Ein Ritualbuch beschreibt keine Schule; es stuft sie und zählt die Jahre. Die Stufung braucht fünfzehn Zeichen: „家有塾,黨有庠,術有序,國有學“ — eine Schule eigener Art in der Gasse, eine zweite im Bezirk, eine dritte in der Region, eine vierte in der Hauptstadt. Dann zählt es: „比年入學,中年考校“, die Schüler treten jedes Jahr ein und werden jedes zweite Jahr geprüft, in festen Abständen — ein Jahr, drei, fünf, sieben, neun. Ein Alter wird auf der Seite nirgends genannt. Dieser Artikel bleibt bei der Skala und dann bei der einen Szene, die das andere Kapitel hinzufügt: der Thronerbe, der in der Schule nach dem Alter sitzt. Weder die Leiter noch die Abstände werden irgendwo abgebildet; sie werden einfach aufgeführt.

Vier Sprossen, fünfzehn Zeichen

Die vier Namen werden genannt und nicht erklärt. „塾“ (shu), „庠“ (xiang), „序“ (xu), „學“ (xue) sind vier Arten von Orten, an denen gelehrt wird, und die Seite gibt zu keinem eine Auslegung; sie sagt nie, wie viele Schüler ein „塾“ fasst oder wo ein „庠“ steht. Das 術 in „術有序“ bleibt, wie die Seite es hat: die gängige Lesung nimmt es als 遂 (sui), doch auf der Seite steht keine Anmerkung, also bleibt es hier 術 (shu). Das 家 in „家有塾“ meint nach verbreiteter Auffassung nicht ‚jedes Haus‘, sondern die Gasse oder die Seite des Tors der Wohngemeinde; auch das ist nur eine Lesart. Was die Seite gibt, sind vier Sprossen und eine Leiter. Ein heutiger Leser möchte wissen, was ein „塾“ war, wie groß ein „庠“ war und wer für beides zahlte; die Seite lässt alles davon aus, und dieser Artikel rät nicht.

Fünf Prüfungen

Die Leiter ist der Punkt. „一年,視離經辨志“ — nach einem Jahr, ob er den Text zu scheiden und sein Ziel zu setzen vermag. „三年,視敬業樂群“ — nach drei Jahren, ob er ernst in der Arbeit und froh mit seinen Gefährten ist. „五年,視博習親師“ — nach fünf, ob er weit lernt und dem Lehrer nahekommt. „七年,視論學取友,謂之小成“ — nach sieben, ob er über das Lernen reden und Freunde wählen kann: die geringere Vollendung. „九年,知類通達,強立而不反,謂之大成“ — nach neun, ob er die Arten kennt und durchdringt, feststeht und nicht umkehrt: die größere Vollendung. Erst dann ist er „足以化民易俗“ — genug, um das Volk zu wandeln und die Sitten zu ändern. Dann ein Zitat, unerklärt: „記曰:蛾子時術之“. Die Jahre zählen die Zeit, die in der Schule verbracht wird, nicht die gelebte Zeit — an keine der fünf Prüfungen ist ein Alter geknüpft.

Sieben Dinge am ersten Tag

Der erste Tag hat seine eigene Liste. „大學始教,皮弁祭菜“ — die Ledermütze und das Gemüseopfer, um die Ehrfurcht vor dem Weg zu zeigen. „宵雅肄三“ — drei Stücke der Kleinen Oden, eingeübt. „入學鼓篋“ — die Trommel und der Bücherkasten am Eingang. „夏、楚二物“ — zwei Ruten, um die Scheu zu sammeln; nach verbreiteter Auffassung Ruten zur Zucht, und die Seite gibt nur die Namen. „未卜禘不視學“ — keine Prüfung der Schule, bevor das Grenzopfer durch Los befragt ist. „時觀而弗語“ — er schaut zu Zeiten zu und spricht nicht. „幼者聽而弗問,學不躐等“ — die Jungen hören zu und fragen nicht, das Lernen überspringt keine Stufe. Dann zählt die Seite für uns: „此七者,教之大倫也“. Jeder Punkt ist ein Gegenstand oder eine Gebärde, und die Seite erklärt keinen davon: die Mütze, das Gemüse, die drei Oden, die Trommel, der Kasten, die Ruten, das Schweigen.

Dasselbe Kapitel nennt die Ursachen, durch die die Lehre steigt und fällt. Vier lassen steigen: „禁於未發之謂豫“, die Vorbeugung, ehe es begonnen hat; „當其可之謂時“, das Tun, wenn es getan werden kann; „不陵節而施之謂孫“, das Nicht-Überschreiten der Ordnung; „相觀而善之謂摩“, das Reiben aneinander und das Gute daran. Sechs lassen fallen, und das bekannteste ist „獨學而無友,則孤陋而寡聞“ — allein zu lernen ohne Freunde heißt eng und wenig gehört zu sein. Die Lernenden haben vier Fehler: „或失則多,或失則寡,或失則易,或失則止“. Und die Methode des Lehrers sind drei Verneinungen: „道而弗牽,強而弗抑,開而弗達“ — führen ohne zu ziehen, stärken ohne zu drücken, öffnen ohne auszubuchstabieren. Vier, sechs, vier, drei: die Gewohnheit des Kapitels ist das Zählen, und das Zählen ist das Argument.

Die andere Seite: Jahreszeiten und vier Stützen

Die zweite Seite dreht denselben Gegenstand quer. „凡學世子及學士,必時“ — den Erben und die Gelehrten zu unterrichten hat sich an die Jahreszeiten zu halten. „春夏學干戈,秋冬學羽籥,皆於東序“ — Schild und Hellebarde im Frühling und Sommer, Feder und Flöte im Herbst und Winter, alles in der Östlichen Halle. Dann wird das Jahr gefüllt: „春誦夏弦,大師詔之“ — Singen im Frühling, Laute im Sommer, der Musikmeister leitet an; „瞽宗秋學禮,執禮者詔之“ — die Riten im Herbst im Ahnensaal der Blinden; „冬讀書,典書者詔之“ — die Bücher im Winter, der Bücherbewahrer leitet an. Und die Zusammenfassung: „禮在瞽宗,書在上庠“. „瞽宗“ und „上庠“ sind Namen von Hallen, und die Seite erklärt sie nicht. Neben die erste Seite gelegt, ist das derselbe Gegenstand quer gedreht: das eine Buch zählt die Jahre, die ein Schüler bleibt, das andere die Jahreszeiten, die ein Jahr enthält.

Neben den Jahreszeiten stehen Opfer und Auswahl. „凡學,春官釋奠…先師,秋冬亦如之“ — im Frühling bringt der Beamte der Riten den früheren Lehrern das Opfer (shidian) dar, und so auch im Herbst und Winter. „凡始立學者,必釋奠…先聖先師,及行事,必以幣“ — eine neu gegründete Schule opfert den früheren Heiligen und Lehrern, mit Seide. Eine neu gegründete Schule hält auch ihre erste Feier klein: „不舞不授器“, kein Tanz und keine Ausgabe von Instrumenten. Und die Schule wählt aus: „凡語于郊者,必取賢斂才焉:或以德進,或以事舉,或以言揚“ — die einen kommen durch Tugend voran, die anderen werden für den Dienst erhoben, die dritten für ihre Rede gerühmt. Eine Schule, so gezeigt, wird mit einem Opfer gegründet und durch Auswahl gefüllt.

Für den Erben gibt es vier Stellen und einen Grundsatz. „立大傅、少傅以養之“ — Großtutor (dafu) und Jungtutor (shaofu), um ihn zu nähren: „大傅在前,少傅在後,入則有保,出則有師“ — der Großtutor vorn, der Junge hinten, innen ein Hüter, außen ein Lehrer. Ihre Arbeit ist in zwei Sätzen geteilt: „師也者,教之以事而喻諸德者也;保也者,慎其身以輔翼之而歸諸道者也“. Die Zahl ist nicht aufzufüllen: „設四輔及三公,不必備,唯其人“ — setze die vier Stützen und die drei hohen Ämter; sie müssen nicht vollzählig sein, nur die rechten Männer. Und der Grund davon ist knapp: „樂,所以脩内也;禮,所以脩外也“ — die Musik bildet das Innere, die Riten das Äußere. Vier Stellen um einen Knaben, und ein Grundsatz, der erklärt, warum keine der vier bloßer Diener ist.

Der Platz nach dem Alter

Dann die beste Szene beider Seiten. „行一物而三善皆得者,唯世子而已,其齒於學之謂也“ — eine Handlung, und drei gute Dinge folgen daraus, und sie gehört allein dem Erben: in der Schule nach dem Alter seinen Platz nehmen. Der Schauplatz ist schlicht. Der Erbe ist mit allen anderen in der Schule, und wenn die Sitze geordnet werden, wird seiner nach dem Alter geordnet und nicht nach Rang: „故世子齒於學,國人觀之“ — die Leute des Staates sehen es geschehen. Die Szene ist keine Zeremonie, sondern ein Sitzen, und darum kann sie drei Lehren tragen: jeder kann sehen, ob ein Knabe sich in der rechten Ordnung hinsetzt oder in der falschen.

Dreimal fragen sie ihn mit denselben Worten: „將君我而與我齒讓,何也“ — du wirst unser Herrscher sein, und doch trittst du uns den Platz nach dem Alter ab; warum? Drei Antworten. „有父在,則禮然“ — weil sein Vater lebt, sind die Riten so; und „衆知父子之道矣“, die Menge lernt den Weg von Vater und Sohn. „有君在,則禮然“ — weil sein Herrscher lebt, sind die Riten so; und „衆著於君臣之義也“, die Menge sieht die Pflicht von Herrscher und Untertan. „長長也“ — weil der Ältere zu ehren ist; und „衆知長幼之節矣“, die Menge kennt die Ordnung von Älterem und Jüngerem. Ein Sitz, drei Lehren, aus einer einzigen Handlung des Sich-Hinsetzens. Die Wiederholung ist das Argument: der Menge wird gezeigt statt gesagt, und jede Antwort weist auf ein anderes Paar — Vater und Sohn, Herrscher und Untertan, Älterer und Jüngerer.

Was die Seiten nicht sagen können, ist so klar wie das, was sie sagen. Keine von beiden nennt ein Eintrittsalter: „比年“ und „中年“ zählen Jahre des Lernens, nicht Jahre des Lebens. Keine nennt Schülerzahlen je Schule, Gebühren, die Pflichten der genannten Beamten oder eine einzige wirkliche Schule. Die Ritualbücher beschreiben, was sein sollte, nicht was war; und „大學“ meint auf diesen Seiten die Stufe des höheren Lernens, nicht die kaiserliche Akademie der Han. Diese Website hat über die Gemeindeschulen der Ming geschrieben, über die Lesebücher der Han, über die erste kaiserliche Akademie und darüber, wie ein Klassiker von Meister zu Meister ging; dieses Stück ist eine Leiter von Jahren und ein Knabe, der nach dem Alter seinen Platz einnimmt. Was ein Leser am meisten wissen will — das Eintrittsalter, die Größe einer Klasse, die Liste der Bücher —, ist genau das, was ein Ritualbuch nicht liefert.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. 《禮記·學記》(維基文庫本,白文無注,頁面標 textquality 75%,未與中華書局點校本複核) — The chapter that grades schools and counts years. Four rungs in sixteen characters: 古之教者,家有塾,黨有庠,術有序,國有學. Then the count: 比年入學,中年考校, and the five examinations — 一年,視離經辨志; 三年,視敬業樂群; 五年,視博習親師; 七年,視論學取友,謂之小成; 九年,知類通達,強立而不反,謂之大成; then 足以化民易俗, and 記曰:蛾子時術之. The seven things at the start of the Great Learning: 皮弁祭菜; 宵雅肄三; 入學鼓篋; 夏、楚二物; 未卜禘不視學; 時觀而弗語; 幼者聽而弗問,學不躐等 — closing 此七者,教之大倫也. Then the four causes of rising (禁於未發之謂豫,當其可之謂時,不陵節而施之謂孫,相觀而善之謂摩), the six of falling (one of them 獨學而無友,則孤陋而寡聞), the four faults (或失則多,或失則寡,或失則易,或失則止), and the three 'not' of teaching: 道而弗牽,強而弗抑,開而弗達. Also 師也者,所以學爲君也; 君之所不臣於其臣者二 (尸 and 師); 大學之禮,雖詔於天子,無北面; 良冶之子,必學爲裘; 良弓之子,必學爲箕; 始駕馬者反之,車在馬前; 先河而後海,此之謂務本. No ages anywhere on the page.
  2. 《禮記·文王世子》(維基文庫本,白文無注,頁面標 textquality 75%,未與中華書局點校本複核;本文只用論學段) — Only the teaching section, from 凡學世子及學士,必時 to 世子之謂也. The chapter's opening on the heir visiting his father three times a day, its closing duplicate of the same routine (世子之記曰), and the section on the king inspecting the school with the seats of the 三老 and 五更 are not used here, since other articles on this site cover them. What is used: the seasons (春夏學干戈,秋冬學羽籥,皆於東序; 春誦夏弦; 瞽宗秋學禮; 冬讀書; 禮在瞽宗,書在上庠); the offerings (春官釋奠于其先師; 始立學者,必釋奠于先聖先師,及行事,必以幣; 不舞不授器); the selection 取賢斂才 (或以德進,或以事舉,或以言揚); 樂,所以脩内也;禮,所以脩外也; the four supports (大傅在前,少傅在後,入則有保,出則有師; 設四輔及三公,不必備,唯其人); 知爲人子,然後可以爲人父; and the closing scene 行一物而三善皆得者,唯世子而已,其齒於學之謂也, with the three questions 將君我而與我齒讓,何也 and the three answers 有父在,則禮然 / 有君在,則禮然 / 長長也.