. Die Seite gibt keine Maße und keinen Plan, und dieser Artikel fügt keine hinzu.
Der Traum
Die sechste Strophe legt die Familie ins Bett: 下莞上簟,乃安斯寢。乃寢乃興,乃占我夢 — Binsen unten, Bambusmatte oben, dann schlafen, aufstehen und den Traum lesen. 吉夢維何?維熊維羆,維虺維蛇 — was war der gute Traum? Bären, Braunbären, Vipern, Schlangen. 大人占之,維熊維羆,男子之祥。維虺維蛇,女子之祥 — der große Mann las ihn: Bären für Söhne, Schlangen für Töchter. Ein Gedicht über ein Haus wird zu einem Gedicht darüber, wer darin wohnen wird.
Jade und Ton
Die letzte Strophe ist die, die man behalten muss. 乃生男子,載寢之牀。載衣之裳,載弄之璋。其泣喤喤,朱芾斯皇,室家君王 — ein Junge wird geboren, auf ein Bett gelegt, in ein Untergewand gekleidet, bekommt einen 璋 zum Spielen, sein Schrei ist laut, sein roter Knieschutz prächtig, der Herr von Haus und Familie. 乃生女子,載寢之地。載衣之裼,載弄之瓦。無非無儀,唯酒食是議,無父母詒罹 — ein Mädchen wird geboren, auf den Boden gelegt, eingewickelt, bekommt einen 瓦 zum Spielen; kein Fehler, kein Prunk, ihre Sache sind Wein und Speise, den Eltern keine Sorge gebracht. 璋 wird allgemein als Jade-Täfelchen genommen, 瓦 als Ton-Spinnwirtel, 裼 als das Wickeltuch; die Seite erklärt keines davon, und dieser Artikel fügt keine Form hinzu.
Die Zeile am Kopf der Seite ist nicht das Gedicht: 毛詩序:「《斯干》,宣王考室也。」 Die Mao-Vorrede sagt, das Gedicht handle davon, dass König Xuan eine Kammer vollendet — eine Han-Aussage über das Gedicht, keine Zeile darin; das Gedicht nennt ihn nie. Die zwei Schichten bleiben hier getrennt, und die Vorrede dient nur als Etikett der Seite. Dasselbe für die andere Seite, 毛詩序:「《無羊》,宣王考牧也。」
Dreihundert zur Herde
無羊 beginnt mit einem Dementi und einer Zahl: 誰謂爾無羊?三百維羣 — wer sagt, du hast keine Schafe? dreihundert zur Herde; 誰謂爾無牛?九十其犉 — wer sagt, du hast keine Rinder? neunzig 犉, allgemein als große Ochsen genommen. Dann kommen die Tiere herein: 爾羊來思,其角濈濈,爾牛來思,其耳濕濕 — die Schafe kommen, Hörner dicht gedrängt; die Rinder kommen, Ohren feucht. Das Gedicht heißt 無羊, keine Schafe, und beginnt mit 誰謂爾無羊 — der Titel ist ein Dementi, das das Gedicht zu widerlegen unternimmt.
Die Hirtstrophen sind Bewegung und kleines Gerät: 或降于阿,或飲于池,或寢或訛 — die einen den Hang hinab, die anderen trinken, andere liegen, andere regen sich; 何蓑何笠,或負其餱 — Regenmantel und Hut, manche tragen Trockenkost; und die Strophe endet mit einer Zahl, 三十維物,爾牲則具 — dreißig je Farbe, und die Opfertiere sind alle da. Die dritte hat Brennholz und die Herde hält zusammen, 以薪以蒸,以雌以雄, 矜矜兢兢,不騫不崩, und endet mit einer Geste: 麾之以肱,畢來既升 — ein Wink des Arms, und alle kommen herauf.
Zwei Träume
Die letzte Strophe gibt der Herde einen Traum: 牧人乃夢,衆維魚矣,旐維旟矣 — der Hirt träumte, die Vielen seien Fische, die Banner seien 旟 (allgemein: Falkenbanner). 大人占之 — der große Mann las ihn: 衆維魚矣,實維豐年,旐維旟矣,室家溱溱 — die Vielen als Fische bedeuten ein reiches Jahr, die Banner ein Haus und eine Familie in Fülle; 溱溱 wird allgemein als zahlreich genommen.
Setzt man die beiden Träume zusammen, wird das Paar lesbar. Beide Gedichte enden mit 大人占之, und beide verwandeln einen Traum in den Zustand eines Hauses: Bären und Schlangen in Söhne und Töchter in 斯干, Fische und Banner in ein gutes Jahr und ein volles Haus in 無羊. Keines erklärt die Lesung, und kein Traumbuch wird hier geliefert. Was die Gedichte geben, ist ein Haus von hundert Mauern und eine Herde in Hunderten, und dann der Wunsch, dass beides weitergeht. Beide Träume werden von derselben Figur gelesen, dem 大人, und beide landen auf Fülle: Kinder, ein gutes Jahr, ein volles Haus. Das Wort, das die beiden Gedichte verbindet, ist 室家: es steht auf jeder Seite nur einmal, und immer im letzten Vers — 室家君王 in 斯干, 室家溱溱 in 無羊; das ist der einzige Grund, sie zusammen zu lesen, und der Grund, warum dieser Artikel keine „Wiederherstellung unter König Xuan“ schreibt.
Die Grenzen: 宣王考室也 und 宣王考牧也 sind Han-Etiketten außerhalb der Gedichte, und keine Zeile nennt den König. Die beiden Gedichte haben verschiedene Gegenstände, ein Gebäude und eine Herde, und werden hier nur als zwei Dinge verbunden, die eine Regierung in der Hand gehabt haben soll — nicht als zwei Kapitel einer Lehre und nicht als Kommentar. Die Objekte bleiben wie benannt: 璋, 瓦, 莞, 簟, 蓑, 笠, 餱, 旐, 旟, 犉 — nur benannt, keine Formen geliefert; weder Ritus noch Amt noch Steuer noch Ackerbauhandbuch noch saisonaler Almanach des Gutes wird hier geschrieben, denn das sind andere Artikel. Der Abschnitt „註解“ ist auf beiden Seiten leer: Was bleibt, ist eine Reihe von Namen und Zahlen, keine Gebrauchsanweisung.
Was die Seiten nicht geben: die Daten der Gedichte, ihre Aufführung, was die benannten Objekte über ihren Namen hinaus bedeuteten, oder wer der 大人 war. Nichts davon wird ergänzt. Zwei Gedichte, zwei Zählungen — hundert Mauern, dreihundert zur Herde — und am Ende jedes ein Traum: die älteste Art Inventar, mit einem Wunsch daran. Die Strophenzahlen, die die Seiten drucken — neun und vier — sind die einzigen Zahlen in einem der beiden Gedichte, die nicht von Besitz handeln.
Weiterlesen:Der Obstgarten: Obstbäume und Gemüse in einem Landwirtschaftsbuch · Die Monatsordnungen der vier Stände: Das Jahr eines Gutshofs, Monat für Monat · Wasser schöpfen und an den Webstuhl treten: Zwei Wege, auf denen Han-Frauen aufgeschrieben wurden
Quellen und weitere Lektüre
- 《诗经·小雅·斯干》(维基文库本,白文,页首引毛诗序,未与中华书局点校本复核) — One of the two poems read in this article, and the longer: nine stanzas on a house. It opens on the site, 秩秩斯干,幽幽南山, and on the family that will live there, 如竹苞矣,如松茂矣 and 兄及弟矣,式相好矣,無相猶矣; the building itself begins 似續妣祖,築室百堵 with 西南其戶,爰居爰處,爰笑爰語. The middle stanzas are sound and shape — 約之閣閣,椓之橐橐, 風雨攸除,鳥鼠攸去, 如跂斯翼,如矢斯棘,如鳥斯革,如翬斯飛, 殖殖其庭,有覺其楹 — with no measurements given. Then the dream: 下莞上簟,乃安斯寢, 乃占我夢, 維熊維羆,維虺維蛇, and 大人占之, bears for sons and snakes for daughters. The closing stanza has both births: 乃生男子,載寢之牀。載衣之裳,載弄之璋 and 乃生女子,載寢之地。載衣之裼,載弄之瓦, with 無非無儀,唯酒食是議,無父母詒罹. The page's head carries the Mao preface, 毛詩序:「《斯干》,宣王考室也」 — a Han statement about the poem, not a line in it, and the article keeps the two apart. Text supplied from the team's saved export of the page (ws-export); direct connection to wikimedia was unavailable this round, and the page header could not be re-checked.
- 《诗经·小雅·无羊》(维基文库本,白文,页首引毛诗序,未与中华书局点校本复核) — The shorter poem, four stanzas on a herd, and the one that supplies the counting: 誰謂爾無羊?三百維羣, 誰謂爾無牛?九十其犉, 爾羊來思,其角濈濈,爾牛來思,其耳濕濕, 三十維物,爾牲則具, 矜矜兢兢,不騫不崩, 麾之以肱,畢來既升. Its last stanza is a dream too: 牧人乃夢,衆維魚矣。旐維旟矣, read by 大人占之 as 實維豐年 and 室家溱溱. The page's head carries the Mao preface, 毛詩序:「《無羊》,宣王考牧也」 — again a Han label on the poem, not text within it. The two poems are on different subjects and are joined in this article only as two things the same reign is said to have had in hand. Text supplied from the team's saved export of the page (ws-export); the page header could not be re-checked this round.




