Im achten Jahr des Herzogs Yin von Lu: „Wuhai starb. Yufu erbat einen postumen Namen und eine Sippe; der Herzog fragte Zhongzhong nach der Sippe“ (無駭卒。羽父請謚與族。公問族於眾仲) — ein Todesfall, aus dem eine kurze Abhandlung über den Geburtsnamen (姓 xing), den Liniennamen (氏 shi) und die Sippe (族) wird. Als Zhongzhong geantwortet hatte, „befahl er, seinen Beinamen als Liniennamen Zhan zu führen“ (公命以字為展氏). Zwei Schichten sind von Anfang an auseinanderzuhalten: die Stelle im Zuozhuan ist eine Reihe von Regelsätzen, die „Große Abhandlung“ (Dazhuan) im Buch der Riten ist die Satzung einer Sippe. Beide sprechen vom Geburtsnamen und vom Liniennamen, aber sie sind nicht ein Dokument; hier werden sie getrennt gelesen und nicht zu einem Namenssystem der Zhou-Zeit verschmolzen.
Wuhais Sippe
Der Fall selbst ist kurz: Wuhai stirbt; Yufu erbittet für ihn einen postumen Namen und einen Namen für die Sippe; der Herzog trägt die Frage nach der Sippe zu Zhongzhong; Zhongzhong nennt vier Herkünfte; und der Herzog macht seinen Beinamen zum Liniennamen Zhan. Die Seite schreibt nur „mit dem Beinamen als Linienname Zhan“ (以字為展氏) und sagt nicht, wie Wuhais Beiname lautete; dieser Artikel ergänzt ihn nicht. Festhalten lässt sich: Zhan ist ein Linienname (氏), und er stammt von einem Beinamen (字).
Die vier Sätze, wie sie auf der Seite stehen: „Der Himmelssohn richtet die Tugend auf, vergibt den Geburtsnamen nach der Geburt und weist Land zu, um den Liniennamen zu vergeben. Die Fürsten nehmen den Beinamen als postumen Namen und machen daraus eine Sippe. Ein Amt mit über Generationen reichendem Verdienst hat eine Amtssippe; eine Stadt ebenso“ (天子建德,因生以賜姓,胙之土而命之氏。諸侯以字為謚,因以為族。官有世功,則有官族,邑亦如之). Auseinandergelegt: Der Geburtsname wird „nach der Geburt“ gegeben (因生以賜姓); der Linienname wird „mit dem Land“ vergeben (胙之土而命之氏); auf der Ebene der Fürsten wird der Beiname zum postumen Namen und daraus eine Sippe; ein Amt mit über Generationen reichendem Verdienst hat eine „Amtssippe“; eine Stadt wird ebenso behandelt. In einem Satz stehen drei Wörter nebeneinander, 姓, 氏 und 族, jedes mit eigener Herkunft. Die Seite schreibt an dieser Stelle 以字為謚, nicht 以字為氏; das wird so wiedergegeben, kein Zeichen wird korrigiert und keine Besserung eingetragen.
Geburtsname und Linienname sind zwei Systeme
Geburtsname und Linienname lassen sich nicht zu einem einzigen Wort zusammenziehen. „Den Geburtsnamen nach der Geburt vergeben“ bindet den Geburtsnamen an die Geburt; er wird vom Himmelssohn vergeben, und alle unter einem Geburtsnamen teilen ihn. Die Große Abhandlung sagt: „Die demselben Geburtsnamen haben, folgen der Ahnlinie und werden zur Sippengemeinschaft zusammengefasst“ (同姓從宗,合族屬); die Ahnlinie (宗) ist die Hauptlinie, der ein Geschlechtsverband folgt. Und weiter: „Mit dem Geburtsnamen werden sie aneinandergebunden, sodass sie sich nicht scheiden; mit gemeinsamer Speisung werden sie verknüpft, sodass sie sich nicht trennen; und wenn auch hundert Generationen vergehen, ist Heirat zwischen ihnen nicht erlaubt — so ist es die Weise der Zhou“ (繫之以姓而弗別,綴之以食而弗殊,雖百世而昏姻不通者,周道然也). Hier leistet der Geburtsname zweierlei: Er hält einen Personenverband zusammen, und er zieht die Grenze bei der Heirat.
Der Linienname dagegen lässt sich teilen und wechseln. Er kommt vom Land (dem zugewiesenen Land, das den Liniennamen verleiht), vom Beinamen (der Beiname der Fürsten wird zum postumen Namen und daraus der Linienname; Wuhais Beiname wird zum Liniennamen Zhan), vom Amt (über Generationen reichendes Verdienst gibt eine Amtssippe) und von der Stadt (eine Stadt ebenso). Vier Herkünfte: Land, Beiname, Amt, Stadt. Keine der beiden Seiten gibt eine Tabelle, die einem Geburtsnamen einen Liniennamen zuordnet, und keine sagt, welchen Geburtsnamen die Linie Zhan trug; hier wird nichts ergänzt.
Die Satzung der Großen Abhandlung: gleicher Geburtsname, eine Ahnlinie
Die Stelle im Buch der Riten ist eine Satzung für eine Sippe, kein Formular zur Vergabe von Namen. Schon ihre ersten beiden Sätze behandeln die beiden Gruppen getrennt: „Die demselben Geburtsnamen haben, folgen der Ahnlinie und werden zur Sippengemeinschaft zusammengefasst; die mit anderem Geburtsnamen werden nach Name und Rang bei den Zusammenkünften geordnet, und ist der Name festgelegt, so sind Männer und Frauen geschieden“ (同姓從宗,合族屬。異姓主名,治際會,名著而男女有別). Dann folgen Geburtsname und Heirat: aneinandergebunden, sodass sie sich nicht scheiden, mit gemeinsamer Speisung verknüpft, sodass sie sich nicht trennen, und nach hundert Generationen noch keine Heirat zwischen ihnen — so ist die Weise der Zhou.
Dann die Ordnung der Ahnlinie: „Ein Sohn von einer Nebenfrau opfert nicht, um seine Ahnlinie deutlich zu machen“ (庶子不祭,明其宗也); „Der abgesonderte Sohn wird zum Ahnherrn, wer dem abgesonderten Sohn folgt, wird zur Ahnlinie, wer dem Vater folgt, wird zur kleinen Ahnlinie; es gibt eine Ahnlinie, die in hundert Generationen nicht wandert, und eine, die nach fünf Generationen wandert“ (別子為祖,繼別為宗,繼禰者為小宗。有百世不遷之宗,有五世則遷之宗); und der Schluss: „Den Ahnherrn ehren, darum die Ahnlinie achten; die Ahnlinie achten, das ist der Sinn des Ahnherrn-Ehrens“ (尊祖故敬宗,敬宗,尊祖之義也). Der ganze Abschnitt handelt vom Opfer, vom Sammeln der Sippe und von der Teilung der Ahnlinien; die vier Regeln über die Vergabe der Namen stehen nicht darin.
Wer was sagt
Der Zuozhuan gibt Regeln und einen Fall ihrer Anwendung: Geburtsname aus der Geburt; Linienname aus Land, Beiname, Amt oder Stadt; und Wuhais Beiname, der zum Liniennamen Zhan gemacht wird. Die Große Abhandlung gibt Sippenregeln: gleicher Geburtsname folgt der Ahnlinie, anderer Geburtsname wird nach dem Namen geordnet, der Geburtsname wird gebunden, sodass er nicht scheidet, der Sohn der Nebenfrau opfert nicht, der abgesonderte Sohn ist Ahnherr. Die beiden Seiten beweisen einander nicht: Der Zuozhuan hat nichts von dieser Sippenorganisation, und die Große Abhandlung hat nichts von den vier Herkünften der Namensvergabe. Wer die beiden Seiten hart aneinandersetzt, erfindet ein Namenssystem der Zhou-Zeit, das auf keiner der beiden Seiten steht; dieser Artikel setzt sie nicht aneinander.
Auch das Vokabular ist Seite für Seite zu lesen. Der Zuozhuan braucht drei Wörter nebeneinander — den Geburtsnamen vergeben (賜姓), den Liniennamen vergeben (命之氏), eine Sippe bilden (為族). Die Große Abhandlung braucht 姓, 宗 und 族, und 氏 ist dort nicht das führende Wort. Selbst 族 bedeutet auf den beiden Seiten nicht genau dasselbe; die Verwendungen werden so wiedergegeben, wie jede Seite sie hat, und keine Terminologie wird hier vereinheitlicht.
Was keine der beiden Seiten gibt
Keine der beiden Seiten gibt eine Tabelle, die die Geburtsnamen wirklicher Familien ihren Liniennamen zuordnet; keine nennt die Zeremonie, den Leiter oder den Anlass der Namensvergabe; keine gibt eine allgemeine Regel, dass der Linienname wechselt und der Geburtsname bleibt (nur die Richtung, die „ein Geburtsname nach der Geburt“ angibt); keine gibt die spätere Genealogie der Linie Zhan, und keine sagt, woher der Geburtsname selbst kommt. Dieser Artikel greift nicht in die hohen Altertümer zurück, schreibt keine „Geschichte der chinesischen Geburtsnamen“ und füllt die Lücke nicht aus späteren Namensbüchern.
Festhalten lässt sich dies: ein Begräbnis, vier Regeln, eine Sippensatzung. Geburtsname aus der Geburt; Linienname aus Land, Beiname, Amt oder Stadt; gleicher Geburtsname folgt der Ahnlinie, anderer Geburtsname wird nach dem Namen geordnet; der Geburtsname hält die Menschen zusammen und zieht die Heiratsgrenze, die Ahnlinie dient dem Opfer und dem Sammeln der Sippe. Zwei Seiten, zwei Schichten, und keine Brücke dazwischen — die dieser Artikel auch nicht baut.
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Quellen und weitere Lektüre
- 《春秋左氏传·隐公八年》(维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The case that carries the rules: Wuhai dies; Yufu asks for a posthumous name and a lineage; the duke asks Zhongzhong about the lineage, and Zhongzhong answers that the Son of Heaven establishes virtue, grants a surname according to birth and a lineage name by enfeoffing land; that the nobles take a courtesy name as posthumous name and thence a lineage; that an office with hereditary merit gives an office lineage; and that a town works the same way. The duke then 'commanded that his courtesy name be the Zhan lineage'. The page reads 以字為謚, not 氏, and no character is corrected here.
- 《礼记·大传》(维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The Great Treatise's rules for clan organization, not for granting names: those of the same surname follow the senior line and are gathered into the kin group, those of other surnames are ordered by name and title at meetings, so that name is clear and male and female are distinguished; the surname is bound so as not to divide and fed together so as not to be set apart, and though a hundred generations pass marriage between them is not permitted — that is the Zhou way; a son by a secondary wife does not sacrifice, to make clear his senior line; and the rules of separate branches as ancestors, of the inheriting branch as the lineage, with a hundred-generation and a five-generation line.




