Ruan Jis Bitte um ein Amt wird auf beiden Seiten erzählt, und die Mengen stimmen nicht überein. Die Lebensbeschreibung im Buch der Jin sagt: als er hörte, die Köche des Infanterieamts bräuten gut und hätten dreihundert hu Wein im Vorrat, bat er um das Amt eines Obersten der Infanterie. Die Neue Sammlung hat einen Satz: das Oberstenamt sei frei geworden, die Küche enthalte mehrere hundert hu Wein, und Ruan Ji habe darum gebeten. Die Anmerkung Liu Xiaobiaos zitiert dann das Wen Shi Zhuan, das dreihundert shi sagt. Eine Vakanz, ein Vorrat Wein, drei Schreibweisen; sie stehen nebeneinander, und keine Zahl wird gewählt.
Die Vakanz
Die Lebensbeschreibung ist am vollständigsten: 籍聞步兵廚營人善釀,有貯酒三百斛,乃求為步兵校尉。遺落世事,雖去佐職,恆遊府內,朝宴必與焉 — als er hörte, die Küche braue gut und habe dreihundert hu, bat er um das Amt; als er es hatte, 遺落世事, ließ er die Geschäfte der Welt fallen, und obwohl er seinen früheren Stabsposten verlassen hatte, war er immer im Amt und fehlte bei keinem Hoffest. Der Grund der Bitte und das Verhalten danach stehen in einer Schicht, und das ist alles.
Die Fassung der Neuen Sammlung: 步兵校尉缺,廚中有貯酒數百斛,阮籍乃求為步兵校尉 — mehrere hundert hu, nicht dreihundert. Die Anmerkung zitiert das Wen Shi Zhuan: 後聞步兵廚中有酒三百石,忻然求為校尉。於是入府舍,與劉伶酣飲 — dreihundert shi Wein, und er bat freudig darum, ging dann ins Amtshaus und trank tüchtig mit Liu Ling. Hu und shi sind zwei verschiedene Maße; beide stehen, wie sie stehen, keines ins andere umgerechnet und keines in eine moderne Menge verwandelt.
Trinken als Methode
Die Lebensbeschreibung gibt zuerst den Grund: 籍本有濟世志,屬魏、晉之際,天下多故,名士少有全者,籍由是不與世事,遂酣飲為常 — er hatte in der Welt etwas wirken wollen, aber in den unruhigen Jahren zwischen Wei und Jin überlebten wenige berühmte Männer unversehrt, so hielt er sich von den Geschäften fern und trank aus Gewohnheit. Dann zwei Fälle: Kaiser Wen wollte seinen Sohn mit Ruan Jis Tochter verheiraten, und 籍醉六十日,不得言而止, Ji war sechzig Tage betrunken und die Sache konnte nicht vorgebracht werden; Zhong Hui befragte ihn immer wieder über die Zeit, um ihn zu fassen, und 皆以酣醉獲免, jedes Mal entkam er durch den Rausch. Trinken ist in dieser Lebensbeschreibung eine Methode, keine Neigung, und dieses Urteil ist das der Biographie selbst.
Die Neue Sammlung hat ein Urteil anderer Art: 王孝伯問王大:「阮籍何如司馬相如?」王大曰:「阮籍胸中壘塊,故須酒澆之」 — Wang Xiaobo fragte Wang Da, wie Ruan Ji neben Sima Xiangru stehe, und Wang Da sagte, Ruan Ji habe einen Klumpen in der Brust und müsse deshalb Wein darauf gießen. Das ist Wang Chens Satz, nicht der eines Historikers; er wird mit dem Sprecher zitiert.
Wein und Fleisch bei einer Trauer
Die Neue Sammlung hat eine Szene, die der Lebensbeschreibung fehlt: 阮籍遭母喪,在晉文王坐,進酒肉。司隸何曾亦在坐,曰:「明公方以孝治天下,而阮籍以重喪,顯於公坐,飲酒食肉,宜流之海外,以正風教。」文王曰:「嗣宗毀頓如此,君不能共憂之,何謂?且有疾而飲酒食肉,固喪禮也!」籍飲啖不輟,神色自若 — in Trauer um seine Mutter aß und trank Ruan Ji an Sima Zhaos Tafel; He Zeng, der Hauptstadtkommandant, sagte, der Herzog regiere durch kindliche Pietät, und Ruan Ji trinke und esse Fleisch in schwerer Trauer öffentlich und solle übers Meer verbannt werden, um die Sitten zu wahren; Sima Zhao antwortete, Ruan Ji sei vor Kummer verfallen, und für einen Kranken sei Trinken und Fleischessen gerade die Trauerregel; Ruan Ji aß und trank weiter, das Gesicht unverändert. Drei Männer sprechen; kein Urteil wird hinzugefügt.
Die Lebensbeschreibung erzählt den Tod der Mutter genauer: er spielte Schach, als sie starb, und 對者求止,籍留與決賭, der andere bat aufzuhören und er hielt ihn zum Zuendespielen; dann 飲酒二斗,舉聲一號,吐血數升 — zwei dou Wein, ein langer Schrei, mehrere sheng Blut; vor dem Begräbnis 食一蒸肫,飲二斗酒,然後臨訣,直言窮矣,舉聲一號,因又吐血數升,毀瘠骨立,殆致滅性 — er aß ein gedämpftes Ferkel, trank zwei dou Wein, nahm Abschied mit dem einen Wort, es sei zu Ende, schrie einmal, spuckte wieder mehrere sheng Blut und magerte so ab, daß die Knochen hervortraten, fast bis zur Vernichtung seines Lebens. Zwei dou, mehrere sheng, ein gedämpftes Gericht: wie gegeben, nicht umgerechnet.
Die Neue Sammlung: 阮籍當葬母,蒸一肥豚,飲酒二斗,然後臨訣,直言「窮矣」,都得一號,因吐血,廢頓良久 — beim Begräbnis seiner Mutter ließ er ein fettes Ferkel dämpfen, trank zwei dou Wein, sagte nur, es sei zu Ende, schrie einmal, spuckte Blut und lag lange danieder. Die Anmerkung zitiert Deng Cans Jin Ji mit 飲酒三斗 und 嘔血數升 — drei dou, nicht zwei, und 嘔 für 吐. Die Zeichen unterscheiden sich also (豚 und 肫), die Zahlen (zwei dou und drei), die Verben; alle drei stehen, keines verschmolzen.
Das Weiße der Augen und der „Ritus“
Die Kondolenzszene der Lebensbeschreibung: 裴楷往弔之,籍散髮箕踞,醉而直視,楷弔唁畢便去 — Pei Kai kam zu kondolieren; Ruan Ji saß mit offenem Haar und gespreizten Beinen, betrunken und starr blickend, und Pei Kai beendete seine Kondolenz und ging. Gefragt, warum er weine, da der Hausherr nicht weine, sagte Pei Kai 阮籍既方外之士,故不崇禮典。我俗中之士,故以軌儀自居 — Ruan Ji ist ein Mann außerhalb des Vierecks und ehrt die Satzungen nicht; ich bin ein Mann der Welt und halte mich an die Regeln; 時人歎為兩得, die Zeitgenossen fanden, beide hätten recht. Beide Reden werden zitiert. Dieselbe Stelle hat die Augen: 籍又能為青白眼,見禮俗之士,以白眼對之。及嵇喜來弔,籍作白眼,喜不懌而退。喜弟康聞之,乃齎酒挾琴造焉,籍大悅,乃見青眼 — er konnte das Weiße oder das Schwarze seiner Augen zeigen und empfing Männer des Ritus mit dem Weißen; als Ji Xi zum Kondolieren kam, zeigte er Weiß und Ji Xi zog sich verstimmt zurück; sein jüngerer Bruder Ji Kang, davon hörend, kam mit Wein und Laute, und Ruan Ji zeigte freudig Schwarz. 由是禮法之士疾之若仇,而帝每保護之 — die Männer des Ritus haßten ihn wie einen Feind, und der Kaiser schützte ihn; der letzte Satz ist die Erzählung des Biographen.
Der Satz über den Ritus unterscheidet sich zwischen den Seiten. Die Lebensbeschreibung: 籍嫂嘗歸寧,籍相見與別。或譏之,籍曰:「禮豈為我設邪!」 Die Neue Sammlung: 阮籍嫂嘗還家,籍見與別。或譏之。籍曰:「禮豈為我輩設也?」 — für mich oder für meinesgleichen: ein Zeichen Unterschied, beide stehen. Von der Frau im Weinhaus sagt die Lebensbeschreibung 籍嘗詣飲,醉,便臥其側。籍既不自嫌,其夫察之,亦不疑也; die Neue Sammlung sagt 阮與王安豐常從婦飲酒,阮醉,便眠其婦側。夫始殊疑之,伺察,終無他意 — Wang Anfeng kommt hinzu, und der Verdacht des Mannes wird genauer beschrieben.
Das Gewicht der zwei Seiten
Die Seiten sind verschiedene Dinge. Das Buch der Jin ist eine Biographie aus dem frühen Tang, die ein Leben in eine Linie bringt und Urteile wie 由是不與世事 hinzufügt, und so hielt er sich von den Geschäften der Welt fern. Die Neue Sammlung ist eine Sammlung von Anekdoten aus der Zeit der Liu Song, eine pro Zeile, voller Rede, und ihr Kommentar zitiert das Wen Shi Zhuan, Deng Cans Jin Ji und das Wei Shi Chunqiu für abweichende Fassungen. Dieser Artikel hält drei Schichten auseinander: die Erzählung der Biographie, die Anekdote und die zitierte Anmerkung. Für dasselbe Ereignis gibt die Biographie die Zusammenfassung, die Anekdote die Szene, die Anmerkung die Variante.
Keine Seite gibt die Einrichtung der Infanterieküche oder die Herkunft des Weins, die Umrechnung zwischen hu und shi, die Stärke des Weins, den Sold des Obersten oder Monat und Tag seines Todes (die Lebensbeschreibung gibt nur 景元四年冬卒,時年五十四, Winter des vierten Jahres Jingyuan, mit vierundfünfzig Jahren). Keine allgemeine Theorie des Wei-Jin-Wesens wird hier geboten, und Ruan Ji wird nicht zum Gleichnis des Trinkers, der sein Amt ruiniert, oder des gespielten Wahnsinns als Zuflucht gemacht: was die Seiten geben, ist eine Folge von Ereignissen mit Jahren, Reden und Varianten.
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Quellen und weitere Lektüre
- 《晋书》卷四十九·阮籍传(唐房玄龄等撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The biography: Ruan Ji of Chenliu, who shut himself up with books for months, roamed the hills for days, loved the Zhuangzi and Laozi, drank and whistled and played the qin; he declined the summons of Jiang Ji, served briefly and left, resigned from Cao Shuang's staff and was proved far-sighted when Shuang was killed. Then 籍本有濟世志,屬魏、晉之際,天下多故,名士少有全者,籍由是不與世事,遂酣飲為常 — he had meant to do something in the world, but in those years few famous men survived, so he kept out of affairs and drank; when Emperor Wen tried to marry his son to Ruan Ji's daughter, Ji was drunk for sixty days and the matter could not be raised; Zhong Hui questioned him on current affairs to trap him, and he escaped each time through drink. 籍聞步兵廚營人善釀,有貯酒三百斛,乃求為步兵校尉 — hearing the cooks of the infantry office brewed well and had three hundred hu of wine in store, he asked for the post of colonel of infantry. The life then gives the nine tin-proclamation written at a drunken desk, the death of his mother with two dou of wine and blood spat, Pei Kai's visit, the blue and white eyes, his sister-in-law and the wine-shop woman, the lonely drives and the cry at Guangwu, and his death in the winter of Jingyuan 4 at fifty-four.
- 《世说新语·任诞》(南朝宋刘义庆撰,刘孝标注;维基文库本,页面白文夹注,未与中华书局点校本复核) — Anecdotes with Liu Xiaobiao's notes: 步兵校尉缺,廚中有貯酒數百斛,阮籍乃求為步兵校尉 — when the post of colonel of infantry fell vacant and the kitchen held several hundred hu of wine, Ruan Ji asked for it; the note quotes the Wen Shi Zhuan: 後聞步兵廚中有酒三百石,忻然求為校尉 — three hundred shi of wine, and he asked gladly. The same chapter has the scene in which, mourning his mother, he eats and drinks at Sima Zhao's table while He Zeng demands he be exiled; 阮籍當葬母,蒸一肥豚,飲酒二斗,然後臨訣,直言「窮矣」,with the note's Deng Can version giving three dou of wine; his sister-in-law's farewell and 禮豈為我輩設也; the wine-shop woman and 阮與王安豐常從婦飲酒; Pei Kai's visit; and 阮籍胸中壘塊,故須酒澆之.




