Bevor Su Qin an die anderen Höfe aufbricht, rüstet ihn der König von Zhao aus. Die Liste sagt genau, was ein Wanderredner braucht: hundert Wagen mit Zubehör, tausend Yi (溢) Gold, hundert Paar weißer Jade, tausend Chun (純) Brokat und Stickerei — alles, „um die Bündnisse zu schließen“ (以約諸侯). Das Shiji setzt das Gold zwischen die Wagen und den Jade, einen Posten in einer Reihe von vier. Ob das Gold gewogen, gestempelt, gemünzt oder verpackt war, sagt es nicht. Es ist eine Zahl in einer Liste, und die Liste ist die Szene.

Die Stelle steht im Shiji (史記), im Kapitel über Su Qin (卷六十九·蘇秦列傳), geschrieben von Sima Qian in der Westlichen Han. Su Qin ist ein Wanderredner der Streitenden Reiche, der zwischen den Höfen von Yan, Zhao und Qin umherzieht; der Text über ihn ist Han, und seine langen Reden sind die Rhetorik jener Zeit, wie ein späterer Historiker sie festhielt. Gelesen wird er hier als Text, nicht als Protokoll. Was das Kapitel liefert, sind eine Reihe von Goldsummen und die Situationen, die sie hervorbringen: das Geschenk eines Herrschers, die Reisekasse eines Wanderers, ein Familienstreit.

Tausend Yi auf einer Liste

In diesem Kapitel wird Gold nach Yi gezählt. In Zhao ist die Zahl tausend, und dieses Gold ist nicht das erste Geschenk: In Yan hatte der König bereits „Wagen, Pferde, Gold und Seide“ (資蘇秦車馬金帛) bereitgestellt, um den Wanderredner überhaupt nach Zhao zu schicken. Später, als das Bündnis beschworen ist und Su Qin im Prunk heimkehrt, „zerstreut er tausend Jin Gold unter Sippe und Freunde“ (散千金以賜宗族朋友). Auch eine alte Schuld begleicht er: Für die erste Reise hatte er „hundert Münzen“ geliehen und „zahlte sie mit hundert Jin Gold zurück“ (以百金償之). Seine Schwägerin, eine der Verwandten, die über sein Scheitern gelacht hatten, erklärt ihre neue Ehrerbietung — „weil ich sehe, dass der Jüngste hohen Rang und viel Gold hat“ (見季子位高金多也).

Gold im Beutel, Gold in einer Geschichte

Das sind Beträge innerhalb einer Geschichte, und die Geschichte rechnet sie nie um. Die hundert Münzen und die hundert Jin stehen in einem Satz, und der Text behauptet keinen Kurs zwischen ihnen; er sagt nur, dass die Rückzahlung großzügig war. Goldmünzen gibt es in diesem Kapitel auch nirgends. Gold wird gezählt, getragen, verschenkt und vorgezeigt — der Stoff eines Geschenks und, für die lachenden Verwandten, ein Zeichen des Rangs. Die Überredung selbst wird in Wagen, Soldaten, Getreide und Gelände geführt, nie in Gold.

Zwei Klassen von Geld

Der Satz, der das Gold in ein System stellt, steht im Han shu (漢書). Im „Traktat über Nahrung und Geld“ (食貨志) schreibt Ban Gu über die Qin-Ordnung: „Qin vereinigte die Welt, und das Geld wurde in zwei Klassen gemacht: Gold, nach dem Yi benannt, war oberes Geld; die Bronzemünze, von derselben Substanz wie die Zhou-Münze, trug 半兩 auf der Vorderseite und wog nach ihrer Aufschrift“ (秦兼天下,幣為二等:黃金以溢為名,上幣;銅錢質如周錢,文曰「半兩」,重如其文). Das „Traktat vom ausgeglichenen Standard“ des Shiji gibt dieselbe Regel mit etwas anderen Worten: Gold sei „nach dem Yi benannt das obere Geld“ (黃金以溢名,為上幣).

Aus diesem Satz folgen zwei Dinge, ein drittes nicht. Es folgt: Gold wird als Geld eingeordnet, und als die höhere von zwei Klassen — shang bi (上幣), oberes Geld, gegen xia bi (下幣) darunter. Nicht daraus folgt irgendeine Auskunft darüber, was es zum oberen macht. Kein Gewicht, keine Feinheit, kein Kurs gegen die Münze, keine Liste, was es kauft. Derselbe Abschnitt schließt die Kategorie so eng, wie er sie öffnet: „Perlen, Jade, Schildkrötenpanzer, Kaurischnecken, Silber und Zinn wurden zu Schmuck und Schätzen gemacht und waren nicht Geld“ (而珠玉龜貝銀錫之屬為器飾寶臧,不為幣). In dieser Darstellung ist Geld nur zweierlei.

Zu Beginn des Traktats definiert Ban Gu das Wort selbst: „Güter (貨) sind Stoffe und Seide, die man tragen kann, sowie Gold, Messer, Schildkrötenpanzer und Kaurischnecken, womit Reichtum geteilt, Gewinn verteilt und Überfluss und Mangel verbunden werden“ (貨謂布帛可衣,及金刀龜貝,所以分財布利通有無者也). Gold steht innerhalb der Definition, an erster Stelle der Aufzählung, und der Satz ist Ban Gus eigene Rahmung, festgehalten rund drei Jahrhunderte nach dem Qin, das er beschreibt.

Ein Cun im Quadrat, ein Jin

Eine Stelle gibt dem Gold doch ein Maß. Das Han shu schreibt Tai Gong (太公) ein Münzgesetz für die Zhou zu: „Gold, einen Cun im Quadrat, wog ein Jin; die Münze war rund und schloss ein Quadrat ein, ihr Leicht und Schwer nach Zhu gerechnet; Stoff war zwei Chi zwei Cun breit und vier Zhang die Rolle. So war unter den Gütern das Gold der Schatz“ (太公為周立九府圜法:黃金方寸,而重一斤;錢圜函方,輕重以銖;布帛廣二尺二寸為幅,長四丈為匹。故貨寶於金). Ein Maß und ein Gewicht in einem Satz — näher kommen diese Seiten einer Spezifikation nicht. Die Zuschreibung an Tai Gong ist die eigene Rückschau des Traktats, und kein Teil des Satzes ist die Messung erhaltenen Metalls.

Zwei Goldeinheiten stehen dann nebeneinander, ohne Brücke. In der Qin-Regel ist Gold „nach dem Yi benannt“, im Zhou-Gesetz und in einer nackten Wendung über die Han-Gründung — „als Han entstand… Gold ein Jin“ (漢興…黃金一斤), die Parallelstelle im Shiji gibt „ein Gold, ein Jin“ (一黃金一斤) — wird es nach Jin gewogen. Keine der beiden Geschichten sagt, wie viele Jin ein Yi ergeben oder ob das Yi überhaupt ein Gewicht war. Der Text liefert die Brücke nicht, und dieser Artikel wird keine bauen.

Das Traktat fragt auch, warum Gold geschätzt wird, und antwortet mit dem Herrscher. Zitiert wird eine Denkschrift von Chao Cuo (晁錯): „Perlen, Jade, Gold und Silber kann man nicht essen, wenn man hungert, noch tragen, wenn man friert, und doch schätzt sie die Menge, weil der Herrscher sie verwendet. Als Dinge sind sie leicht und gut zu verwahren, sie passen in die Hand, und sie können die ganze Welt durchwandern“ (夫珠玉金銀,飢不可食,寒不可衣,然而眾貴之者,以上用之故也…可以周海內). Dieselbe Denkschrift drängt einen weisen Herrscher, Getreide zu schätzen und Gold und Jade zu verachten: Die Erklärung von Goldes Wert wird als Argument gegen seine Schätzung vorgetragen.

Auch sind die Metalle des Traktats nicht alle Gold. Ein amtlicher Vorschlag unter Kaiser Wu ordnet sie: „Metall hat drei Stufen: gelbes Gold ist das höchste, weißes Gold das mittlere, rotes Gold das niedrigste“ (金有三等,黃金為上,白金為中,赤金為下). Derselbe Vorschlag lässt danach weißes Metall aus Silber und Zinn gießen (銀錫白金). Jin (金) kann in diesen Seiten also Metall im Allgemeinen bezeichnen; huang jin (黃金) ist das gelbe, und es wird eingestuft, nicht gewogen.

Was die Seiten nicht liefern

Keine der beiden Geschichten gibt eine Feinheit, eine Umlaufmenge oder einen Wechselkurs für die Streitenden Reiche; keine berichtet, dass Gold auf einem Markt gewogen wurde, und keine beschreibt eine Goldmünze. Was sie geben, ist eine Reihe von Anlässen: das Geschenk eines Königs, die Kasse eines Reisenden, eine Rückzahlung, eine Verteilung unter Verwandten, eine Klasse in einem Zweiersystem, eine Stufe in einer Dreierliste, ein Cun im Quadrat Metall, Jin genannt. Selbst die Einheit ist ein Wort ohne Größe. Wer wissen will, was ein Yi Gold kaufen konnte, verlangt von diesen Seiten, was sie nicht enthalten.

Legt man die beiden Sprechweisen nebeneinander, ist das Bild schmal, aber stimmig. In der Erzählung ist Gold eine Summe, die zwischen Menschen wandert, stets Teil eines größeren Geschenks; im Traktat ist es eine Kategorie, die der Staat zuweist — oben oder unten, gelb oder weiß oder rot. Zwischen Summe und Kategorie sitzt das Yi, benannt und undefiniert. Diese Lücke ist kein Loch in den Belegen, das von anderswo zu füllen wäre. Sie ist das, was die Belege sind.

Weiterlesen:Die Garnisonsfelder: Zhao Chongguos Rechnung in Huangzhong · Was ein König gab: zwei Listen der Gaben · Das Gefäß für das Geld: Wie ein Markt der Streitenden Reiche funktionierte

Quellen und weitere Lektüre

  1. 司马迁《史记》卷六十九·苏秦列传(西汉;维基文库本,未与点校本复核) — The Zhao king equips Su Qin with a hundred carriages, a thousand yi of gold, a hundred pairs of white jade and a thousand chun of brocade 'to conclude the alliances'; the same chapter has Su Qin scattering a thousand jin of gold, repaying a hundred cash with a hundred jin, and his sister-in-law's 'high in rank and much gold'. The unit and the story are given; no weight, coin or rate is.
  2. 班固《汉书》卷二十四·食货志(东汉;维基文库本,未与点校本复核) — The Qin rule that money was made in two classes, with gold 'named by the yi' as upper money and the banliang coin as lower; the exclusion of pearl, jade, shell, silver and tin from money; Tai Gong's law with 'gold a square inch weighed one jin'; the bare 'gold one jin'; Chao Cuo's memorial on why gold is valued; and the three grades of metal.
  3. 司马迁《史记》卷三十·平准书(西汉;维基文库本,未与点校本复核) — The parallel account of the Qin two-class rule in slightly different wording ('gold, named by the yi, was the upper coin'), the same bare 'one gold, one jin', and the three grades of metal with yellow gold highest.