Die Wendung „teures Papier in Luoyang“ stammt aus dem Buch der Jin, aus dem Leben des Zuo Si in dessen Kapitel über die Männer der Literatur: 於是豪貴之家競相傳寫,洛陽為之紙貴 — die reichen und adligen Häuser wetteiferten, sie abzuschreiben, und Luoyang wurde teuer an Papier. Zwei Seiten werden hier benutzt: jenes Leben und die kürzere Darstellung derselben Sache in der Neuen Sammlung von Erzählungen aus aller Welt. Keine von beiden gibt einen Papierpreis, keine gibt, was eine Abschrift kostete; dieser Beitrag hält sich an das, was sie sagen.

Zehn Jahre an einer Rhapsodie

Zuo Si, mit dem Stilnamen Taichong, war aus Linzi in Qi, „seit Generationen eine Gelehrtenfamilie“. Das Leben beginnt mit seinen Misserfolgen: 思小學鍾、胡書及鼓琴,並不成 — er lernte die Kalligraphien Zhong und Hu und die Qin und beherrschte keine davon. Sein Vater sagte zu einem Freund 思所曉解,不及我少時 — was Si versteht, reicht nicht an das heran, was ich in seinem Alter hatte; 思遂感激勤學, und er wandte sich ernsthaft dem Studium zu. 貌寢,口訥,而辭藻壯麗 — von unschönem Gesicht, langsam in der Rede und prächtig im Stil; 不好交遊,惟以閒居為事. Seine erste Rhapsodie, über die Hauptstadt Qi, 一年乃成, brauchte ein Jahr. Ein Jahr für jene; zehn für die nächste.

Dann die drei Hauptstädte. 復欲賦三都,會妹芬入宮,移家京師,乃詣著作郎張載,訪岷邛之事 — er wollte über die drei Hauptstädte schreiben, und als seine Schwester Fen in den Palast kam, zog die Familie in die Hauptstadt, wo er den Amtsmann Zhang Zai über Min und Qiong befragte. Dann: 遂構思十年,門庭籓溷,皆著筆紙,遇得一句,即便疏之 — er sann zehn Jahre, Papier und Pinsel ausgesetzt an Tor, Hof, Zaun und Abtritt, und schrieb jede Zeile sofort auf, sobald sie kam. 自以所見不博,求為秘書郎 — da er sein Wissen für zu wenig hielt, bat er, Sekretär zu werden. Er zog um, weil die Schwester in den Palast kam, und die Seite gibt keinen anderen Grund; das ist alles, was sie über das Schreiben sagt: keine Leseliste, keine Entwürfe, keine Überarbeitungen.

Nach der Vollendung

Vollendet wurde sie nicht gleich geschätzt: 及賦成,時人未之重。思自以其作不謝班張,恐以人廢言 — seine Zeitgenossen hielten nicht viel davon; er meinte, sein Werk stehe Ban Gu und Zhang Heng nicht nach, und fürchtete, dass der Mann die Worte zu Fall brächte. So ging er zu Huangfu Mi, 有高譽, einem Mann von hohem Ansehen: 思造而示之。謐稱善,為其賦序 — er zeigte sie ihm, Huangfu Mi lobte sie und schrieb eine Vorrede. Dann kommentierte Zhang Zai die Hauptstadt Wei, Liu Kui kommentierte Wu und Shu mit einer eigenen Vorrede, und Wei Quan fügte eine kurze Erklärung hinzu. Liu Kuis Vorrede hat die Zeile 世咸貴遠而賤近,莫肯用心於明物 — die Welt schätzt das Ferne und verachtet das Nahe und will den Geist nicht auf klare Dinge richten. Danach seufzte Zhang Hua: 班張之流也。使讀之者盡而有餘,久而更新. Die Reihenfolge zählt: erst Vorrede und Anmerkungen, dann das Lob, dann das Abschreiben.

Und dann der Satz: 於是豪貴之家競相傳寫,洛陽為之紙貴 — die Adelshäuser wetteiferten, sie abzuschreiben, und Luoyang wurde teuer an Papier. Das ist Erzählung des Historikers, nicht Zuo Sis eigene Worte; abgeschrieben wurde von „den Adelshäusern“, und teuer wurde das Papier von Luoyang. Das Leben wendet sich sogleich Lu Ji zu.

Die Neue Sammlung hat es anders: 左太沖作《三都賦》初成,時人互有譏訾,思意不愜。後示張公。張曰:「此二《京》可三,然君文未重於世,宜以經高名之士。」思乃詢求於皇甫謐。謐見之嗟嘆,遂為作敘 — kaum vollendet, verspotteten und tadelten die Zeitgenossen sie abwechselnd, und Si war unzufrieden; er zeigte sie Meister Zhang, der sagte, sie könne als dritte neben den beiden Hauptstädten der Han bestehen, doch sein Schreiben sei in der Welt noch nicht gewichtig und solle durch einen Mann von hohem Namen gehen; so suchte Si Huangfu Mi auf, der über sie seufzte und die Vorrede schrieb. 於是先相非貳者,莫不斂衽讚述焉 — die sich zuvor widersetzt hatten, rafften ihre Gewänder und lobten sie. Hier gibt Zhang Hua den Rat und kommt zuerst; im Buch der Jin seufzt er nur über das vollendete Werk. Die zwei Berichte stehen nebeneinander, nicht verschmolzen.

Teures Papier: der Satz und die fehlenden Zahlen

洛陽為之紙貴 ist ein Urteil, keine Zahl. Keine der beiden Seiten gibt den Preis des Papiers, um wie viel er stieg, wie viele Blätter eine Abschrift brauchte oder wie viele Häuser abschrieben — und nichts dergleichen wird hier ergänzt. Was die Seiten geben, ist dies: die Rhapsodie wurde vollendet, berühmte Männer schrieben Vorrede und Anmerkungen, Zhang Hua gab sein Urteil, und dann schrieben die Adelshäuser ab. Warum Papier teuer wurde und wie teuer, sagen die Bücher nicht; der Satz ist ein Teilsatz in einem langen Leben.

Es gibt eine Gegenszene im selben Leben. Lu Ji, gerade in der Hauptstadt angekommen, 欲為此賦,聞思作之,撫掌而笑 — hatte selbst eine solche Rhapsodie schreiben wollen und lachte, als er hörte, dass Si daran arbeitete, und schrieb seinem Bruder Lu Yun: 此間有傖父,欲作《三都賦》,須其成,當以覆酒甕耳 — hier ist ein Tölpel, der eine Rhapsodie der drei Hauptstädte schreiben will; wenn sie fertig ist, wird sie einen Weinkrug bedecken. Als er sie las: 機絕歎伏,以為不能加也,遂輟筆焉 — er war völlig verblüfft, glaubte nichts hinzufügen zu können und legte den Pinsel nieder. Der Wandel des Urteils steht auch auf der Seite.

Ein zweites teures Papier, in der Neuen Sammlung

Die Neue Sammlung hat einen zweiten Fall: 庾仲初作《揚都賦》成,以呈庾亮;亮以親族之懷,大為其名價云:「可三二京,四三都。」於此人人競寫,都下紙為之貴 — Yu Chan vollendete seine Rhapsodie über die Hauptstadt Yang und zeigte sie Yu Liang, der, als Verwandter, ihren Wert als dritte neben den zwei Hauptstädten und vierte neben den drei pries, worauf jeder wetteiferte, sie abzuschreiben, und das Papier der Hauptstadt teuer wurde. Dann kommt Xie An: 不得爾。此是屋下架屋耳!事事擬學,而不免儉狹 — nicht so; das ist ein Haus unter einem Haus bauen, alles nachahmen und doch eng bleiben. Zwei teure Papiere nebeneinander, das eine gefördert, das andere niedergerissen.

Was keine der beiden Seiten gibt

Keine der beiden Seiten gibt den Text oder die Länge der Rhapsodie, die Form der Abschriften, Herkunft oder Preis des Papiers oder wer die Abschreiber waren. Auch kein Urteil über ihren literarischen Wert: es gibt nur die Worte einiger genannter Männer — Huangfu Mis Lob, Liu Kuis Vorrede, Zhang Huas „von der Gesellschaft Bans und Zhangs“, Lu Jis Verblüffung, Xie Ans Abweisung der anderen Rhapsodie — und jedes ist als das seine gekennzeichnet.

„Teures Papier in Luoyang“ wurde später zum Sprichwort, indem man es aus diesem Satz herausnahm; das Buch der Jin hat nur 洛陽為之紙貴, und keine der beiden Seiten gebraucht es als Sprichwort. Keine allgemeine Rede über literarischen Wert oder kulturelle Überlieferung wird geboten, und der Vorfall wird nicht in eine Papiergeschichte verwandelt: es ist eine Rhapsodie, einige Männer, ein Satz über Papier und die Zahlen, die die Bücher nicht geben.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. 《晋书》卷九十二·文苑·左思传(唐房玄龄等撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The full life: Zuo Si of Linzi, of a family of scholars, who failed at writing and at the qin, was mocked by his father, and turned to study; 'he made the Rhapsody on the Qi Capital, which took a year'; then, wishing to write on the three capitals, he moved to the capital when his sister entered the palace, questioned the works officer Zhang Zai about Min and Qiong, and 'pondered for ten years, with paper and brush placed at his gate, courtyard, fence and privy, writing down any line as soon as it came'; thinking his knowledge not broad enough, he asked to be made a secretary; when the rhapsody was finished 'his contemporaries did not value it', so he showed it to Huangfu Mi, who praised it and wrote a preface; Zhang Zai annotated the Wei capital, Liu Kui the Wu and Shu with a preface, and Wei Quan added a brief explanation; Zhang Hua sighed that it was 'of the company of Ban Gu and Zhang Heng'; 'thereupon the rich and noble houses competed in copying it, and Luoyang became expensive in paper'. Lu Ji, who had meant to write such a rhapsody himself, laughed at the news and wrote to his brother that the man would end by covering a wine jar with it, and after reading the work 'was utterly astonished and gave up his brush'.
  2. 《世说新语·文学》(南朝宋刘义庆撰,刘孝标注;维基文库本,页面白文夹注,未与中华书局点校本复核) — A shorter account of the same affair: when the Rhapsody on the Three Capitals was first finished 'contemporaries mocked and criticised it in turn, and Si was displeased'; he showed it to 'Master Zhang' — Zhang Hua — who said it could stand as a third to the two Han capitals, but that 'your writing is not yet weighty in the world; you should let it pass through a man of high name'; Zuo Si then sought out Huangfu Mi, who sighed over it and wrote the preface, after which 'those who had opposed it all straightened their robes and praised it'. The same chapter has a second paper-price story: Yu Chan's Rhapsody on the Yang Capital, presented to Yu Liang, who talked up its value as 'a third to the two capitals, a fourth to the three capitals', whereupon 'everyone competed to copy it and the paper of the capital became expensive' — and Xie An's retort that it was only 'building a house under a house'.