Beide Seiten eröffnen die Zahlen der Westlichen Jin mit derselben Wendung: „nach der Eroberung von Wu“ (平吳之後). Das Jinshu (《晉書》) setzt dann die Haushaltsabgabe hinzu („wieder wurden die Regeln der Haushaltsabgabe festgelegt“, 又制戶調之式, hùdiào 戶調), und danach die Zahlen: „ein Mann besetzt siebzig Mu (畝) Land, eine Frau dreißig“ (男子一人占田七十畝,女子三十畝) — 占田, zhàntián, „besetzen“. Und dann, abgesetzt: „außerdem wird ein Vollmann auf fünfzig Mu veranlagt, eine Vollfrau auf zwanzig, ein jüngerer Vollmann zur Hälfte, und Frauen werden nicht veranlagt“ (其外丁男課田五十畝……女則不課) — 課田, kètián, das Veranlagungsland. Siebzig besetzt, fünfzig veranlagt; die zwanzig Mu dazwischen sind die Leerstelle, um die es geht. Hieße Besitz hier, dass der Staat jedem siebzig Mu zuweist — was wäre dann der andere Satz? Die beiden Sätze stehen getrennt geschrieben, und darin liegt schon der Hinweis, dass es zwei Dinge sind.

Ein Mann besetzt siebzig Mu

Stellen wir die beiden Sätze nebeneinander. Besitz: siebzig Mu für einen Mann, dreißig für eine Frau. Veranlagung: fünfzig für einen Vollmann, zwanzig für eine Vollfrau, die Hälfte für die jüngere Stufe, nichts für Frauen. Auch die Grenze zwischen den Stufen ist angegeben: „Männer und Frauen von sechzehn aufwärts bis sechzig sind Vollwüchsige (正丁); von fünfzehn abwärts bis dreizehn und von einundsechzig aufwärts bis fünfundsechzig sind die jüngere Stufe (次丁); von zwölf abwärts und von sechsundsechzig aufwärts sind alt oder jung (老小) und dienen nicht“ (男女年十六已上至六十為正丁……不事). Im Jinshu steht vor diesem Satz „außerdem“ (其外), das die Veranlagung außerhalb der Besetzung stellt; das Tongdian lässt das „außer“ weg. Die beiden Texte stimmen eng überein, und ihre Unterschiede sind von dieser Größe.

Wie sind die Sätze zu lesen? Getrennt geschrieben, und mit der Tang-Anmerkung weiter unten, gilt gemeinhin: Besitz ist die Obergrenze dessen, was gehalten werden darf, und Veranlagung die Grundlage, auf der die Steuer berechnet wird. Sie zu „siebzig Mu zu bebauen, fünfzig davon steuerbar“ zusammenzuziehen, ist eine Auslegung, nicht der Wortlaut. Keine der beiden Seiten sagt, wie die Regeln in der Praxis wirkten oder ob sie überall gleich waren; der Text gibt nur Regeln.

Vom ersten Rang bis zum neunten

Die Zahlen der Beamten sind größer: „die Beamten vom ersten Rang bis zum neunten besetzen Land je nach Rang und Stand“ (其官品第一至於第九,各以貴賤占田) — erster Rang fünfzig Qing (頃), zweiter fünfundvierzig, hinunter bis zum neunten mit zehn Qing. Das Tongdian drückt die Tabelle auf eine Zeile zusammen: „der erste Rang fünfzig Qing, jeder Rang um fünf Qing als Unterschied verringert, der neunte zehn Qing“ (每品減五頃以為差). Ein Qing sind hundert Mu; das ist die übliche Rechnung, und keine der beiden Seiten vermerkt sie. Hinter der Tabelle stehen Menschen: „je nach der Höhe des Ranges schirmt er seine Verwandten ab — die meisten bis zu neun Generationen, die wenigsten drei“ (多者及九族,少者三世) — 蔭親屬, yìn qīnshǔ. Für Mitglieder des Herrscherhauses, Staatsgäste, Nachkommen früherer Würdiger und von Gelehrten gilt dasselbe.

Dann die Bediensteten im Einzelnen: vom sechsten Rang aufwärts „drei Kost- und Kleidungsgäste“ (衣食客三人) — yīshíkè; siebter und achter Rang zwei; der neunte einer. Haushalte von Pächtern (佃客, diànkè): „Beamte des ersten und zweiten Ranges nicht mehr als fünfzig Haushalte; dritter Rang zehn; vierter sieben; fünfter fünf; sechster drei; siebter zwei; achter und neunter einer“ (佃客無過五十戶……一戶). „Nicht mehr als“ ist wieder die Sprache einer Obergrenze. Das Tongdian kürzt die Liste zu „nach Maßgabe des Ranges als absteigende Stufung“ (量其官品以為差降), und Du You merkt an: „seit der Westlichen Jin gab es die Ordnung der abgeschirmten Pächter; zur Östlichen Jin wuchsen die Zahlen; siehe das Kapitel über Steuern“ (自西晉則有蔭客之制……). Das ist das Urteil eines Tang-Mannes über die Entwicklung, als seines zitiert.

Das Wort „besetzen“

Der härteste Beleg dafür, dass „besetzen“ eine Grenze meint, ist eine Tang-Anmerkung. Unter Dong Zhongshus Vorschlag, „das Namensland des Volkes zu begrenzen“ (限民名田) — 名田, míngtián —, schreibt Du You: „Namensland ist besetztes Land: jedem wird eine Grenze gesetzt, damit die Reichen die Ordnung nicht überschreiten und die Haushalte der Armen und Schwachen genug haben“ (名田,占田也。各為立限,不使富者過制). Ein Tang-Gelehrter erklärt „Namensland“ durch „besetztes Land“ und erklärt es mit „eine Grenze setzen“, nicht durch „zuteilen“.

Dasselbe Wort wird anderswo genauso gebraucht. Xun Yue sagt über die Han: „die Mächtigen und Reichen besetzen Land über das Maß hinaus, und ihre Steuer ist mehr als die Hälfte“ (占田逾多); und „als es auf Kaiser Ai kam, wurde die Besetzung begrenzt, so dass sie dreißig Qing nicht überschreiten durfte — obwohl die Regel bestand, war sie am Ende schwer durchzuführen“ (限人占田不得過三十頃……). „Darüber hinaus“ ist Überschuss, „nicht überschreiten“ ist eine Obergrenze — die entgegengesetzte Syntax zu „zuteilen“. Im Abschnitt der Westlichen Jin auf diesen beiden Seiten heißt es durchweg „besetzen“; das Wort für Zuteilung (授) kommt nicht vor. Zuteilung bewegt Land von oben nach unten; Besetzung erlaubt bis zu einem Punkt. Eine andere Grenze im selben Abschnitt ist genauso formuliert: nach der Eroberung von Wu beantragten die Beamten: „nun können wir es begrenzen — Könige und Adlige dürfen eine Residenz in der Hauptstadt behalten; Land im Umland fünfzehn Qing für einen großen Staat, zehn für den nächsten, sieben für einen kleinen“ (今可限之……).

Ein Vollmannshaushalt zahlt drei Bolzen

Die Haushaltsabgabe kommt aus demselben Abschnitt: „wieder wurden die Regeln der Haushaltsabgabe festgelegt: ein Haushalt eines Vollmanns (丁男, dīngnán) zahlt jährlich drei Bolzen Seide und drei Jin Seidenflocke; ein Haushalt, den eine Frau oder ein jüngerer Vollmann führt, zahlt die Hälfte“ (丁男之戶,歲輸絹三匹,綿三斤……半輸). Randkommandanturen sind auf zwei Drittel oder ein Drittel ermäßigt; nichtchinesische Haushalte zahlen Stoff (賨布), ein Bolzen je Haushalt, die fernen einen Zhang; die fernen, nicht veranlagten zahlen eine Reisabgabe (義米), drei Hu je Haushalt, die fernen fünf Dou, die äußersten eine Kopfabgabe von achtundzwanzig Münze je Person. Das ist Steuer, hier Hintergrund, nicht ausgeführt.

Es gibt auch einen Unterschied zwischen den Seiten. Der Abschnitt des Jinshu ist reiner Text ohne Kommentar und schreibt Abgabe, Besetzung, Veranlagung, Altersstufen, Beamtenränge, abgeschirmte Verwandte und Bedienstete in einem Zug hintereinander; das Tongdian ist eine Tang-Kompilation, die die Rangtabelle auf eine Zeile und die Bediensteten auf einen Satz drückt, dafür zwei Anmerkungen hinzufügt — „Namensland ist besetztes Land“ und „seit der Westlichen Jin gab es die Ordnung der abgeschirmten Pächter“. Wird das Tongdian zitiert, muss es also als Tang-Kompilation gekennzeichnet werden, die älteres Material anführt.

Zwischen den beiden Seiten

Keine der beiden Seiten trägt ein Jahr: die genaueste Zeitangabe ist „nach der Eroberung von Wu“, und hier wird keines ergänzt. Die Seiten sagen auch nichts über die Durchführung, über regionale Unterschiede, über den Ertrag eines Mu oder darüber, wie die Besetzung zu den Registern passte. Das sind nicht dieselben Regeln wie die vorqinzeitliche Brunnenfeldordnung (井田, jǐngtián) oder die Gleichfeldordnung der Nördlichen Wei (均田, jūntián), und dieser Artikel fügt sie nicht zu einer Linie zusammen; die Behauptung, die Gleichfeldordnung habe mit der Westlichen Jin „begonnen“, ist umstritten, und diese beiden Seiten können sie nicht stützen. Die Zahlen werden in Mu und Qing zitiert, ohne Umrechnung und ohne Ertragsschätzungen; der Artikel gibt nur die Regeln.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. 《晋书》卷二十六·食货志(唐房玄龄等;维基文库本,未与点校本复核) — The Western Jin passage in full, plain text with no commentary. It opens 'after the conquest of Wu' (及平吳之後) and joins several rules in one run: the household levy ('a household with a full adult male pays each year three bolts of silk and three jin of floss-silk', 丁男之戶,歲輸絹三匹,綿三斤); occupation ('a man occupies seventy mu, a woman thirty', 男子一人占田七十畝,女子三十畝); assessment ('besides that, an adult male is assessed on fifty mu, an adult female on twenty, a younger adult male at half, and women are not assessed', 其外丁男課田五十畝……); the age tiers (正丁、次丁、老小); the official table ('from the first rank to the ninth each occupy according to noble and base', 各以貴賤占田, first rank fifty qing down to the ninth at ten); sheltered kin (多者及九族,少者三世); food-and-clothing guests (第六品已上得衣食客三人……); and tenant households ('first and second rank no more than fifty households', 佃客無過五十戶, descending to one). The same passage also has an earlier limit: princes and nobles in the capital may keep one residence, with suburban land of fifteen, ten and seven qing by the size of the state, 'all permitted to keep it' (皆聽留之). The word for the Jin land rule is 'occupy' (占); 'grant' (授) does not occur in this passage.
  2. 《通典》卷一·食货一·田制上(唐杜佑;维基文库本,未与点校本复核) — The Tang compendium's version, shorter in places and with the notes that decide the reading. The Western Jin figures: 'after the conquest of Wu … a man occupies seventy mu, a woman thirty; an adult male is assessed on fifty mu, an adult female on twenty' (平吳之後……男子一人占田七十畝,女子三十畝); the official table compressed to 'the first rank fifty qing, each rank reduced by five qing as the difference, the ninth ten qing' (每品減五頃以為差); the retainers compressed to 'measured by rank as a descending scale', with Du You's note 'from the Western Jin there was the system of sheltered retainers; by the Eastern Jin the numbers increased' (自西晉則有蔭客之制……). The decisive note stands under Dong Zhongshu's 'limit the people's name-land': 'name-land is occupied land: each is given a limit, so that the rich may not exceed the rule, and the households of the poor and weak may have enough' (名田,占田也。各為立限,不使富者過制,則貧弱之家可足也). In the same chapter Xun Yue says 'the powerful and rich occupy land beyond the limit' (占田逾多) and 'when it came to Emperor Ai, occupation was limited so that it might not exceed thirty qing' (限人占田不得過三十頃). The chapter gives no year for the Western Jin rules; 'after the conquest of Wu' is as far as it goes.