Beginnen wir mit einer Scheibe. Früh im Yili wird die Scheibe aufgestellt: „sie breiten die Scheibe aus, ihre untere Schnur erreicht den Boden nicht; die untere linke Schnur bleibt ungebunden, und die Mitte ist gefaltet und gebunden“ (乃張侯,下綱不及地武。不繫左下綱,中掩束之). Daneben steht ein kleiner Schutz, „fünf Schritt westlich“. Diese Seite beginnt beim Gegenstand und folgt den Bewegungen; die andere Seite, das Kapitel des Liji über den Sinn des Schießens, sagt, warum die Bewegungen so geordnet sind. Sie sind nicht dieselbe Art von Text, und dieser Artikel hält sie getrennt.
Eröffnung: eine Scheibe, drei Paare
Die Scheibe gehört dem Meister der Pferde. In der Mitte des Ritus „wurde der Meister der Zeremonien zum Meister der Pferde; der Meister der Pferde befahl, die Scheibe auszubreiten, und die Schüler lösten das Bündel und banden die untere linke Schnur fest“ (司正為司馬,司馬命張侯,弟子說束,遂繫左下綱). Dann befiehlt er dem Bannerträger: „lehne das Banner in die Mitte der Scheibe“ (倚旌于侯中). Nur Handlungen; kein Wort Erklärung. Die Maße sind relativ: die untere Schnur „erreicht den Boden nicht“, der Schutz „fünf Schritt“ westlich. Keine gemessenen Zahlen.
Die Schützen sind drei Paare. Bevor alles beginnt, „warten die drei Paare westlich der Halle, nach Süden gewandt, Osten zuerst“ (三耦俟于堂西). Ein 耦 ist ein Paar: ein oberer und ein unterer Schütze. Der Meister des Schießens paart die drei Paare und gibt jedem seine Formel: „er befahl dem oberen Schützen: der und der lenkt deinen Wagen; er befahl dem unteren Schützen: du schießt mit dem und dem“ (命上射曰:某御於子;命下射曰:子與某子射). Ein Satz bindet zwei Männer zu einem Paar. Eine Anmerkung ergänzt ihre Herkunft: „die drei Paare sind Schüler“ (三耦者,使弟子).
Die Befehle des Meisters
Die Ausrüstung des Meisters wird genau beschrieben: „er geht westlich der Halle, entblößt den Arm, legt Daumenring und Ärmelstulpe an, nimmt seinen Bogen westlich der Stufen und trägt vier Pfeile unter dem Arm“ (司射適堂西,袒決遂,取弓于階西,兼挾乘矢). Er meldet: „Bogen und Pfeile sind bereit; die Beamten bitten um das Schießen“ (弓矢既具,有司請射). Der Gast weicht einmal aus und stimmt zu, und der Meister bittet dann den Hausherrn. Dann der Befehl an die Paare: „jeder mit seinem Paar, weicht aus und nehmt Bogen und Pfeile, abwechselnd!“ (各與其耦讓取弓矢,拾). Schließlich schießt er selbst zuerst, als Vorführung: „er führt das Schießen an und verbraucht seine vier Pfeile“ (誘射).
Die Befehle während des Schießens sind kurz und in fester Folge. „Der Meister der Pferde befiehlt dem Bannerträger, das Banner zu tragen und hinter die Scheibe zu treten“ (司馬命獲者執旌以負侯); sind die Schützen an ihrem Platz, hebt er den Bogen und befiehlt „verlasst die Scheibe!“ (命去侯), und der Mann antwortet, ohne dass seine Stimme abbricht, geht zum Schutz, setzt sich und senkt das Banner nach Osten. Der Meister des Schießens tritt dann vor die Stufen und befiehlt dem oberen Schützen: „schieß nicht auf den Bannerträger, jage ihn nicht mit Pfeilen!“ (無射獲,無獵獲). Für die Zählung: „kein Durchbohren, kein Punkt!“ (不貫不釋); mit Musik: „kein Trommeln, kein Punkt!“ (不鼓不釋).
Zählen, und wer trinkt
Der Sieg wird an Zählsteinen gemessen, nicht nach Augenmaß. Wird die Zählung erbeten, „hält der Zählhalter das hirschförmige Gefäß, und ein Mann trägt die Steine hinter ihm“ (釋獲者執鹿中), und „setzt acht Steine in das Gefäß“ (坐實八筭于中). Während des Schießens: „wird getroffen, so setzt sich der Zählhalter und legt einen Stein ab, einen je Treffer; der des oberen Schützen rechts, der des unteren links“ (每一个釋一筭。上射於右,下射於左). Die Zählung hat ihre Grammatik aus Bündeln und ungeraden Steinen. Das Ergebnis ist einer von drei Sätzen: „die Rechte ist besser als die Linke“; „die Linke ist besser als die Rechte“; oder bei Gleichstand „links und rechts sind gleich“ (左右鈞).
Die Verlierer trinken. Ein Gestell namens feng (豐) wird westlich des westlichen Pfeilers aufgestellt; der Schüler der Siegerseite wäscht einen Becher, schenkt ein und stellt ihn dorthin. Dann der Befehl an beide Seiten: „die Sieger entblößen den Arm, tragen Ring und Stulpe und halten gespannte Bogen; die Verlierer legen ihr Gewand wieder an, nehmen Ring und Stulpe ab, drehen die linke Hand um, legen den entspannten Bogen darauf und halten den Griff“ (勝者皆袒決遂,執張弓。不勝者皆襲……右加弛弓于其上). Die Sieger steigen zuerst hinauf; der Verlierer „setzt sich nach Norden gewandt, nimmt den Becher vom Gestell, erhebt sich, tritt ein wenig zurück und leert ihn im Stehen“ (坐取豐上之觶……立卒觶), dann stellt er den leeren Becher unter das Gestell. Ein Becher je Paar, und „die drei Paare trinken aus“ (三耦卒飲). Verliert ein Gast, der Hausherr oder ein Großbeamter, muss er den Bogen nicht halten: der Becherträger wäscht und füllt den Becher, reicht ihn ihm an der Matte, und er trinkt im Stehen. Die Menge endet beim Becher; ein Fassungsvermögen wird nicht genannt.
Die andere Seite: der Sinn des Schießens
Das Kapitel des Liji stellt das Schießen zuerst an seinen Ort: „das Schießen der Fürsten war stets vom Gastmahl eingeleitet; das Schießen der Minister, Großbeamten und Beamten war stets vom Trinkritus des Dorfes eingeleitet“ (卿、大夫、士之射也,必先行鄉飲酒之禮). Das ist die Grenze zwischen den beiden Kapiteln des Korpus: eine dörfliche Zeremonie in zwei Teilen — der Trinkritus beschreibt das Trinken, dieser Artikel das Schießen — und das Liji nennt dieses Verhältnis selbst. Die Begründung folgt: „beim Vor- und Zurückgehen, beim Wenden und Kreisen muss man die Riten treffen. Das innere Ziel gerade, der äußere Körper gerade, und erst dann kann man Bogen und Pfeile fest halten; erst dann darf man vom Treffen sprechen. Daran lässt sich der Charakter beobachten“ (內志正,外體直,然後持弓矢審固). Erst die Riten treffen, dann die Scheibe.
Das Kapitel gibt jedem Rang sein musikalisches Maß — Zouyu für den Sohn des Himmels, Lishou für die Fürsten, Caiping für Minister und Großbeamte, Caifan für die Beamten (其節:天子以騶虞爲節……士以采蘩爲節) — und erklärt es: Erfüllung der Ämter, Wahrung der Versammlungszeiten, Befolgung des Gesetzes, Treue zur eigenen Aufgabe. Das nackte „kein Trommeln, kein Punkt“ des Yili wird hier zu einer Regel mit Inhalt. Auch der Becher wird erklärt, und gegen die Handlung: „das Gedicht sagt: ich schieße auf jene Marke, um deinen Becher abzulehnen; suchen zu treffen heißt, den Becher ablehnen; der Wein dient dazu, Alte und Kranke zu stützen, den Becher ablehnen heißt, die Stützung ablehnen“ (求中以辭爵也……辭養也). Derselbe Becher: das Yili sagt, wie man ihn leert, das Liji, warum ein Mann ihn lieber nicht leert.
Zwei Schichten, und was die Seiten nicht geben
Die Schichten sind getrennt, nicht weil eine höher wäre, sondern weil der Stoff verschieden ist: die Seite des Yili sind Handlungen, Stellungen, Befehle und die Namen der Dinge — wie ein Ritus vollzogen wird; die Seite des Liji sind Maßstäbe und Gründe — warum er es wert ist, vollzogen zu werden. Zusammengenommen ergibt das einen Aufsatz über die Schießkultur; getrennt sieht man eine Schicht der Befehle und eine des Sinns. Was keine der beiden Seiten gibt: die wirkliche Entfernung der Scheibe (nur „fünf Schritt westlich“ und ähnliche relative Angaben), das gemessene Maß des Platzes, jede Messung über die Zahl der Pfeile hinaus, das Fassungsvermögen des Bechers oder wie viele Gäste jenseits der drei Paare standen. Nichts davon wird hier ergänzt.
Weiterlesen:Mit fünfzig ein Stock: Alter in einem Ritualbuch und einem Erlass · Drei Jahre: eine Regel, mehrere Rechnungen · Nach Osten gewandt: vier Sitze beim Bankett von Hongmen
Quellen und weitere Lektüre
- 《仪礼·乡射礼》(维基文库本,未与点校本复核) — The ritual itself, act by act. The target goes up first: 'they spread the target, its lower cord not reaching the ground; the lower left cord is left untied, and the middle is folded and bound' (乃張侯,下綱不及地武。不繫左下綱,中掩束之), with the shelter 'five paces west' of it. The master of archery (司射) takes his bow and four arrows, reports the equipment ready and asks the guest's leave; the master of ceremonies (司正) becomes the master of the horse (司馬), who orders the target spread and the banner leaned in its middle. The three pairs (三耦) are matched west of the hall and named one by one: 'so-and-so drives your carriage' to the upper archer, 'you shoot with so-and-so' to the lower. Orders are quoted verbatim — 'do not shoot the flag-bearer, do not hunt the flag-bearer' (無射獲,無獵獲), 'not piercing, not counted' (不貫不釋), 'not drummed, not counted' (不鼓不釋). Counting uses counters set in a deer-shaped vessel, eight at a time; the result is announced as 'the right is better than the left', 'the left is better than the right', or 'left and right are equal' (左右鈞). The losers drink: a cup is set on the stand (豐), winners take up strung bows and losers unstrung ones, the winners ascend first, and the loser takes the cup and drains it standing (立卒觶).
- 《礼记·射义》(维基文库本,未与点校本复核) — The other layer: why the shoot is arranged so. It opens by placing the shoot after another rite — 'the archery of the ministers, grandees and officers was always preceded by the village drinking rite' (卿、大夫、士之射也,必先行鄉飲酒之禮). It states the standard in the body: 'in advancing and retiring, turning and circling, one must hit the rites; the inner aim correct, the outer body straight, and only then may one hold bow and arrow steadily; only then may one speak of hitting — by this one may observe character' (內志正,外體直,然後持弓矢審固). It gives each rank its musical measure — Zouyu for the Son of Heaven, Lishou for the nobles, Caiping for ministers and grandees, Caifan for officers — with its reasons, and explains the cup: 'the poem says, I shoot at that mark, to beg off your cup; begging is seeking; to seek to hit is to decline the cup; wine is for supporting the aged and the sick, so to decline the cup is to decline being supported' (求中以辭爵也……辭養也).




