Frühling Sou, Sommer Miao, Herbst Xian, Winter Shou (春蒐、夏苗、秋獮、冬狩): die vier Namen stammen aus einer Ermahnung, nicht aus einem Reglement. Im fünften Jahr Herzog Yins von Lu wollte „der Herzog nach Tang gehen und die Fischer sehen“ (公將如棠觀魚者), und Zang Xibo widersprach. Mitten in der Argumentation steht der Satz, der die Namen trug: „so Frühling Sou, Sommer Miao, Herbst Xian, Winter Shou, alle in der Ruhe der Feldarbeit, zur Übung der Geschäfte“ (故春蒐、夏苗、秋獮、冬狩,皆於農隙以講事也). Dieser Artikel liest diese Ermahnung und getrennt davon den Amtstext des Großmarschalls im Zhouli; die beiden werden nicht zu einem System verschmolzen.
Der Tag bei Tang
Das Zuozhuan hält den Tag als Ereignis fest. Der Herzog wollte nach Tang, um die Fischerei zu sehen; Zang Xibo stellt zuerst einen Grundsatz auf — „jede Sache, die nicht taugt, die großen Geschäfte zu behandeln, und deren Stoff nicht taugt für Geräte und Ausrüstung, der Herrscher unternimmt sie nicht“ (凡物不足以講大事,其材不足以備器用,則君不舉焉) — und schließt mit einer Aufteilung der Zuständigkeiten: „der Ertrag von Berg, Wald, Fluss und Sumpf, der Stoff der Geräte, ist Sache der Diener und Amt der Beamten, nicht was der Herrscher erreicht“ (山林川澤之實,器用之資,皁隸之事,官司之守,非君所及也). „Der Herzog sagte: ich will das Land mustern, und ging. Er ließ den Fisch ausbreiten und sah ihm zu. Xibo gab Krankheit vor. Der Text schreibt: der Herzog breitete Fisch aus bei Tang — nicht den Riten gemäß, und er sagt, der Ort sei fern gewesen“ (公矢魚于棠,非禮也,且言遠地也). Dass 矢 hier „ausbreiten“ heißt, ist die übliche Lesung; die Seite glossiert es nicht.
Die vier Jahreszeiten stehen mitten in dieser Argumentation, als Teil dessen, was ein Herrscher stattdessen tun soll: „so Frühling Sou, Sommer Miao, Herbst Xian, Winter Shou, alle in der Ruhe der Feldarbeit, zur Übung der Geschäfte; alle drei Jahre werden die Truppen geübt; beim Eintreten ordnen sie die Ränge; bei der Rückkehr trinken sie den Ankunftsbecher; und die militärischen Zeichen werden gezählt. Leuchtend die Muster, klar der Edle und der Geringe, geschieden die Ränge, geordnet Jung und Alt, geübt Furcht und Würde“ (三年而治兵,入而振旅,歸而飲至,以數軍實。昭文章,明貴賤,辨等列,順少長,習威儀也). Das ist eine Ermahnung: ein Argument darüber, wohin ein Herrscher gehen soll und wohin nicht. Kein Anweisungsblatt, und die Seite gibt keines.
Vier Namen
Die vier Namen sind alles, was das Zuozhuan gibt: Sou im Frühling, Miao im Sommer, Xian im Herbst, Shou im Winter, jeder an die Ruhe der Feldarbeit gebunden. Was gejagt wurde, wie viele Männer zogen, was mit der Beute geschah, wie das Gelände gewählt wurde: nichts davon steht hier. Die Namen sind gedruckt, wie die Seite sie druckt, ohne Glosse: der Text erklärt nicht jedes Wort, und dieser Artikel liefert auch keine Bedeutung.
Dieselbe Ermahnung gibt den Grund, warum ein Herrscher nicht alles schießen darf: „wenn das Fleisch der Vögel und Tiere nicht die Opferbank erreicht und Haut, Horn, Knochen, Zahn, Haar und Feder nicht die Geräte erreichen, dann schießt der Herzog nicht — das war die Regel der alten Zeit“ (鳥獸之肉不登於俎,皮革齒牙、骨角毛羽不登於器,則公不射,古之制也). Der Satz gehört noch zur Ermahnung, gesprochen über den Ausflug eines Herzogs; er ist kein datiertes Statut mit einem Amt dahinter.
Die vier Übungen des Zhouli
Die Riten der Zhou, beim Amt des Großmarschalls im Sommerministerium, sind eine andere Maschine. Zuerst der Rahmen des Heeres — „bei der Ordnung des Heeres machen 12 500 Mann ein Heer; der König hat sechs, ein großer Staat drei, der nächste zwei, ein kleiner Staat eines“ (凡制軍,萬有二千五百人為軍。王六軍,大國三軍,次國二軍,小國一軍) — dann die vier saisonalen Übungen. Im mittleren Frühling „das Sammeln der Truppen lehren“: Trommeln, Glocken und Gongs nach Rang zugeteilt, und man lehrt „die Zeiten des Sitzens und Aufstehens, des Vor- und Rückwärtsgehens, schnell und langsam, locker und dicht“ (以教坐作、進退、疾徐、疏數之節). „Dann jagt man den Sou“ (遂以搜田): die Beamten opfern, das Volk wird vereidigt, die Trommel klingt, der Schlag schließt, und „die Vögel werden der Erde zum Opfer dargebracht“ (獻禽以祭社).
Im mittleren Sommer lehrt man das Lagern (茇舍) und die Namen der Nachtarbeit, „dann jagt man den Miao nach der Methode des Sou“, mit dem Sommeropfer. Im mittleren Herbst lehrt man die Führung der Truppen und die Unterscheidung der Banner, „dann jagt man den Xian nach der Methode des Sou“, mit dem Fang-Opfer. Im mittleren Winter die große Heerschau: die Förster räumen das Feld und setzen Marken „eine alle hundert Schritt, drei Marken, und wieder eine alle fünfzig Schritt“ (百步則一,為三表,又五十步為一表); im Morgengrauen fallen die Banner, Säumige werden hingerichtet; Wagen und Fußvolk wie zur Schlacht geordnet und zum Sitzen gebracht; Eid, Tiertötung, Befehl durch die Ränge — „wer den Befehl nicht befolgt, wird enthauptet“ (不用命者斬之); dann Trommel- und Glockensignale, Vorrücken zu jeder Marke, drei Salven der Wagen, drei Stöße des Fußvolks. „Dann jagt man den Shou“ (遂以狩田): das Feld wird zwischen Torfahnen eingeschlossen, und „große Tiere gehen an die Öffentlichkeit, kleine Vögel an den Einzelnen; der Nehmer behält das linke Ohr“ (大獸公之,小禽私之,獲者取左耳); die Beute wird beim Winteropfer dargebracht.
Wer was sagt
Getrennt sprechen die beiden Seiten mit verschiedenen Stimmen. Das Zuozhuan setzt vier Namen in einen Protest, bindet sie an die Ruhe der Feldarbeit und fügt eine Liste dessen hinzu, was die Übung zeigen soll; es nennt kein Amt, keine saisonale Übung, keine Methode. Die Riten der Zhou geben einen Amtstext: vier Jahreszeiten, vier technische Fächer (Sammeln, Lagern, Truppenführung, große Heerschau), vier Jagdnamen daran gehängt, ein Opfer nach jedem. Das erste ist ein Argument an einen Herrscher; das zweite eine Stellenbeschreibung. Keines beweist, dass die Anordnung des anderen ausgeführt wurde, und dieser Artikel verschmilzt sie nicht zu einem Zhou-Jagdsystem.
Auch die Wörter stimmen nicht überein: das Zuozhuan schreibt 蒐, 苗, 獮, 狩; die Seite der Riten schreibt 搜田, 苗田, 獼田, 狩田 — 搜 für 蒐, 獼 für 獮 — und setzt jede Jagd nach einer Übung, statt vier Namen aufzulisten. Beides steht, wie es steht; kein Zeichen wird normalisiert, keine Behauptung über das Ältere gemacht.
Was keine der beiden Seiten gibt
Keine Seite gibt eine Tierliste, eine Zahl oder einen Bericht, wer was bekam. Die Riten der Zhou haben einen Teilungsgrundsatz — große Tiere an die Öffentlichkeit, kleine Vögel an den Einzelnen, der Nehmer behält das linke Ohr — einen Grundsatz, kein Register. Auch keine Zahl für eine einzelne Jagd: 12 500 für ein Heer ist der Rahmen des Heeres, nicht die Größe einer Jagdgesellschaft. Wie die vier Jahreszeiten praktisch festgelegt waren, welche Monate die Ruhe waren und was aus Fleisch und Häuten wurde, wird nicht gesagt. Der Fisch von Tang wird auch nicht bestimmt.
Zusammengenommen hat eine Seite vier Namen in einem Ratssatz; die andere vier Übungen mit vier daran gehängten Jagden. Der Ausflug eines Herzogs, um Fischer zu sehen, brachte den Satz hervor, der die Namen bewahrte; ein Amtshandbuch brachte die Übungen. Kein Buch sagt, dass das System irgendwo lief, und keines erklärt, wozu eine Jagd diente — weder Ausbildung noch Schutz; dieser Artikel fügt keines von beiden hinzu. Die Seiten geben Namen, Ränge, Marken, Opfer und ein linkes Ohr. Der Rest ist nicht da.
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Quellen und weitere Lektüre
- 《春秋左氏传·隐公五年》(维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The remonstrance in which the four hunts are named: the duke of Lu about to go to Tang to watch the fishing, Zang Xibo arguing that a ruler should not take up what cannot serve the great affairs or furnish equipment, and in the middle of the argument the sentence 'thus spring sou, summer miao, autumn xian, winter shou, all in the slack of farm work, for the practising of affairs', followed by the three-year exercise of troops, the setting of ranks on return, the arrival cup, the counting of military tallies, and the display of patterns, noble and base, ranks, young and old, awe and dignity. The remonstrance also says that if flesh, hide, horn, bone, tooth, hair and feather do not reach stand or vessel the ruler does not shoot, and closes with the division of labour between ruler and officials; the duke goes anyway, has the fish set out, and the record notes 'the duke displayed fish at Tang' as contrary to ritual and far from home.
- 《周礼·夏官司馬》大司马职(维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The grand marshal's duty text: the army frame of 12,500 men to a army, six armies for the king and three, two or one for states of different sizes, with the shi, lü, zu, liang and wu down to five men; then the four seasonal reviews — mid-spring marshalling with drums, bells, gongs and hand-bells assigned by rank and drill in sitting, rising, advancing, retiring, quick and slow, loose and close, followed by the sou hunt; mid-summer camping and night names, followed by the miao hunt on the same method; mid-autumn troop-handling and banners, followed by the xian hunt; mid-winter the great review with markers at a hundred paces and again at fifty, latecomers executed, the oath and the beheading of the disobedient, and the shou hunt enclosing the field between gate-flags, where great beasts go to the public, small birds to the private, and the taker keeps the left ear, ending with sacrifice. The page writes 搜 and 獼 for 蒐 and 獮.




