Sechsundzwanzig Schalen für den Sohn des Himmels, zwölf für einen Fürsten, acht für einen oberen Minister, sechs für einen unteren. Zwölf Quasten an seiner Kappe, neun für einen Fürsten, sieben, fünf, drei für einen Offizier. Seine Halle neun chi hoch, sieben für einen Fürsten, fünf für einen Minister, drei für einen Offizier. Diese Zahlen sind das einzig Konkrete in beiden Büchern: das Kapitel des Liji über die Gefäße handelt vom Verhältnis, die Abhandlung des Shiji über die Riten von den Gründen, und keines inszeniert eine Zeremonie. Darum bleibt dieser Artikel bei den Zahlen: wie viele von einem Gefäß, wie viele Lagen Matte, wie viele Quasten, wie viele chi.

Eins: acht Arten, kostbar zu sein

Das Liji stellt zuerst fünf Ränge auf: 禮,時爲大,順次之,體次之,宜次之,稱次之 — der Zeitpunkt ist das Größte, dann die Folge, dann die Verkörperung, dann die Angemessenheit, dann das Verhältnis; das Verhältnis steht zuletzt. Was das Verhältnis ist, definiert es: 羔豚而祭,百官皆足,大牢而祭,不必有餘,此之謂稱也 — ein Lamm oder Ferkel geopfert, und jeder Beamte hat genug; das große Opfer dargebracht, und es braucht keinen Überschuss: das ist das Verhältnis. Es zieht auch die Grenze: 家不寶龜,不藏圭,不臺門,言有稱也 — ein Ministerhaus darf keine Schildkröte hüten, keine Jadetafel bewahren und kein Torbauwerk errichten.

Die erste Art ist die Fülle, und die Zahlen kommen schnell. Tempel: 天子七廟,諸侯五,大夫三,士一 — sieben für den Sohn des Himmels, fünf für einen Fürsten, drei für einen Minister, einen für einen Offizier. Schalen: 天子之豆二十有六,諸公十有六,諸侯十有二,上大夫八,下大夫六 — sechsundzwanzig, sechzehn, zwölf, acht, sechs. Begleiter und Opfertiere: 諸侯七介七牢,大夫五介五牢 — sieben von jedem für einen Fürsten, fünf für einen Minister. Matten: 天子之席五重,諸侯之席三重,大夫再重 — fünf Lagen, drei, zwei. Begräbnisse: 天子崩,七月而葬,五重八翣;諸侯五月而葬,三重六翣;大夫三月而葬,再重四翣 — sieben Monate, fünf Lagen, acht Sargfächer; fünf Monate, drei und sechs; drei Monate, zwei und vier.

Die zweite ist die Knappheit, und sie ist die gegenintuitive: 天子無介,祭天特牲 — beim größten Opfer hat der Sohn des Himmels keine Begleiter und opfert nur ein einziges Tier. 鬼神之祭單席 — für die Geister eine einzige Matte. Zahl der Mahlzeiten: der Sohn des Himmels isst einmal, ein Fürst zweimal, Minister und Offiziere dreimal, 食力無數, die Arbeitenden ohne Zahl. 圭璋,特;琥璜,爵. Und die Wagen: 大路繁纓一就,次路繁纓七就 — je geehrter der Wagen, desto weniger Quasten.

Eine weitere Reihe, die des „Großen“, nennt keine einzige Zahl: 宮室之量,器皿之度,棺椁之厚,丘封之大 – nur Namen. Die übrigen Gruppen sind auch Zahlen. Kleinheit: 貴者獻以爵,賤者獻以散,尊者舉觶,卑者舉角 — der Vornehme opfert aus dem kleinen Becher, der Niedere aus dem großen; 五獻之尊,門外缶,門内壺,君尊瓦甒 — je höher der Rang, desto kleiner das Gefäß. Niedrigkeit: 至敬不壇,埽地而祭 — die größte Ehrfurcht baut keinen Altar, sondern fegt den Boden; der Stand des Herrschers ist 廢禁, der des Offiziers 棜禁. Höhe: 天子之堂九尺,諸侯七尺,大夫五尺,士三尺, und das Torbauwerk für König und Fürst. Schmuck: 天子龍衮,諸侯黼,大夫黻,士玄衣纁裳 ; die Kappe 朱緑藻,十有二旒, neun für einen Fürsten, sieben, fünf, drei. Schlichtheit: 至敬無文,父黨無容,大圭不琢,大羹不和,大路素而越席,犧尊疏布鼏,樿杓 — der Jade ungeschliffen, die Brühe ungewürzt, die Matte grob, das Gefäß mit Tuch bedeckt, die Kelle aus hellem Holz.

Zwei: warum viel, warum wenig

Das Liji erklärt beide Seiten. 禮之以多爲貴者,以其外心者也。德發揚,詡萬物,大理物博 — die Fülle, weil die Tugend sich nach außen wendet, sich über die zehntausend Dinge ergießt, und das Muster der Dinge weit ist. 禮之以少爲貴者,以其内心者也。德産之致也精微,觀天下之物無可以稱其德者 — die Knappheit, weil diese Tugend innerlich und fein ist und nichts in der sichtbaren Welt ihr gleichkommt. Dann die Schlusszeile des Kapitels: 先王之制禮也,不可多也,不可寡也,唯其稱也. Konfuzius sagt es noch einmal: 禮不可不省也。禮不同,不豐,不殺 — nicht hinzufügen, nicht abschneiden.

Drei: zwei Beispiele, eines zu viel, eines zu wenig

Beide Fehler werden benannt. 管仲鏤簋、朱紘,山節、藻棁,君子以爲濫矣 — Guan Zhong mit seiner geschnitzten Kornschale, dem roten Kordelbesatz der Kappe, den bergförmigen Konsolen und den bemalten Balken: der Edle nennt es 濫, Übermaß. Und 晏平仲祀其先人,豚肩不揜豆,澣衣濯冠以朝,君子以爲隘矣 — Yan Pingzhong opferte seinen Ahnen mit einer Schweineschulter, zu klein, um eine Schale zu bedecken, wusch sein altes Gewand und spülte seine alte Kappe zum Hofgang: der Edle nennt es 隘, zu eng. Eines darüber, eines darunter, und derselbe Satz folgt: 是故君子之行禮也,不可不慎也,衆之紀也。紀散而衆亂.

Vier: dasselbe Wort in der Abhandlung

Die Abhandlung des Shiji beginnt beim Menschen: 禮由人起。人生有欲,欲而不得則不能無忿,忿而無度量則爭,爭則亂 — der Ritus entsteht aus dem Menschen; das Begehren ohne Maß wird Streit, und der Streit Unordnung. Darum die früheren Könige 制禮義以養人之欲,給人之求,使欲不窮於物,物不屈於欲. Daher 禮者養也: Reis und Hirse und die fünf Geschmäcke nähren den Mund, Pfeffer und Orchidee die Nase, Glocken und Trommeln und Saiten das Ohr, Schnitzwerk und Muster das Auge, Kammern und Matten und Schemel den Leib. Und nach der Nahrung 君子既得其養,又好其辨也。所謂辨者,貴賤有等,長少有差,貧富輕重皆有稱也 — dasselbe Wort, 稱. Die sieben Nahrungen des Königs haben je ihren Gegenstand: 大路越席,所以養體也 ; 側載臭茝,所以養鼻也 ; 前有錯衡,所以養目也 ; 和鸞之聲,步中武象,驟中韶濩,所以養耳也 ; 龍旂九斿,所以養信也 ; 寢兕持虎,鮫韅彌龍,所以養威也 ; und die Pferde des großen Wagens, 所以養安也. Wozu das alles dient: 大路越席,皮弁布裳,朱弦洞越,大羹玄酒,所以防其淫侈,救其彫敝 — den Übermut wehren und vom Verfall retten; 事有宜適,物有節文.

Zwei weitere Dinge der Abhandlung stehen neben dem Liji-Kapitel. Die drei Wurzeln: 天地者,生之本也;先祖者,類之本也;君師者,治之本也. Und die Zahl der Tempel, die nicht mit dem anderen Buch übereinstimmt: 有天下者事七世,有一國者事五世,有五乘之地者事三世,有三乘之地者事二世,有特牲而食者不得立宗廟 — sieben Generationen, fünf, drei, zwei, und wer von einem einzigen Opfertier lebt, hat gar keinen Ahnentempel. Das Liji zählt sieben, fünf, drei und einen Tempel; das Shiji zählt Generationen und Besitz. Die beiden Vokabulare werden nebeneinander abgeschrieben und nicht ausgeglichen. Eine Zeile der Abhandlung stellt Wurzel und Nutzen zusammen: 貴本而親用也.

Fünf: drei Werkzeuge und ein Satz

Das abschließende 太史公曰 stellt den Ritus neben drei Messwerkzeuge: 繩誠陳,則不可欺以曲直;衡誠縣,則不可欺以輕重;規矩誠錯,則不可欺以方員;君子審禮,則不可欺以詐偽 — spannt man die Richtschnur, kann niemand über Gerades täuschen; hängt man die Waage, kann niemand über Gewicht täuschen; legt man Zirkel und Winkel, kann niemand über Rund und Eckig täuschen; prüft ein Edler die Riten, kann niemand ihn mit Falschheit täuschen. Dann vier Höchstes: 繩者,直之至也;衡者,平之至也;規矩者,方員之至也;禮者,人道之極也. Das Verhältnis von Gefäß und Rang steht in sechzehn Zeichen: 以財物為用,以貴賤為文,以多少為異,以隆殺為要. Und das letzte Wort des Liji gehört Konfuzius: 誦詩三百,不足以一獻;一獻之禮,不足以大饗;大饗之禮,不足以大旅;大旅具矣,不足以饗帝。毋輕議禮.

  • Jede Gruppe trägt eine Zahl oder einen Namen: Schalen 26/16/12/8/6, Matten 5/3/2, Quasten 12/9/7/5/3, Halle 9/7/5/3 chi, Tempel 7/5/3/1, Begräbnisse sieben Monate, fünf Lagen und acht Fächer. Abgeschrieben, nicht umgerechnet.
  • Die acht Gruppen stehen nebeneinander, nicht als Leiter vom Billigen zum Teuren: viel und wenig, Schmuck und Schlichtheit, Höhe und Niedrigkeit sind getrennte Sätze, und das einzige Maß ist 稱, das Verhältnis.
  • Die Fuge zwischen den beiden Büchern ist ein Wort: 不可多也,不可寡也,唯其稱也 im Liji; 貴賤有等,長少有差,貧富輕重皆有稱也 im Shiji.
  • Die Tempelzahlen stimmen nicht überein: das Liji zählt sieben, fünf, drei, einen Tempel; das Shiji zählt sieben, fünf, drei, zwei Generationen und keinen Tempel für den letzten. Verschiedene Vokabulare, nebeneinander, nicht ausgeglichen.
  • Die Abschnitte des Shiji über den Ritus als Nahrung und als Gesetz gelten allgemein als aus dem Ritualkapitel des Xunzi übernommen, obwohl die Seite es nicht sagt; das ist als übliche Ansicht gekennzeichnet, und der Xunzi wird nicht zitiert. Die Abhandlung hat ein 太史公曰 am Anfang und eines am Ende, getrennt gehalten.
  • Keine Zeremonie wird inszeniert — die Stelle über Zilu als Verwalter des Ji-Klans wird nicht genommen — und kein Gefäß wird beschrieben oder klassifiziert; das gehört zum Artikel über die Namen der Ritualgefäße. Das Liji ist ein Entwurf des Rituals, das Shiji eine Abhandlung mit entlehntem Text, und keines ist ein Bericht über die Zhou-Praxis.

Keines der beiden Bücher inszeniert eine Zeremonie. Zwischen sechsundzwanzig Schalen und einer einzigen Quaste wird nicht der Rang selbst gemessen, sondern das Verhältnis: viel braucht sein Maß, wenig auch; Schmuck und Schlichtheit je ihres. Die Gefäße stellen das nur auf den Tisch.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. 《礼记·礼器》(维基文库本,白文无注,页面标 textquality 75%,未与中华书局点校本复核;页内有一处页面自带旁注) — A chapter about vessels that is really about numbers. Five ranks first: 禮,時爲大,順次之,體次之,宜次之,稱次之. The definition of 稱: 羔豚而祭,百官皆足,大牢而祭,不必有餘,此之謂稱也; and its limit: 家不寶龜,不藏圭,不臺門,言有稱也. Eight ways of being precious, each with numbers: abundance (天子七廟,諸侯五,大夫三,士一; 天子之豆二十有六,諸公十有六,諸侯十有二,上大夫八,下大夫六; 諸侯七介七牢,大夫五介五牢; 天子之席五重,諸侯之席三重,大夫再重; 天子崩,七月而葬,五重八翣;諸侯五月而葬,三重六翣;大夫三月而葬,再重四翣), fewness (天子無介,祭天特牲; 鬼神之祭單席; 天子一食,諸侯再,大夫、士三,食力無數; 大路繁纓一就,次路繁纓七就), smallness (貴者獻以爵,賤者獻以散,尊者舉觶,卑者舉角; 五獻之尊,門外缶,門内壺,君尊瓦甒), lowness (至敬不壇,埽地而祭; 天子、諸侯之尊廢禁,大夫、士棜禁), height (天子之堂九尺,諸侯七尺,大夫五尺,士三尺), ornament (天子龍衮,諸侯黼,大夫黻,士玄衣纁裳; 天子之冕,朱緑藻,十有二旒,諸侯九,上大夫七,下大夫五,士三), plainness (至敬無文,父黨無容,大圭不琢,大羹不和,大路素而越席,犧尊疏布鼏,樿杓). The reasons: 禮之以多爲貴者,以其外心者也; 禮之以少爲貴者,以其内心者也. The close: 先王之制禮也,不可多也,不可寡也,唯其稱也; Confucius 禮不可不省也。禮不同,不豐,不殺. The two examples: 管仲鏤簋、朱紘,山節、藻棁,君子以爲濫矣; 晏平仲祀其先人,豚肩不揜豆,澣衣濯冠以朝,君子以爲隘矣; 衆之紀也。紀散而衆亂. Confucius at the end: 誦詩三百,不足以一獻……不足以饗帝。毋輕議禮. The page writes 緑, 門内 and 藻棁; quotations follow it, and the passage on Zilu as steward of the Ji clan is not used.
  2. 《史记》卷二十三·礼书第一(西汉司马迁撰;维基文库本,白文无注,页头未标 textquality,未与中华书局点校本复核;卷末另有索隐述赞,后人所加,不用) — A treatise rather than a record; its middle sections are generally thought to take over the Xunzi's chapter on ritual, though the page does not say so, and the Xunzi is not quoted here. It begins from desire: 禮由人起。人生有欲,欲而不得則不能無忿,忿而無度量則爭,爭則亂; so 制禮義以養人之欲,給人之求,使欲不窮於物,物不屈於欲. Hence 禮者養也 and the five nourishments (稻粱五味……疏房床笫几席). Then 君子既得其養,又好其辨也。所謂辨者,貴賤有等,長少有差,貧富輕重皆有稱也. The king's seven: 大路越席,所以養體也; 側載臭茝,所以養鼻也; 前有錯衡,所以養目也; 和鸞之聲……所以養耳也; 龍旂九斿,所以養信也; 寢兕持虎,鮫韅彌龍,所以養威也; and the horses 所以養安也. Against excess: 大路越席,皮弁布裳,朱弦洞越,大羹玄酒,所以防其淫侈,救其彫敝; 事有宜適,物有節文. Three roots: 天地者,生之本也;先祖者,類之本也;君師者,治之本也. Temple numbers, different from the Liji: 有天下者事七世,有一國者事五世,有五乘之地者事三世,有三乘之地者事二世,有特牲而食者不得立宗廟; 貴本而親用也. The closing 太史公曰: 繩誠陳,則不可欺以曲直……君子審禮,則不可欺以詐偽; 繩者,直之至也……禮者,人道之極也; 以財物為用,以貴賤為文,以多少為異,以隆殺為要. The page has 太史公曰 both at the head and at the end; the 索隱述贊 after it is not Shiji text.