Um ein Buch zusammenzustellen, braucht man zuerst Bücher, die sich zusammenstellen lassen. Huangfu Mi (皇甫謐), der unter der Westlichen Jin (西晉) schrieb, sagt es in seinem eigenen Vorwort ohne Umschweife: „die drei Werke laufen auf dasselbe hinaus, ihr Text ist vielfach wiederholt, und ihre Verwirrungen sind nicht von einer Art … so stellte ich die drei zusammen, ließ Gleichartiges einander folgen, strich ihre schmückenden Worte, entfernte ihre Wiederholungen, erörterte ihr Wesentliches, bis es zwölf Rollen wurden“ (三部同歸,文多重複,錯互非一……至為十二卷). Dieser Artikel schreibt drei Dinge: wie er nach eigener Aussage zusammengestellt hat, wie die Gelehrten der Nördlichen Song (北宋) nach ihrer Aussage kollationiert haben, und die Rechnung über die Rollenzahlen, die die Siku-Herausgeber (四庫提要) in der Qing-Zeit hinterlassen haben.
Erstens: drei Bücher und eine Krankheit
Welche drei Bücher gemeint sind, sagt das Vorwort deutlich: „Nach den Sieben Zusammenfassungen (《七略》) und der Abhandlung über Literatur und Wissenschaft (《藝文志》) hatte der Innere Klassiker des Gelben Kaisers (《黃帝內經》) achtzehn Rollen. Heute gibt es den Nadelklassiker (《針經》) in neun Rollen und die Fragen (《素問》) in neun Rollen — zweimal neun, achtzehn —, und das ist der Innere Klassiker; einiges davon ist auch verloren … Es gibt ferner das Mingtang, die wesentlichen Heilungen von Akupunkturpunkten, Nadeln und Moxa (《明堂孔穴針灸治要》), alles Überlieferte vom Gelben Kaiser (黃帝) und von Qibo (岐伯)“ (《針經》九卷,《素問》九卷,二九十八卷,即《內經》也). Dieser eine Satz ist alles, was die zwei Seiten über das Verhältnis der Fragen und des Nadelklassikers zum Inneren Klassiker sagen; dieser Artikel schreibt diesen einen Satz und ergänzt keine Medizingeschichte.
Warum er Hand anlegte, sagt das Vorwort ebenfalls: „In der Ganlu-Zeit (甘露) erkrankte ich am Wind und bekam dazu hundert Tage bittere Taubheit; die wesentlichen Heilmittel waren alle seicht und gewöhnlich“ (甘露中,吾病風加苦聾百日,方治要皆淺近). Daher kam es zu dem Schritt, der oben beschrieben ist. Nach der Fertigstellung setzt er sich selbst eine Grenze: „Die Erörterungen des Grundtextes haben ihren Sinn; obwohl sie nicht zu den nahen Dingen passen, habe ich nicht viel gestrichen. Will man aber wirklich das Wesentliche, so werde ich es bei Muße prüfen und zum Lehrbuch machen“ (其本論其文有理……當撰核以為教經云爾). Das ist seine eigene Darstellung, hier so übernommen; die Regierungsdevise Ganlu wird nicht in ein westliches Datum umgerechnet.
Zweitens: Regeln für die Ausgabe
Der Vorspann enthält außerdem eine Reihe von „Regeln des Vorworts“ (序例) — Regeln des Edierens, nicht der Heilkunde: „Bei allen Fragen heißt es, der Gelbe Kaiser und Lei Gong (雷公) fragten; in den Antworten heißt es, der Gelbe Kaiser antworte, die Schüler des Qibo aber erwiderten. Wo ein früheres Kapitel in Frage und Antwort die Namen schon genannt hat, sagt das nächste Kapitel nur Frage und Antwort und nennt die Namen nicht noch einmal. Wechselt die Person, so werden die Namen wiederholt. Das ist die Regel“ (序例). Und eine Regel für die Fachwörter: „Wo es heißt ‚beherrsche es‘, dürfen Moxa und Nadel beide gebraucht werden; wo es heißt ‚nadele es‘, darf die Moxa nicht; wo es heißt ‚bemoxe es‘, darf die Nadel nicht — auch das ist die Regel.“ Das sind die Handgriffe des Zusammenstellens: einheitliche Anreden, einheitliche Fachwörter.
Drittens: die Kollation der Song
Die Ausgabe, die wir lesen, stammt aus der Song-Zeit, und ihr Vorspann ist Arbeit der Song. Die Denkschrift des Lin Yi (林億) sagt: „Huangfu Mi aus der Jin-Zeit, der die Klassiker und die Reden der hundert Schulen weit überblickte … nahm die drei Bücher des Gelben Kaisers — die Fragen, den Nadelklassiker und das Mingtang — und stellte daraus den Nadel- und Moxaklassiker (《針灸經》) in zwölf Rollen zusammen.“ Sie sagt auch, wie die Kollation vor sich ging: „Der Staat beauftragte Gelehrte, die medizinischen Bücher zu kollationieren, und ließ die Fragen, das Jiuxu (《九墟》), den Lingshu (《靈樞》), die Große Einfachheit (《太素經》), die Tausend Dukaten (《千金方》) samt ihrem Flügel (《翼》) und die Verborgenen Essenzen (《外台秘要》) und andere gute Bücher zum Vergleich heranziehen und eine Reinschrift herstellen, die dem Kaiser zur eigenen Lektüre dienen sollte“ (國家詔儒臣校正醫書……校對). Unterzeichnet ist sie von Gao Baoheng (高保衡), Sun Qi (孫奇) und Lin Yi.
Eine weitere Schicht muss eigens benannt werden: die Zwischenanmerkungen im Text sind nicht von Huangfu Mi. Die Siku-Anmerkung sagt: „Die eingestreuten Anmerkungen zitieren meist Yang Shangdas (楊上達) Große Einfachheit, Sun Simiaos (孫思邈) Tausend Dukaten, Wang Bings (王冰) Kommentar zu den Fragen und Wang Weides (王惟德) Bronzemann-Abbildungen und vergleichen ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Diese Bücher stammen alle aus der Zeit nach Mi; sie wurden von den Song-Gelehrten Gao Baoheng, Sun Qi, Lin Yi und den übrigen bei der Kollation hinzugefügt und stammen nicht von Mi selbst“ (非謐之舊也). Der Band hat also mindestens zwei Hände: eine Zusammenstellung der Westlichen Jin und eine Kollation der Nördlichen Song.
Viertens: die Rechnung über die Rollen
Die Zahl der Rollen ist in den Katalogen verschieden, und die Siku-Anmerkung breitet die Rechnung aus: „Die Abhandlung der Sui (《隋書·經籍志》) nennt es den Jiayi-Klassiker des Gelben Kaisers (《黃帝甲乙經》) in zehn Rollen, mit der Anmerkung: eine Rolle Aussprache; der Liang-Katalog nennt zwölf Rollen und gibt keinen Verfassernamen an.“ Dann: „Der Alte Tang-Katalog (《舊唐書·經籍志》) nennt es den Dreiteiligen Nadelklassiker des Gelben Kaisers (《黃帝三部針經》) in dreizehn Rollen und nennt erstmals Mis Namen — eine Rolle mehr als die Liang-Fassung, vielleicht weil die Rolle Aussprache mitgezählt ist“ (其並音一卷計之歟). Und: „Der Neue Tang-Katalog (《新唐書·藝文志》) führt sowohl den Jiayi-Klassiker des Gelben Kaisers in zwölf Rollen als auch Huangfu Mis Dreiteiligen Nadelklassiker des Gelben Kaisers in dreizehn und folgt damit beiden früheren Katalogen; so ist es noch verworrener“ (則更舛誤矣). Die Anmerkung selbst beginnt mit den Worten: „Der Akupunktur-Jiayi-Klassiker (《針灸甲乙經》) in acht Rollen, von Huangfu Mi aus der Jin-Zeit“. Vier Zahlen — zehn, zwölf, dreizehn, acht — stehen nebeneinander, und dieser Artikel entscheidet nichts davon.
Auch die Zahl der Kapitel kommt in zwei Zahlen, und zwar in derselben Anmerkung: erst heißt es „Das Buch umfasst insgesamt 118 Kapitel“, dann wird aufgezählt, welche Kapitel in obere und untere, welche in obere, mittlere und untere Teile geteilt sind, und am Ende heißt es „in Wirklichkeit 128 Kapitel“ (實一百二十八篇). Beide Zahlen werden übernommen; dieser Artikel addiert und subtrahiert nichts und rechnet auch keinen Durchschnitt je Rolle aus. Von der Einteilung in Rollen gibt die Seite nur die ersten zwei: Rolle eins führt sechzehn Kapitelüberschriften auf, Rolle zwei acht Einträge — der erste in obere und untere Hälfte geteilt, dann die Acht Außerordentlichen Gefäße, das Maß der Gefäße und so weiter; die Rollen drei bis zwölf sind bloße Überschriften ohne aufgeführte Kapitel.
Fünftens: jenseits dieser zwei Seiten
Zu beachten ist: Die offizielle Lebensbeschreibung kennt das Buch nicht. Das Jinshu (《晉書》) sagt in der Lebensbeschreibung Huangfu Mis: „Er war arm und bestellte selbst das Feld, indem er die Bücher mit zur Landarbeit nahm“ (居貧,躬自稼穡,帶經而農); es sagt, dass er „später an Windlähmung erkrankte und die Hand doch nicht von den Rollen ließ“; dass er so in den Büchern aufging, dass die Zeitgenossen ihn „einen Büchersüchtigen“ nannten; dass er sich Meister Xuanyan (玄晏先生) nannte und jede Berufung ablehnte. Die Liste seiner Schriften am Ende der Biographie nennt das Jahrhundert der Kaiser (《帝王世紀》), die Chronologie (《年曆》), Lebensbeschreibungen der Hochgesinnten, der Einsiedler und der Frauen (高士/逸士/列女) und die Annalen von Xuanyan (《玄晏春秋》) — und keinen Jiayi-Klassiker. Die Geschichte der Zusammenstellung stammt also aus dem Vorwort des Buches selbst und aus den Denkschriften der Song, nicht aus der Dynastiegeschichte.
Eine Grenzlinie: Der Artikel über das Bencao gangmu (《本草綱目》) handelt von Li Shizhens dreißig Jahren, der Artikel über die Sieben Zusammenfassungen davon, wie Liu Xiang und sein Sohn Bücher kollationierten; dieser hier ist die Textrechnung darüber, wie Huangfu Mi drei Bücher zusammenfügte und die Song-Gelehrten sie noch einmal kollationierten. Er behauptet auch nicht, dies sei die Grundlegung der Akupunktur, und er schreibt keine allgemeine Lehre von den Meridianen: Die zwei Seiten geben Vorworte, Regeln, ein Inhaltsverzeichnis und Katalogeinträge.
Was die Seiten nicht geben: Hier ist nur der Vorspann, die zwölf Rollen Text wurden nicht gelesen, deshalb werden keine Textstellen und keine Akupunkturpunkte zitiert; eine vollständige Kapitelliste über Rolle eins hinaus, das genaue Jahr der Zusammenstellung und die Lesarten zwischen der Song-Ausgabe und den Tang-Fassungen fehlen alle. Was bleibt, ist ein Satz („die drei zusammengestellt, bis es zwölf Rollen wurden“), ein paar Regeln des Edierens, eine Liste der Song-Kollatoren, vier Rollenzahlen und zwei Kapitelzahlen.
Weiterlesen:Tao Qians Rücktritt: fünf dou Reis, ein Feld mit Hirse und ein Text von ihm · Eis: im Winter geschnitten, im Sommer verteilt, und zum Waschen der Toten gebraucht · Die Kappen der Yin: Xu, Zhangfu und die Namen dreier Dynastien
Quellen und weitere Lektüre
- 《针灸甲乙经》宋校本卷首(维基文库本,未与点校本复核) — The front matter of the Song edition: the Siku editors' note, Lin Yi's memorial, Huangfu Mi's own preface and the editorial rules, and the table of contents. Huangfu Mi: 'according to the Seven Summaries and the Arts and Letters treatise, the Yellow Emperor's Inner Classic was eighteen scrolls. Now there are the Needle Classic in nine scrolls and the Questions in nine scrolls — twice nine, eighteen — which is the Inner Classic… There is also the Mingtang: Acupoints, Needles and Moxa, Essential Cures, all remnants of the Yellow Emperor and Qibo. The three works come to one end, their text much repeated, and their confusions are not of one kind. In the Ganlu period I fell ill with wind and added bitter deafness for a hundred days… so I compiled the three, making like matters follow one another, cutting their floating words, removing their repetitions, discussing their essentials, until it came to twelve scrolls' (乃撰集三部,使事類相從,刪其浮辭,除其重複,論其精要,至為十二卷). The rules: 'in all questions, the Yellow Emperor and Lei Gong are both said to ask; in the answers, the Yellow Emperor is said to answer and Qibo and the rest to reply… where the person differs the names are repeated. This is the rule. Where it says 'preside over it', both moxa and needle may be used; where it says 'needle it', moxa may not; where it says 'moxa it', the needle may not — this too is the rule' (序例). Lin Yi's memorial: 'he took the three books of the Yellow Emperor — the Questions, the Needle Classic and the Mingtang — and compiled the Needle and Moxa Classic in twelve scrolls'; and 'the state ordered its scholars to collate medical books, and to take the Questions, the Jiuxu, the Lingshu, the Great Simplicity, the Thousand Ducats, its Wing, and the Arcane Essentials and other good books to compare' (國家詔儒臣校正醫書……校對), signed by Gao Baoheng, Sun Qi and Lin Yi. The Siku note carries the numbers: 'the Sui treatise calls it the Yellow Emperor's Jiayi Classic in ten scrolls, with one scroll of sounds; the Liang catalogue, twelve scrolls, without an author's name'; the Old Tang catalogue, thirteen scrolls 'and first gives Mi's name'; the New Tang catalogue has both twelve and thirteen; and the note says 'the book is in all one hundred and eighteen chapters', then counts the divisions and says 'in fact one hundred and twenty-eight chapters' (實一百二十八篇). The page's table of contents lists the chapter titles of scrolls one and two only, and the bare headings of scrolls three to twelve.
- 《晋书》卷五十一〈皇甫谧传〉(维基文库本,未与点校本复核) — The biography, which never mentions the acupuncture book. It gives his origins and habits: 'Huangfu Mi, style Shi'an, childhood name Jing, of Chaona in Anding, great-grandson of the Han grand commandant Song'; at twenty still unstudious, then moved by his aunt's tears to study with Xi Tan of the same district; 'his family being poor, he worked the fields himself, carrying books to the farm' (居貧,躬自稼穡,帶經而農); 'quiet and of few desires, he first set his mind on high things, took writing as his task, and called himself Master Xuanyan'; 'later he fell ill with wind paralysis, yet his hand never left the scrolls' (後得風痹疾,猶手不輟卷); 'he was so absorbed in books that he forgot sleep and food, and people of the time called him a book-addict' (時人謂之書淫); he refused all office. The list of his writings names the Century of Emperors, the Chronology, lives of the High-Minded, the Recluses, the Women, and the Annals of Xuanyan — no Jiayi Classic. He died in the third year of Taikang, aged sixty-eight.




