Tao Qians Rücktritt wird auf diesen zwei Seiten zweimal erzählt. Das Kapitel über die Einsiedler im Buch der Jin ist eine Biographie: sie folgt ihm von 親老家貧, arm mit alten Eltern, bis zu dem Tag, an dem er das Siegel zurückgab, und sie zitiert das Guiqulai ganz. Der Wenxuan, die Anthologie der Liang, druckt denselben Text mit einer kurzen Vorrede und mit Li Shans Anmerkungen zwischen den Zeilen. Dieser Artikel hält drei Schichten auseinander: die Erzählung der Biographie, den Text des Stücks und die kurze Vorrede der Anthologie. Die fünf dou Reis und die Hirse sind die Worte der Biographie; das Stück ist von ihm; die Vorrede ist die kurze eigene Vorrede des Autors. Die beiden Texte decken sich fast Wort für Wort; was sich unterscheidet, ist ihr Zweck.
Warum er ging
Das Leben beginnt mit dem Grund: 以親老家貧,起為州祭酒,不堪吏職,少日自解歸。州召主簿,不就,躬耕自資,遂抱羸疾 — arm mit alten Eltern nahm er das Amt eines Staatslibators an, ertrug die Schreibarbeit nicht und trat in wenigen Tagen zurück; als Registrator gerufen, lehnte er ab, bebaute das Land für sich und wurde krank. Später 復為鎮軍、建威參軍 diente er im Stab zweier Generäle und sagte zu Freunden: 聊欲弦歌,以為三徑之資可乎 — ich möchte ein kleines Amt, um den Heimweg zu bezahlen. Die Amtsträger hörten es und machten ihn zum Magistraten von Pengze. Zwei Aufbrüche, zwei Rückkehren: das Libatoramt endete 少日自解歸 in wenigen Tagen, das Registratorenamt lehnte er 不就 ab; erst nach den Stabsposten bat er um einen Kreis. Die drei früheren Versuche sind in wenigen Tagen rückgängig gemacht oder rundweg abgelehnt.
Die Vorrede der Anthologie ist viel kürzer: 序曰:余家貧,又心憚遠役,彭澤縣去家百里,故便求之。及少日,眷然有歸與之情,自免去職。因事順心,命篇曰歸去來 — meine Familie war arm und ich fürchtete den fernen Dienst; Pengze lag hundert li von Hause, so bat ich darum; nach wenigen Tagen spürte ich den Wunsch zurückzukehren und trat von selbst zurück; da die Sache meinem Herzen entsprach, nannte ich das Stück Guiqulai. Armut, Furcht vor der Ferne, hundert li, Wunsch zurückzukehren, Rücktritt, Titel: das ist alles, und es ist die kürzeste Erzählung der ganzen Sache. Keine der beiden Seiten hat eine lange autobiographische Vorrede, und keine wird ergänzt.
Zwei Arten von Korn
Die Biographie gibt eine konkrete Tat im Kreis: 在縣,公田悉令種秫穀,曰:「令吾常醉於酒足矣。」妻子固請種粳。乃使一頃五十畝種秫,五十畝種粳 — im Kreis ließ er die öffentlichen Felder alle mit Klebhirse bepflanzen und sagte, es genüge, wenn er immer vom Wein betrunken sei; seine Frau drängte auf gewöhnlichen Reis, so gingen ein qing und fünfzig mu an die Hirse und fünfzig mu an den Reis. Qing und mu stehen, wie sie stehen, nicht umgerechnet; 秫 und 粳 sind wie auf der Seite gehalten. Es ist die einzige Stelle im Leben, wo eine Menge geteilt wird, und die Teilung liegt zwischen Wein und Nahrung.
Die Vorrede der Anthologie hat keine öffentlichen Felder und keine Hirse; ihr einziger Grund ist 彭澤縣去家百里,故便求之 — hundert li von Hause, darum bat ich darum. Für dasselbe Amt gibt die Biographie die Fläche und die Anthologie die Entfernung: jede Seite gibt ein Ende, und dieser Artikel fügt sie nicht zu einem Bericht zusammen.
Fünf dou Reis
Das Leben fährt fort: 素簡貴,不私事上官。郡遣督郵至縣,吏白應束帶見之,潛歎曰:「吾不能為五斗米折腰,拳拳事鄉里小人邪!」義熙二年,解印去縣,乃賦《歸去來》 — er war schlicht und stolz und diente seinen Vorgesetzten nicht im Privaten; als die Kommandantur einen Inspektor in den Kreis schickte und der Schreiber sagte, er müsse den Gürtel binden, um ihn zu sehen, seufzte er, er könne sich nicht für fünf dou Reis beugen und einem geringen Mann aus seinem Bezirk ergeben dienen; im zweiten Jahr von Yixi gab er das Siegel zurück, verließ den Kreis und schrieb das Guiqulai. Die Worte stehen wie zitiert, 拳拳 eingeschlossen. Drei Dinge kommen zusammen: der Inspektor, der Gürtel und die Weigerung.
Was die fünf dou waren, erklärt keine Seite: nicht ob Tages-, Monats- oder Jahreslohn, nicht was es wert war oder in welchem Korn. Keine Schätzung, kein moderner Wert, kein Jahresgehalt wird berechnet; 束帶, den Gürtel binden, wird auch nicht erklärt. „Sich nicht für fünf dou Reis beugen“ wurde später zum Sprichwort; keine der beiden Seiten gebraucht es als solches.
Das Stück selbst
Beide Seiten tragen den ganzen Text, mit kleinen Unterschieden. Es beginnt: 歸去來兮,田園將蕪胡不歸?既自以心為形役,奚惆悵而獨悲?悟已往之不諫,知來者之可追。實迷途其未遠,覺今是而昨非 — die Anthologie hat 寔迷途 für 實迷途. Sonst hat das Leben 僮僕來迎,稚子侯門, wo die Anthologie 僮僕歡迎,稚子候門 hat; 恨晨光之希微 gegen 熹微; 園日涉而成趣 gegen 園日涉以成趣; 農人告余以春暮 gegen 春兮. Beide enden bis auf ein Zeichen gleich: das Leben hat 聊乘化而歸盡, die Anthologie 聊乘化以歸盡; die nächste Zeile, 樂夫天命復奚疑, ist dieselbe. Sechs Varianten in einem kurzen Text, keine ändert den Sinn.
Die Anthologie ist eine Anthologie: Li Shans Anmerkungen stehen unter den Versen und zitieren die Lieder, das Huainanzi, die Gespräche und Zhuangzi für die Anspielungen. Diese Anmerkungen sind Worte eines Kommentators, eine für eine, und werden nicht in die Erzählung dieses Artikels eingeschmolzen; die Biographie zitiert das Stück ohne Anmerkungen. Keine Seite sagt, an welchem Tag oder Monat es geschrieben wurde.
Nach dem Rücktritt
Das Leben folgt ihm nach Hause: als Hofschreiber gerufen, lehnte er ab; 既絕州郡覲謁 hörte er auf, den Provinzbehörden Besuche zu machen. Als Wang Hong 以元熙中 in die Provinz kam, wollte er ihn sehen, und Tao Qian 稱疾不見, er bat um Krankheit, und sagte den Leuten 我性不狎世,因疾守閑 — meine Natur verträgt sich nicht mit der Welt, und ich wahre meine Muße wegen der Krankheit. Wang Hong ließ Wein an der Straße bereitstellen, wo er vorbeikommen musste, und 潛既遇酒,便引酌野亭, als er auf Wein traf, trank er in einem Pavillon am Weg; da er keine Schuhe hatte, ließ Wang Hong ein Paar machen, und als die Diener seine Größe erfragten 潛便於坐申腳令度焉, streckte er den Fuß vom Sitz aus, um ihn messen zu lassen. Der Mann, der für einen Inspektor den Gürtel verweigert hatte, ließ sich von einem Freund Schuhe machen.
Zwei weitere Sätze, die das Leben festhält: 性不解音,而畜素琴一張,弦徽不具 — er verstand nichts von Musik und hielt doch eine schlichte Laute ohne Saiten und Bünde, und bei Trinkrunden 撫而和之,曰:「但識琴中趣,何勞弦上聲!」 Er starb 以宋元嘉中,時年六十三, in der Yuanjia-Zeit, mit dreiundsechzig Jahren. Das Leben zitiert auch seinen eigenen 五柳先生傳: 環堵蕭然,不蔽風日,短褐穿結,簞瓢屢空,晏如也 — vier nackte Wände, die weder Wind noch Sonne abhielten, eine kurze geflickte und geknotete Jacke, Körbe und Kürbisse oft leer, und er war gelassen — und fügt hinzu 其自序如此,時人謂之實錄, so beschrieb er sich, und die Zeitgenossen nannten es eine treue Aufzeichnung. Eine Laute ohne Saiten schließt das Bild.
Was keine Seite gibt: was die fünf dou waren, Lohn und Dauer des Amtes in Pengze, die Geschäfte des Kreises, wie die öffentlichen Felder eingezogen wurden, wie viel Hirse und Reis hereinkamen oder an welchem Tag das Stück geschrieben wurde. Die Jahre bleiben wie geschrieben — das zweite Jahr von Yixi, die Yuanjia-Zeit — und werden nicht umgerechnet. Von „Einsiedelei“ oder Literaturgeschichte ist nicht die Rede, und die Sache wird nicht zur Geschichte eines Sprichworts gemacht: die zwei Seiten geben eine Biographie, ein Stück und eine Vorrede, drei Dinge.
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Quellen und weitere Lektüre
- 《晋书》卷九十四·隐逸·陶潜传(唐房玄龄等撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The biography: Tao Qian, poor with aged parents, takes office as a state libationer, finds he cannot bear the clerical work and resigns within days; declines the post of registrar; farms for himself and falls ill; serves as staff officer to two generals, and asks his friends 聊欲弦歌,以為三徑之資可乎 — that he would like a small office to pay for his path home — whereupon he is made magistrate of Pengze. In the county 公田悉令種秫穀,曰:「令吾常醉於酒足矣。」妻子固請種粳。乃使一頃五十畝種秫,五十畝種粳 — the public fields were all to be planted with glutinous millet for wine, until his wife asked for ordinary rice, so one qing fifty mu went to millet and fifty mu to rice. When the commandery sent an inspector and the clerk said he must tie his sash to receive him, he sighed 吾不能為五斗米折腰,拳拳事鄉里小人邪, and in the second year of Yixi he returned the seal, left the county and wrote the Guiqulai. The biography quotes the whole piece, then follows him after retirement — declining the post of court writer, the visits of Wang Hong, the shoes made to his outstretched foot, the unstrung lute — and ends with his death in the Yuanjia period at sixty-three.
- 《昭明文选》卷四十五·辞·归去来(并序)(南朝梁萧统编,李善注;维基文库本,页面正文与注混排,未与中华书局点校本复核) — The anthology's text of the same piece, with a short preface: 序曰:余家貧,又心憚遠役,彭澤縣去家百里,故便求之。及少日,眷然有歸與之情,自免去職。因事順心,命篇曰歸去來 — poverty, fear of distant service, Pengze a hundred li from home, the wish to return soon after arriving, the resignation, the naming of the piece. The poem follows with Li Shan's notes between the lines, citing the Mao Songs, Huainanzi, the Analects and Zhuangzi; the anthology's wording differs from the Jinshu in places — 寔迷途 for 實迷途, 僮僕歡迎,稚子候門 for 僮僕來迎,稚子侯門, 熹微 for 希微, 園日涉以成趣 for 園日涉而成趣, 農人告余以春兮 for 春暮.




