Zwei Bücher ordnen Frauen unter zwei Überschriften ein. Das Shishuo Xinyu hat eine Kategorie namens 賢媛, zweiunddreißig Einträge, je ein oder zwei Sätze. Das Jin-Buch hat ein Kapitel namens 列女傳, dreiunddreißig Biografien, eine pro Frau. Beide Namen sind die der Herausgeber: Auf keiner der beiden Seiten nennt sich eine Frau selbst so. Beide Bücher sind spät entstanden – das Shishuo wurde unter den Liu-Song zusammengestellt, die Jin-Geschichte unter den Tang –, und dieser Artikel handelt von zwei Arten, Frauen einzuordnen, nicht vom Leben der Frauen im Allgemeinen. Das eine Buch ist eine Sammlung von Gesprächen, nach Arten geordnet; das andere eine Dynastiegeschichte, nach Personen geordnet. Alles Weitere folgt daraus.

Zwei Namen, beide von den Herausgebern

Das Shishuo hat kein Vorwort und keine Regel. Seine Seite beginnt mit der Überschrift 賢媛, ‚würdige Frauen‘, und das Inhaltsverzeichnis stellt sie zwischen 棲逸, ‚Rückzug ins Private‘, und 術解, ‚Auslegung von Techniken‘: eine Schublade in einem Schrank von Arten. Es sind zweiunddreißig Einträge. Der erste ist die Mutter des Chen Ying am Ende von Qin; die letzten Einträge gelten der Mutter des Han Kangbo unter der Östlichen Jin. Eine Akte, die vom Untergang von Qin bis zur Östlichen Jin reicht, ist keine Epoche – sie ist eine Kategorie. Das Fehlen eines Vorworts ist selbst eine Information: Die Kategorie ist ein Regalschild, kein Argument.

Die Jin-Geschichte hat ein Vorwort, und das Vorwort nennt seine Regel. Das Kapitel ist 卷九十六, 列傳第六十六, 列女傳. Es umfasst 上從泰始,下迄恭安 und sammelt 一操可稱,一藝可紀,咸皆撰錄,為之傳云 – eine aufrechte Tat, die es zu nennen lohnt, eine Fertigkeit, die es aufzuzeichnen lohnt, und es folgt eine Biografie. Es schließt zwei Gruppen aus: 或位極后妃,或事因夫子,各隨本傳,今所不錄, Kaiserinnen und Nebenfrauen haben ihre eigenen Kapitel; und 在諸偽國…亦同搜次,附於篇末, Frauen der konkurrierenden Staaten werden am Ende des Kapitels angehängt. Es beansprucht auch eine Tradition, 子政緝之於前,元凱編之於後, Liu Xiang davor und Huangfu Mi danach, und einen Zweck, 具宣閨範,有裨陰訓. Die Regel ist in eine Richtung großzügig und in die andere eng: eine Tat oder eine Fertigkeit genügt für den Eintritt, aber Geburt ganz oben hält eine Frau aus diesem Kapitel ganz heraus.

Ein Eintrag und eine Biografie

Die Einheit des Shishuo ist eine einzige Szene. 許允婦,是阮衛尉女,德如妹,奇醜 – Xu Yuns Frau war die Tochter des Kommandeurs der Garde und die Schwester des Deru, und berühmt für ihre Hässlichkeit; dann gibt der Eintrag einen Wortwechsel: 婦曰: „新婦所乏唯容爾。然士有百行,君有幾?“ … „夫百行以德為首,君好色不好德,何謂皆備?“ Kein Datum, kein Nachspiel; der Eintrag endet, wo der Satz endet. Ihre Familie, die der Text in einer halben Zeile gibt, wird in Liu Xiaobiaos Kommentar ausgeschrieben, der die Wei lue und die Ortsbeschreibung von Chenliu zitiert – die Anmerkung leistet die Arbeit, die der Text nicht leistet. Die Anmerkung ist der Ort, an dem das Shishuo den Schriftverkehr von Rang und Abstammung aufbewahrt; der Haupttext bewahrt die Szene.

Die Einheit der Jin-Geschichte ist ein Leben. Sie beginnt mit Beziehung, Name, Ort und Abstammung: 王渾妻鍾氏,字琰,潁川人,魏太傅繇曾孫也。父徽,黃門郎. Dann die Taten, der Reihe nach; dann ein Urteil: 琰明鑒遠識,皆此類也, ihr klarer Blick und ihre weitreichende Einsicht waren alle von dieser Art. Dieselben drei Frauen, die im Shishuo vorkommen, stehen hier ausführlich, und das Interessante liegt darin, was jede Form mit ihnen tut. Zuerst die Beziehung, dann die Abstammung, dann die Taten, dann das Urteil: Die Reihenfolge ist in jeder Biografie des Kapitels dieselbe.

Das Shishuo kann auch eine einzige Zeile ohne Szene sein: 趙母嫁女,女臨去,敕之曰: „慎勿為好!“ 女曰: „不為好,可為惡邪?“ 母曰: „好尚不可為,其況惡乎?“ Eine Anweisung der Mutter am Hochzeitstag, eine Frage der Tochter, eine Antwort der Mutter, und der Eintrag schließt. Viele der zweiunddreißig sind nicht länger als das. Ein solcher Eintrag hat kein Davor und kein Danach; er ist ein einzelner Wortwechsel, aufbewahrt, weil man ihn für aufbewahrenswert hielt.

Drei Frauen in zwei Büchern

Zhong Yan, die Frau des Wang Hun, steht in zwei Einträgen des Shishuo und in einer Biografie der Jin-Geschichte. Das Shishuo hat die Wahl eines Ehemanns für ihre Tochter – 有兵家子,有雋才…母曰: „此才足以拔萃,然地寒,不有長年,不得申其才用。觀其形骨,必不壽,不可與婚。“ – und getrennt davon die Beziehungen zur Schwägerin, 鍾、郝為娣姒,雅相親重。鍾不以貴陵郝,郝亦不以賤下鍾. Die Biografie führt beides in ein Leben zusammen und ergänzt, was den Einträgen fehlt: 琰數歲能屬文,及長,聰慧弘雅,博覽記籍。美容止,善嘯詠, und einen Scherz, der nur hier steht, 若使新婦得配參軍,生子故不翅如此. Dasselbe Urteil über den Bewerber ist anders formuliert – 觀其形骨,必不壽 im Shishuo, 地寒壽促 in der Jin-Geschichte –, und über ihre Abstammung weichen die Seiten um eine Generation voneinander ab: Die Anmerkung des Shishuo, die die Wang-Genealogie zitiert, nennt sie 太傅繇之孫, die Jin-Geschichte nennt sie 曾孫, und der andere Eintrag des Shishuo sagt ebenfalls 曾孫. Der Artikel lässt sie nebeneinander stehen. Die beiden Seiten weichen nicht nur in Worten voneinander ab, sondern auch darin, wozu die Familie einer Frau da ist: eine Zeile in einer Genealogie oder ein Rahmen für eine Geschichte.

Tao Kans Mutter Zhan steht in zwei Einträgen des Shishuo und in einer Biografie der Jin-Geschichte, und die Bücher setzen ihre beiden berühmten Taten in die umgekehrte Reihenfolge: Das Shishuo hat das Haar zuerst und den eingelegten Fisch danach, die Jin-Geschichte den eingelegten Fisch zuerst und das Haar danach. Hier wird die Reihenfolge des Shishuo befolgt. Der Haar-Eintrag des Shishuo ist auch viel ausführlicher: 湛頭髮委地,下為二髲,賣得數斛米,斫諸屋柱,悉割半為薪,剉諸薦以為馬草 – Haar bis zum Boden, zu zwei Zöpfen gemacht, für mehrere hu Reis verkauft (hu, ein Getreidemaß); die Pfeiler in zwei Hälften gesägt, um Brennholz daraus zu machen; die Matten zerschnitten als Pferdefutter. Die Jin-Geschichte behält nur 徹所臥親薦,自銼給其馬,又密截發賣與鄰人 und liefert, was das Shishuo nie sagt: 陶侃母湛氏,豫章新淦人也。初,侃父丹娉為妾…湛氏每紡績資給之. Sie schließt auch anders: Wo das Shishuo Fan Kui 嘆其才辯 hat und 當相為美談 verspricht, gibt die Jin-Geschichte ein Urteil, 非此母不生此子. Keine der beiden Seiten erklärt die Reihenfolge, und keine verbindet die beiden Taten miteinander.

Xie Daoyun ist der klarste Fall dafür, dass die Kategorie entscheidet, was man liest. Die Zeile, die alle kennen, 未若柳絮因風起, steht überhaupt nicht in 賢媛; sie steht im Kapitel 言語 des Shishuo. Was 賢媛 enthält, sind drei Einträge – die Klage über ihren Mann, 不意天壤之中,乃有王郎; die Spitze gegen ihren Bruder, 為是塵務經心,天分有限; und das Urteil der Nonne. Die Jin-Geschichte nimmt die Weidenkätzchen, die Klage, die Spitze und ergänzt, was das Shishuo nie hatte: die Debatte hinter einem grünen Seidenschirm, 乃施青綾步鄣自蔽,申獻之前議,客不能屈; den Aufstand des Sun En, 手殺數人,乃被虜, und die Bitte für ihren Enkel, 事在王門,何關他族; die Witwenschaft und das Gespräch mit dem Gouverneur Liu Liu; und die Schlusszeile, 道韞所著詩賦誄頌並傳於世. Ein Schriftzeichen unterscheidet sich in den Kindheitsnamen der Brüder, 遏 im Shishuo und 羯 in der Jin-Geschichte, und die Anmerkungen widersprechen sich darin, welcher Name zu wem gehört; die beiden bleiben, wie sie stehen. Die Kategorie, nicht die Frau, entscheidet, ob die Weidenkätzchen zusammen mit der Klage abgelegt werden.

Einmal stimmen die beiden Bücher fast Wort für Wort überein. Die Nonne Ji, gebeten, die beiden Frauen zu vergleichen, sagt 王夫人神情散朗,故有林下風氣。顧家婦清心玉映,自是閨房之秀, und beide Seiten führen es. Das ist die Ausnahme; die Regel ist, dass die eine Form einen Satz gibt und die andere ein Leben.

Das Urteil am Ende

Die Jin-Geschichte hat auch eine 史論, die Würdigung am Kapitelende, und sie nennt die Frauen, die sie meint: 至若惠風之數喬屬,道韞之對孫恩,荀女釋急於重圍,張妻報怨于強寇, und urteilt dann über sie, 斯皆冥踐義途,匪因教至, sie gingen den Weg des Rechten, ohne gelehrt worden zu sein. Der abschließende 贊, das Schlusswort des Kapitels, arbeitet mit dem Vokabular des Ritus: 從容陰禮,婉娩柔則。載循六行,爰昭四德…彤管貽訓 – 六行, die sechs Verhaltensweisen, 四德, die vier Tugenden, 彤管, der rote Pinsel. Das Shishuo hat nichts Entsprechendes: Ein Eintrag endet mit seinem letzten Satz, und niemand sagt, was er wert war.

Was dieser Artikel auslässt

Er stellt die beiden Bücher nicht als Zeugen gegeneinander: Sie sind späte Zusammenstellungen in verschiedenen Formen, und wo sie abweichen, sagt der Artikel, welche was sagt, und entscheidet nicht. Er näht sie nicht zu einem vollständigen Leben zusammen und geht nicht über die drei Frauen hinaus, die beide Bücher behandeln – die meisten der zweiunddreißig haben in der Jin-Geschichte überhaupt keine Biografie. Er bietet keine allgemeine Darstellung der Frauen in der Wei-Jin-Zeit: Heiratsalter, Eigentum, Recht und Hauswirtschaft stehen auf keiner der beiden Seiten. Wo die Information des Shishuo in Liu Xiaobiaos Anmerkung steht, ist die Anmerkung als Anmerkung gekennzeichnet. Die Artikel über Frauen der Han, Tang und Ming und der über die Einsiedler behandeln andere Fragen; dieser handelt von zwei Kategorien und zwei Schreibweisen. Die Zahlen bleiben: zweiunddreißig, dreiunddreißig, 泰始 und 恭安. Was die beiden Seiten bieten, ist eine Reihe von Überschriften und zwei hauseigene Schreibweisen, und dieser Artikel bleibt bei ihnen.

Weiterlesen:Lang und immer wachsend: zwei Shang-Hymnen von Herkunft und Opfergaben · Das Fallbuch: Cang Gongs Register der Patienten · Beim ersten Hahnenschrei: Ein Tag im Haus eines Vornehmen nach den Riten

Quellen und weitere Lektüre

  1. 《世說新語》·賢媛(南朝宋劉義慶編,梁劉孝標注;維基文庫本,白文+劉孝標注,頁頭未標 textquality,未與中華書局點校本複核) — A category of thirty-two entries, headed 賢媛 between 棲逸 and 術解. The entries are short scenes with no dates: 陳嬰's mother at the end of Qin, 趙母嫁女 with 慎勿為好, 許允婦 with 新婦所乏唯容爾…士有百行, 陶侃母 with 下為二髲 and 封鮓, 王凝之謝夫人 with 不意天壤之中,乃有王郎, and the nun's verdict 王夫人神情散朗…顧家婦清心玉映. Family backgrounds are largely in Liu Xiaobiao's notes (王氏譜, 魏略, 陳留志名, 婦人集). 詠絮 is not in this category.
  2. 《晉書》卷九十六·列女傳(唐房玄齡等撰;維基文庫本,白文,頁頭標 textquality 50%,未與中華書局點校本複核) — The chapter 卷九十六 列傳第六十六 列女傳, thirty-three biographies with a preface and an appraisal. The preface: 上從泰始,下迄恭安,一操可稱,一藝可紀,咸皆撰錄,為之傳云; 或位極后妃…今所不錄; 在諸偽國…附於篇末; 子政緝之於前,元凱編之於後. The biographies of 王渾妻鍾琰 (琰數歲能屬文…明鑒遠識,皆此類也), 陶侃母湛氏 (封鮓 before 截發, 豫章新淦人也, 非此母不生此子) and 王凝之妻謝道韞 (詠絮, 解圍, 孫恩之難, 濟尼評, 所著詩賦誄頌並傳於世). The 史論 names 道韞之對孫恩 and says 斯皆冥踐義途,匪因教至.