Im vierten Monat des ersten Jahres Yuánfēng (元封) kam der Zug des Kaisers nach Fènggāo (奉高) am Fuß des Tàishān (泰山) zurück. Laub und Gras auf dem Berg waren noch nicht ausgetrieben. Die Palastbeamten (侍中) legten die píbiàn (皮弁) an, die schlichte Lederkappe, banden den shěndài (紳帶), den Stoffgürtel, und verrichteten das shèniú (射牛), das Stierschießen; östlich des Bergfußes versiegelte der Kaiser einen Erdhügel von einem Zhang und zwei Chi (丈二尺) Breite und neun Chi Höhe, „nach der Weise des Vorstadtopfers (郊祀, jiāosì) an das Große Eine (太一, Tàiyī)“, mit einem Jade-Täfelchen-Dokument (玉牒書, yùdiéshū) darunter, dessen Schrift geheim blieb. Dann stieg er mit einem einzigen Begleiter hinauf, dem Wagenbeamten Zihou (子侯), und versiegelte auch den Gipfel. Was dort oben geschah, durfte nicht weitererzählt werden. Der ausführlichste Bericht über den Fēngshàn-Ritus (封禪), den eines der beiden Geschichtswerke enthält, hat in seiner Mitte ein Loch.

Zweiundsiebzig Häuser, zwölf Namen

Das Buch von Fēng und Shàn (封禪書) gibt die Unwissenheit gleich am Anfang zu: Die Stifter der Dynastien hätten auf dem Tàishān geopfert, schreibt Sīmǎ Qiān (司馬遷), doch der Ritus sei seit tausend oder ein paar hundert Jahren erloschen, „so sind seine Vorschriften leer und verschüttet, und die Einzelheiten lassen sich nicht aufzeichnen noch hören“ (其儀闕然堙滅,其詳不可得而記聞). Was folgt, ist ein Streit über eine Zeremonie, die niemand aus dem Gedächtnis vollziehen konnte. Herzog Huan von Qi (齊桓公), damals Hegemon, kam in Kuíqiū (葵丘) mit den Fürsten zusammen und schlug vor hinaufzusteigen. Guǎn Zhòng (管仲) legte eine Liste vor: Zweiundsiebzig Häuser (七十二家) hätten den Tàishān versiegelt, zwölf davon könne er benennen, und alle erst, nachdem sie das Mandat empfangen hatten. Der Herzog hielt mit seiner eigenen Bilanz von Wagenversammlungen dagegen; da stellte Guǎn Zhòng Bedingungen: Hirse, ein dreirippiges Gras (一茅三脊) als Matte, Fische und Vögel aus fernen Meeren. „Nun kommen Phönix und Qilin nicht, feines Korn wächst nicht, Unkraut wuchert dafür umso üppiger, und Eulen sammeln sich — und da willst du den Fēngshàn vollziehen?“ Der Herzog ließ es.

Der dritte Name ist Kǒngzǐ (孔子), und er steht in diesem Kapitel, weil er sich weigert, die Sache zu beschreiben. Die Überlieferung, die er kannte, besagte, dass mehr als siebzig Könige den Tàishān versiegelt und in Liángfǔ (梁父) das Shàn vollzogen hätten, „doch die Riten ihrer Opfergefäße und -schalen (俎豆, zǔdòu) sind nicht deutlich, und so ist schwer davon zu sprechen“ (其俎豆之禮不章,蓋難言之). Nach dem dì-Opfer (禘) gefragt, sagte er, er wisse es nicht; wer es aber wisse, der sähe die Welt wie in seiner Handfläche. Dasselbe Kapitel führt zwei Zahlen und gleicht keine mit der anderen aus: zweiundsiebzig Häuser, gut siebzig Könige.

Die siebzig Gelehrten am Fuß des Berges

Im dritten Jahr, nachdem er den Kaisertitel angenommen hatte, reiste der Erste Kaiser nach Osten und rief siebzig Gelehrte und Eruditen aus Qí und Lǔ an den Fuß des Tàishān. Sie wurden sich nicht einig: Die einen sagten, der Ritus fahre mit einem Wagen, dessen Räder in Rohrkolben (蒲草, púcǎo) gewickelt seien, damit Steine, Erde, Gras und Bäume nicht verletzt würden; die anderen, man fege den Boden und lege die Opfergabe auf eine Matte aus geflochtenen Halmen (葭稭, jiājiē), weil das leicht zu befolgen sei. Die Vorschläge waren zu verschieden, und er entließ die Gelehrten. Dann ließ er eine Wagenstraße die Südflanke hinaufschlagen, errichtete auf dem Gipfel eine Steininschrift zum Lob seiner eigenen Tugend, stieg über den Nordpfad wieder hinab und vollzog das Shàn in Liángfǔ, wobei er sich an das hielt, was der Große Gebetsmeister (太祝, tàizhù) in Yōng (雍) beim Opfer an den Höchsten Herrn tat. Die versiegelte Niederlegung blieb geheim; die Welt durfte sie nicht aufzeichnen.

Auf dem Weg hinauf überraschte ihn ein schweres Gewitter, und er flüchtete unter einen großen Baum. Die entlassenen Gelehrten, vom Opfer ausgeschlossen, hörten vom Regen und spotteten über ihn. Das ist Erzählung, nicht Liturgie: Es hält fest, was die Menschen damals über die Sache dachten, nicht, wie die Feier inszeniert wurde. Nach dem Fall der Qín erhärtete die Geschichte zu einem Urteil: Der Erste Kaiser sei auf dem Tàishān vom Gewitter geschlagen worden und habe „das Fēng und Shàn nicht zustande gebracht“ (不得封禪). Sīmǎ Qiān überliefert diesen Satz und setzt einen eigenen hinzu: War das nicht einer, der den Ritus vollzog, ohne die Tugend dafür zu haben? Der Hohn ist seiner.

Ein Ritus, den niemand zu vollziehen wusste

Unter den Hàn kam das Vorhaben in Etappen zurück. Gāozǔ (高祖), dem man sagte, die Qín hätten vier Herren des Himmels (上帝) geopfert, ergänzte selbst den fünften, den Schwarzen Herrn, mit den Worten: „Also wartet man auf mich, damit es fünf werden“ (乃待我而具五也). Im ersten Jahr Kaiser Wǔs entwarfen zwei Beamte, Zhào Wǎn und Wáng Zāng, dasselbe Programm und töteten sich, als man gegen sie vorging. Erst als in Fényīn (汾陰) ein Kessel aus dem Fluss kam, wurde die Debatte praktisch, und der Bericht ist offen: „Fēng und Shàn wurden selten und nur in großen Abständen vollzogen; niemand kennt ihren Ritus und ihre Etikette“ (封禪用希曠絕,莫知其儀禮). Lǐ Shàojūn (李少君) lehrte, das Opfer am Ofen ziehe Wesen herbei, die Wesen verwandelten Zinnober in Gold, goldene Gefäße verlängerten das Leben, und: „Wer sie sieht und dann Fēng und Shàn vollzieht, stirbt nicht — der Gelbe Kaiser tat es“ (見之以封禪則不死,黃帝是也).

Die Gelehrten stellten aus dem „Buch der Urkunden“ (《尚書》), den „Ämtern der Zhōu“ (《周官》) und den „Königlichen Ordnungen“ (《王制》) ein Verfahren zusammen, samt dem Stierschießen bei den Opfern in die Ferne. Dīng Gōng (丁公), ein Mann aus Qí von über neunzig Jahren, bot die andere Version: Der Fēng sei „der Name für das Vereinen mit dem Unsterblichen“ (合不死之名); der Erste Kaiser habe es nicht hinaufgeschafft; steige der Kaiser nur ein Stück hinauf, ohne Regen und Wind, so sei es geschehen. Gōngsūn Qīng (公孫卿) brachte ein Buch, das vom Gelben Kaiser stammen sollte: Von den zweiundsiebzig Königen sei nur der Gelbe Kaiser hinaufgekommen. Die Gelehrten übten jahrelang das Stierschießen und entwarfen die Formulare. Als der Kaiser ihnen die von ihm selbst angefertigten Opfergefäße zeigte, sagten sie, sie stimmten nicht mit dem Altertum überein, und er verwendete überhaupt keine Gelehrten mehr.

Ein Zhang und zwei Chi Erde

Was die Quellen für diesen Tag hergeben, ist eine Folge von Handlungen und sehr wenig Erklärung. Beim Aufstieg auf den Tàishān, als das Laub noch nicht ausgetrieben war, ließ er einen Stein hinauftragen und auf dem Gipfel aufstellen. Im vierten Monat, wieder in Fènggāo, opferte er zuerst dem Herrn der Erde von Liángfǔ, ließ am yǐmǎo-Tag (乙卯) die Palastbeamten und Gelehrten den Stier schießen und versiegelte im Osten: einen Hügel von einem Zhang und zwei Chi Breite und neun Chi Höhe, darunter das Jadedokument (玉牒書), die Schrift geheim. Dann stieg er nur mit Zihou hinauf, und auch oben wurde versiegelt; was dort geschah, war untersagt. Am folgenden Tag stieg er über den Nordpfad hinab und vollzog am bǐngchén-Tag (丙辰) das Shàn auf dem Sùrán-Berg (肅然山) in gelben Gewändern und mit voller Musik; eine dreirippige Matte (一茅三脊) aus dem Jiāng- und Huái-Gebiet diente als Unterlage für die Götter, und Erde in fünf Farben (五色土) war unter die Versiegelung gemischt. In der Nacht schien ein Licht; am Tag stieg eine weiße Wolke aus der versiegelten Erde. Der Begleiter lebte nicht lange: Zihou erkrankte unterwegs und war binnen eines Tages tot.

Die beiden Berichte stimmen nicht einmal im Datum überein: Im Fēngshàn shū steht yǐmǎo (乙卯) für die Versiegelung und bǐngchén (丙辰) für das Shàn, in den „Annalen des Kaisers Wu“ guǐmǎo (癸卯) für den Aufstieg. Auch die Belohnungen weichen voneinander ab: das eine Mal ein Stier und zehn Shí Wein für je hundert Haushalte, das andere Mal Seide für die Waisen und Witwen — die eine Fassung setzt die Grenze bei siebzig, die andere bei achtzig, und beide Zahlen bleiben stehen. Was keine der beiden liefert, ist gerade das, womit eine Rekonstruktion gewöhnlich aufwartet: das Gebet (祝辭), den Text auf dem Jadedokument, die Worte auf dem Gipfel, die Form des Altars. Das Kapitel hat gleich zu Beginn gesagt, dass dies „leer und verschüttet“ ist. Es ist es noch, und dieser Artikel holt es nicht zurück.

Alle fünf Jahre eine neue Versiegelung

Nach diesem Aufstieg war der Ritus kein Ereignis mehr, sondern ein Terminplan. Der Kaiser erließ ein Edikt: Der Sohn des Himmels halte alle fünf Jahre eine Rundreise ab und opfere am Tàishān, die Fürsten bauten Herbergen am Fuß des Berges; er selbst erneuere die Versiegelung in Abständen von fünf Jahren. Auch die Jahresdevise kam daher: Das Jahr des Kessels hieß Yuándǐng (元鼎), dieses Jahr Yuánfēng (元封). Die Annalen zählen die späteren Reisen Jahr für Jahr auf, bis zum vierten Jahr Zhēnghé (征和四年). Das Urteil des Sīmǎ Qiān ist trocken: Nach zwölf Jahren habe der Kaiser die fünf Gipfel (五嶽) und die vier Ströme (四瀆) bereist; die fāngshì (方士), die den Geistern nachspürten und aufs Meer fuhren, um Pénglái (蓬萊) zu suchen, hätten „am Ende nichts erbracht“ (終無有驗); er sei ihrer seltsamen und weltfernen Reden müde geworden, „doch er hielt sie an der Leine und schnitt nicht ab, in der Hoffnung, das Wahre zu treffen“ (然羈縻不絕,冀遇其真) — „von da an wurden die Männer, die von Geistern und Opfern sprachen, immer zahlreicher, und was sie bewirkt haben, ist zu sehen“ (自此之後,方士言神祠者彌眾,然其效可睹矣). Er selbst war in diesem Zug: Er reiste mit, hörte im Shòugōng (壽宮) die Worte der Geister und trat dann zurück, um sie der Reihe nach aufzuzeichnen. Er schrieb mit den Augen eines Begleiters, nicht mit denen eines Gläubigen.

Weiterlesen:Der Tag, an dem der Sarg hinabgelassen wird: öffnen, überführen, hinausziehen, zurückkehren und weinen · Mit fünfzig ein Stock: Alter in einem Ritualbuch und einem Erlass · Beim Ahnenopfer: Trommeln, Flöten, Klingsteine und der Wan-Tanz

Quellen und weitere Lektüre

  1. 司马迁《史记》卷二十八〈封禅书〉(维基文库本,未与点校本复核) — The chapter opens by admitting the rite's regulations are lost: 'its regulations are blank and buried, and the details cannot be recorded or heard of' (其儀闕然堙滅,其詳不可得而記聞). It carries the Guan Zhong and Duke Huan exchange (seventy-two houses, twelve named), Confucius on the seventy-odd kings, the First Emperor's seventy dismissed scholars and the storm on the middle slope, and the Han Wu day: 'the mound was one zhang two chi across and nine chi high, with a jade tablet document beneath, the writing secret' (封廣丈二尺,高九尺,其下則有玉牒書,書祕). It adds that the companion Zihou 'fell gravely ill and died within a day' (奉車子侯暴病,一日死), and closes with the dry verdict 'their results may be seen' (其效可睹矣).
  2. 班固《汉书》卷六〈武帝纪〉(维基文库本,未与点校本复核) — The annalistic account of the same ascent, dated 'in the fourth month of summer, on the guimao day, he returned and ascended to seal Mount Tai, then descended and sat in the Bright Hall' (夏四月癸卯,上還,登封泰山,降坐明堂). It records the cry of 'Ten thousand years' at Mount Song as heard by the officials (吏卒咸聞呼萬歲者三), three hundred households made a shrine town named Chonggao, and rewards worded differently from the Feng and Shan chapter: cloth to the orphaned and widowed over seventy, the poll tax remitted, a rank to every man, wine and beef to every hundred households of women.