Ein Prinz von Wu kam an den Hof von Lu und bat, die Musik der Zhou zu hören. Die Musiker sangen Abschnitt für Abschnitt, und nach jedem gab er ein Urteil: 美哉, „schön“, und dann einen Satz darüber, was die Musik zeigte. Zwei Bücher verzeichnen dieses Konzert, die Zuo-Überlieferung zum neunundzwanzigsten Jahr des Herzogs Xiang und die Aufzeichnungen des Großhistorikers im Erzhaus Wu, und sie verzeichnen es zweimal. Nichts auf beiden Seiten beschreibt den Saal, die Zuhörer oder die Jahreszeit: die Szene ist eine Bitte und eine Reihe von Antworten, und das ist die ganze Kulisse, die die zwei Texte geben.

Ein Konzert, zwei Texte

Die Zuo-Überlieferung stellt die Szene in drei Wendungen auf: 吳公子札來聘, der Prinz von Wu, Zha, kam zu Besuch; 請觀於周樂, er bat, die Musik der Zhou zu sehen; 使工為之歌, er ließ die Musiker sie singen. Die Aufzeichnungen haben 四年,吳使季札聘於魯,請觀周樂: im vierten Jahr schickte Wu den Ji Zha nach Lu, und er bat, die Musik der Zhou zu sehen. Derselbe Mann ist 公子札 auf der einen Seite und 季札 auf der anderen; dieselbe Bitte ist 觀於周樂 bei dem einen und 觀周樂 bei dem anderen; und die Zuo-Überlieferung lässt jemanden die Aufführung anordnen, wo die Aufzeichnungen nur 爲歌 sagen. Ein Ereignis, zweimal geschrieben; keine der beiden Seiten erwähnt die andere. Keine sagt auch, was 周樂 als ein Körper von Musik war: sie nennen Abschnitte und berichten, was der Besucher zu jedem sagte, und lassen das Repertoire selbst unbeschrieben.

Das Programm ist eine Liste von Namen. Vierzehn Abschnitte werden gesungen: 周南 und 召南; 邶、鄘、衞 als eine Gruppe; 王; 鄭; 齊; 豳; 秦; 魏; 唐; 陳; dann der Satz 自鄶以下無譏焉; 小雅; 大雅; 頌. Dann fünf Tänze: 象箾 und 南籥, 大武, 韶濩, 大夏, 韶箾. Keine der beiden Seiten gibt eine Note, eine Zeile Text oder ein Instrument: was sie geben, ist die Reihenfolge und sein Satz nach jedem Stück. Die zwei Seiten zählen die Abschnitte gleich und ordnen sie gleich; wo ein Name anders geschrieben wird, ist der Unterschied ein Zeichen, nicht ein Posten. Dieser Beitrag ergänzt auch keine Gedichte.

Vierzehn Lieder, je ein Satz danach

Nach 周南 und 召南: 美哉!始基之矣,猶未也,然勤而不怨矣, „schön. Der Grund ist gelegt, aber er ist noch nicht da; mühsam, und doch ohne Groll.“ Die Aufzeichnungen haben denselben Satz mit einem 矣 weniger: 美哉,始基之矣,猶未也。然勤而不怨. Das Urteil gilt dem Staat so sehr wie dem Klang: ein Grund, begonnen und nicht vollendet, Arbeit ohne Klage.

Nach 邶、鄘、衞: 美哉,淵乎!憂而不困者也。吾聞衞康叔、武公之德如是,是其《衞風》乎, „tief; betrübt, aber nicht bedrängt. Die Tugend der Herzöge Kang und Wu von Wei muss so gewesen sein.“ Nach 王: 美哉,思而不懼,其周之東乎, „gedankenvoll, ohne Furcht; das Zhou des Ostens?“ Die Aufzeichnungen tragen beide Wort für Wort, mit 衞 für 衛. Jedes dieser Urteile geht von einer Eigenschaft der Musik zu einer Vermutung über ihren Ort über, und die Vermutung ist immer als Frage formuliert.

Der erste wirkliche Unterschied liegt bei 鄭. Die Zuo-Überlieferung: 美哉!其細已甚,民弗堪也,是其先亡乎, „schön, aber das Feine ist zu fein; das Volk kann es nicht ertragen; dieser Staat wird zuerst fallen.“ Die Aufzeichnungen lassen das 美哉 weg und schreiben 民不堪也 für 民弗堪也: das Lob geht, und das Urteil wird Diagnose. Bei 齊 haben sie 其太公乎 für 其大公乎; bei 豳 蕩蕩乎 für 蕩乎. Bei 鄭 verschwindet das Lob der Zuo-Überlieferung in den Aufzeichnungen, und was bleibt, ist eine Vorhersage des Untergangs: die kleinste Änderung im Wortlaut trägt die größte im Ton.

Bei 秦 liest die Zuo-Überlieferung 大之至乎其周之舊也, wo die Aufzeichnungen 大之至也,其周之舊乎 lesen, dieselben Wörter in anderer Ordnung. Bei 魏 drei Fälle: 渢楓乎 gegen 渢渢乎, 險而易 gegen 儉而易, 明主 gegen 盟主, „ein klarer Herr“ gegen „ein Führer der Bündnisse“. Die Seite der Zuo-Überlieferung druckt 渢楓乎, wo 渢渢乎 zu erwarten ist, und wird wie gedruckt zitiert. Bei 唐 sagt sie 遺民乎, die Aufzeichnungen 遺風乎; bei 陳 lassen beide das 美哉 weg und geben nur 國無主,其能久乎. Dann 自鄶以下,無譏焉, unterhalb von Kuai gab es nichts zu tadeln, was beide Seiten in die Stimme des Erzählers legen, nicht in die des Besuchers. Die Zeichenvarianten häufen sich in diesen Abschnitten, und keine ändert, was der Besucher über die Staaten sagt.

Bei 小雅 schließt die Zuo-Überlieferung 猶有先王之遺民焉, die Aufzeichnungen 猶有先王之遺民也. Bei 大雅 haben beide 廣哉,熙熙乎,曲而有直體,其文王之德乎, „weit, harmonisch; gebogen und doch mit geradem Körper; die Tugend des Königs Wen?“ Bei 頌 kommt das längste Urteil, vierzehn Gegensätze: 直而不倨,曲而不屈,邇而不偪,遠而不攜,遷而不淫,復而不厭,哀而不愁,樂而不荒,用而不匱,廣而不宣,施而不費,取而不貪,處而不底,行而不流 — gerade ohne steif, gebogen ohne zerbrochen, nah ohne drängend, fern ohne verloren, bewegt ohne maßlos, wiederholt ohne lästig, betrübt ohne Kummer, froh ohne Ausschweifung, gebraucht ohne erschöpft, weit ohne sich auszubreiten, gegeben ohne sich zu verausgaben, genommen ohne Habgier, ruhend ohne zu versinken, gehend ohne zu treiben. Es endet 五聲和,八風平,節有度,守有序,盛德之所同也. In der Kette tauschen die zwei Texte Zeichen: 屈 und 詘, 邇 und 近, 遷而不淫 und 而遷不淫, 底 und 厎. Die Kette ist eine Liste von Tugenden, nicht die Beschreibung einer Aufführung: jede Wendung nennt eine Weise, im Gleichgewicht zu sein, und die letzte Zeile macht aus dem Gleichgewicht Politik. Die vier späten Paare 用而不匱,廣而不宣,施而不費,取而不貪 handeln vom Geben und Nehmen.

Fünf Tänze

Der Gesang endet, der Tanz beginnt. Bei 象箾 und 南籥 hat die Zuo-Überlieferung 美哉!猶有憾, „schön, und doch ist Bedauern da“, die Aufzeichnungen 美哉,猶有感 — 憾 gegen 感, Bedauern gegen Empfinden. Bei 大武 haben beide 美哉,周之盛也,其若此乎. Bei 韶濩, 韶護 in den Aufzeichnungen, sagt die Zuo-Überlieferung 聖人之弘也,而猶有慚德,聖人之難也, „die Größe eines Weisen, und doch ein Gefühl der Scham“; die Aufzeichnungen lassen das 而 weg. Bei 大夏: 非禹其誰能脩之 gegen 非禹其誰能及之, wer, wenn nicht Yu, hätte es pflegen oder erreichen können. Beim letzten Tanz, 韶箾 in der Zuo-Überlieferung und 招箾 in den Aufzeichnungen, geht das Urteil 德至矣哉,大矣,如天之無不幬也,如地之無不載也,雖甚盛德,其蔑以加於此矣, die Tugend auf ihrer Höhe, wie Himmel und Erde, nichts hinzuzufügen. Dann 觀止矣。若有他樂,吾不敢請已; die Aufzeichnungen enden 吾不敢觀. Die Tänze werden am selben Maß gemessen wie die Lieder: ob das Gezeigte vollständig ist und ob etwas daran zu bedauern bleibt. Das Schlussurteil ist das einzige im Konzert, das ohne Vorbehalt lobt.

Was die zwei Texte anders machen

Ausgebreitet sind die Unterschiede klein und gleichmäßig. Die Aufzeichnungen streichen Ausrufe und Schlusspartikeln, 矣, 焉, 也; sie lassen einmal 美哉 weg, bei 鄭; sie bevorzugen 太公 vor 大公, 儉 vor 險, 盟主 vor 明主, 遺風 vor 遺民, 詘 vor 屈, 近 vor 邇, 厎 vor 底, 感 vor 憾, 及 vor 脩, 燾 vor 幬, 無以加 vor 蔑以加 und schließen mit 不敢觀 für 不敢請已; sie lassen auch das 使工 des Anfangs weg. Nichts davon ändert das Programm oder den Sinn eines Urteils: das Muster zweier verwandter Texte, von denen keiner vom anderen abgeschrieben ist. Keine Seite sagt, welche zuerst kam; man kann sie also nebeneinander lesen und nicht zusammenzählen. Auch die Richtung der Änderungen ist gleichmäßig: die Aufzeichnungen kürzen, glätten und entfernen, was nach der Stimme eines Sprechers klingt, während die Zuo-Überlieferung die Wiederholungen und die Ausrufe behält.

Was dieser Beitrag auslässt

Er schreibt nicht über die Musik der Zhou oder die Riten im Allgemeinen und gleicht das Programm nicht mit dem Buch der Lieder ab, wie wir es heute haben: die Seiten geben Urteile, keine Gedichte. Er liefert keine Musik, keine Instrumente und keine Zahl der Ausführenden. Ji Zha Verzicht auf den Thron und seine Gesandtschaften anderswo sind ein anderes Thema; hier ist er nur ein Mann, der in Lu zuhört. Die Opfergesänge der Shang, das Musikamt der Han und die Hofmusiker von Luoyang unter den Nördlichen Wei sind andere Beiträge. Die Zitate behalten die Zeichen der Seiten, auch 渢楓乎. Was bleibt, ist das Programm und die Urteile, und das genügt, um ein Konzert im Gang und einen Text beim Umschreiben zugleich zu zeigen. Das ist der ganze Stoff.

Weiterlesen:Vorzeichen in Kleidern: die weiße Qia, die bestickte Kappe und zwei Arten, eine Sache zu schreiben · Eis: im Winter geschnitten, im Sommer verteilt, und zum Waschen der Toten gebraucht · Die Kappen der Yin: Xu, Zhangfu und die Namen dreier Dynastien

Quellen und weitere Lektüre

  1. 《春秋左氏傳·襄公二十九年》(維基文庫本,頁面白文;全卷五萬餘字,此段在二十九年) — The concert: 吳公子札來聘…請觀於周樂。使工為之歌周南召南, then fourteen sung sections with a verdict after each, the sentence 自鄶以下,無譏焉, then five dances, and the close 觀止矣。若有他樂,吾不敢請已. The page prints 渢楓乎 in the 魏 verdict, where 渢渢乎 is expected.
  2. 《史記》卷三十一·吳太伯世家(西漢司馬遷撰;維基文庫本,頁面白文) — The same concert in the hereditary house of Wu: 四年,吳使季札聘於魯,請觀周樂。爲歌《周南》、《召南》…, with the same fourteen sections and five dances and mostly the same verdicts, but without 使工, without 美哉 at 鄭, and with a series of one-character differences (太公 for 大公, 儉 for 險, 盟主 for 明主, 遺風 for 遺民, 詘 for 屈, 感 for 憾, 及 for 脩, 燾 for 幬), ending 吾不敢觀.