Der Paragraf zählt Bäume. Im Weishu, im Traktat über die Wirtschaft: „pflanze fünfzig Maulbeerbäume, fünf Jujuben, drei Ulmen; wo der Boden keine Maulbeere trägt, gibt man ein Mu und pflanzt Ulmen und Jujuben, wie das Gesetz es vorschreibt“ (種桑五十樹,棗五株,榆三根。非桑之土,夫給一畝,依法課蒔榆、棗). Drei Zahlen und ein Ersatz. Wie ein Maulbeerbaum gezogen oder ein Seidenspinner gehalten wird, sagt es nicht. Das steht in einem anderen Buch.
Ein Paragraf, der Bäume zählt
Der Rest ist Frist und Erlaubnis: „die Frist ist drei Jahre, um die Pflanzung zu beenden; was nicht gepflanzt ist, dieses Land wird eingezogen“ (限三年種畢,不畢,奪其不畢之地); „in den Maulbeer- und Ulmenparzellen dürfen andere Früchte gemischt gesät werden, und mehr Maulbeeren und Ulmen zu pflanzen ist nicht verboten“ (於桑榆地分雜蒔餘果及多種桑榆者不禁). Sklaven zählen wie Freie: „die Sklaven, jeder nach den Freien“ (奴各依良). Die Mu-Zahlen im selben Abschnitt werden hier nicht gebraucht; nur die Hälfte, die sagt, was und wie viel zu pflanzen ist. Ein Paragraf kann bis zum Baum zählen. Was zwischen einem Baum und dem nächsten geschieht, berührt er nicht.
Die beiden Seiten sind nicht dieselbe Art von Dokument. Das Weishu ist eine Dynastiegeschichte, und sein Wirtschaftstraktat trägt eine Regel: was ein Landinhaber pflanzen muss, bis wann, und was geschieht, wenn nicht. Das Qimin yaoshu (齊民要術), „Wesentliche Techniken für das gemeine Volk“, ist ein Landhandbuch aus dem Norden, meist ins sechste Jahrhundert gesetzt, und dieses Kapitel ist Anweisung: was zu sammeln, wann zu säen, in welchem Abstand die Bäume zu setzen, wann zu schneiden. Eine Praxis des Handbuchs ist keine staatliche Vorschrift, und keine der beiden Seiten dient hier als Beweis für die andere.
Von einer Beere an
Das Handbuch beginnt bei der Frucht. „Wenn die Maulbeeren reifen, nimm die schwarzen Lu-Maulbeeren“ (桑椹熟時,收黑魯椹); eine Anmerkung sagt, die gelbe Lu-Maulbeere „hält nicht lange“, und zitiert ein Sprichwort: „hundert Lu-Maulbeeren, reichlich Florettseide und Stoff“ (魯桑百,豐綿帛) — die Worte des Handbuchs: dieser Baum ist gut, wenig Arbeit, viel Nutzen. Der Samen wird am selben Tag ausgewaschen, getrocknet und in Beeten gesät, die sauber gejätet werden; „im nächsten Jahr, im ersten Monat, verpflanze sie“ (明年正月,移而栽之), der zweite und dritte Monat gehen auch. Der Abstand ist „fünf Chi je Pflanze“ (率五尺一根): dicht, nicht dünn, denn ein Baum, unter dem der Pflug durchgeht, stirbt leicht, und dicht wächst schneller; Samen ist langsam, Absenker schnell. Die Seite vermerkt auch: „heute gibt es die Namen Jing-Maulbeere und Boden-Maulbeere“ (今世有荊桑、地桑之名).
Zwischen die Bäume kommen Bohnen: „grabe darunter ständig um und säe Mungbohnen und kleine Bohnen“ (其下常斸掘種菉豆、小豆), denn „die zwei Bohnen sind gut und bereichern die Maulbeere“ (二豆良美,潤澤益桑). Zwei Jahre nach der Pflanzung „pflücke nicht und wasche nicht“ (慎勿採、沐); jung gepflückt, sagt die Anmerkung, verdoppelt sich die Wartezeit. Wenn der Stamm „so dick wie ein Arm“ ist, wird er im ersten Monat noch einmal versetzt, „zehn Schritt je Baum“ (率十步一樹) — Schatten, der sich berührt, schadet Getreide und Bohnen —, und die Reihen stehen „in leichtem Winkel, nicht genau gegenüber“ (行欲小掎角,不用正相當), denn gerade Reihen behindern den Pflug. Absenker: ein unterer Zweig mit trockener Erde zum Boden gebogen, im nächsten Jahr abgeschnitten und gepflanzt. Pflügen hält von den Bäumen fern; wo der Pflug nicht hinkommt, gräbt man, „schneidet die Oberflächenwurzeln weg und düngt mit Seidenspinnerkot“ (斫去浮根,以蠶矢糞之).
Der Schnitt hat einen Kalender: „der zwölfte Monat ist die beste Zeit, der erste kommt danach, der zweite zuletzt“ (十二月為上時,正月次之,二月為下) — läuft der weiße Saft, leiden die Blätter — und ein Baum mit vielen Zweigen wird stark geschnitten, einer mit wenigen sparsam. Die Frühlingspflücke braucht Gerät und Leute: „lange Leitern und hohe Gerüste, mehrere Männer je Baum, die Zweige zurückgebogen und die Blätter sauber abgenommen“ (長梯高機,數人一樹,還條復枝,務令淨盡), getan „in der Morgendämmerung und am Abend, die Hitze meidend“ (要欲旦、暮,而避熱時); die Anmerkung zählt die Fehler auf: kurze Leitern brechen hohe Zweige, wenige Männer ermüden oben und unten, nicht zurückgebogene Zweige wachsen krumm, unreine Pflücke lässt den Baum krähenfüßig. Die Herbstpflücke ist sparsam, nur was stört. Was 沐 und 剶 bedeuten, erklärt die Seite nicht; üblich ist, 剶 sei der Schnitt der Maulbeerzweige, hier als Übliches vermerkt, nicht als Worte des Textes.
Beeren gegen ein schlechtes Jahr
Das Kapitel hebt die Frucht für die Hungersnot auf: „wenn die Maulbeeren reifen, sammle viel und trockne sie an der Sonne; in einem schlechten Jahr, wenn Hirse knapp ist, kann man sie dafür essen“ (椹熟時,多收,曝乾之,凶年粟少,可以當食). Die Anmerkung zitiert das Weilüe: Yang Pei, Vorsteher von Xinzheng, ließ die Leute getrocknete Maulbeeren lagern, mehr als tausend Hu, und als der Große Ahnherr (太祖) mit tausend Mann ohne Korn vorbeizog, brachte er sie dar. Die Anmerkung nennt auch den Umfang: „nördlich des Gelben Flusses sammeln die großen Häuser hundert Shi, die kleineren noch mehrere Dutzend Hu“ (大家收百石,少者尚數十斛). Das ist getrocknete Frucht, nicht Laub; und es ist eine Anmerkung, eine ältere Geschichte, nicht der eigene Versuch des Handbuchs.
Der Raupenraum
Das Kapitel beginnt mit dem Raum. Die Wände sind mit einer Erde „des Segens und des Gewinns“ (福德利) beworfen, die die Seite nicht erklärt. „Der Raum soll Fenster auf vier Seiten haben, mit Papier beklebt, mit dichter Umfriedung; innen setze Feuer an die vier Ecken“ (屋欲四面開窗,紙糊,厚為籬。屋內四角著火): steht das Feuer an einer Stelle, sagt die Anmerkung, ist die Wärme ungleich. Die frisch Geschlüpften werden mit einer Feder abgestrichen; ein Rohrbesen verletzt sie. Bis zur zweiten Häutung hält man sie auf drei Horden: „auf die mittlere Horde setze die Würmer, lass die obere und die untere leer“ (中箔上安蠶,上下空置) — die untere schirmt die Feuchte des Bodens ab, die obere den Staub.
Das Füttern hat seine kleinen Regeln. In den ersten Tagen kommen die Blätter von der Maulbeere „des Segens und des Gewinns“ und werden „im Busen gewärmt, dann geschnitten“ (著懷中令暖,然後切之), denn kleine Würmer sollen den Tau nicht treffen. Bei jeder Fütterung wird der Fenstervorhang hochgerollt und dann gesenkt: Würmer fressen im Licht, und Fressen lässt sie wachsen. Alte Würmer verderben bei Regen ihre Kokons, so werden sie drinnen aufgesetzt: Reisig dünn auf die Horde gestreut, die Würmer darauf verteilt, wieder Reisig darüber, „ein Gestell trägt zehn Horden“ (一槌得安十箔); oder große Bündel Beifuß an die Balken gehängt, mit etwas Kohle darunter — warm spinnen sie schnell, kalt langsam. Zuchtkokons kommen aus der Mitte des Haufens: „die oben geben dünne Seide, die am Boden geben keine Eier“ (近上則絲薄,近地則子不生).
Kokons töten, und was fehlt
Zwei Arten, den Kokon zu töten, stehen gegeneinander: „töte die Kokons mit Salz: sie haspeln sich leicht, und die Seide ist zäh; die von der Sonne getöteten sind, obwohl weiß, dünn und spröde“ (用鹽殺繭,易繰而絲肕。日曝死者,雖白而薄脆). Das Kapitel hat auch den Wurm, der mit dem Dornmaulbeerbaum (柘) gefüttert wird: seine Seide „kann Saiten für Zither und Laute geben, klar und klingend, weit besser als gewöhnliche Seide“ (柘葉飼蠶絲,可作琴瑟等絃,清鳴響徹,勝於凡絲遠矣). Dieselbe Pflanze wird für Holz gezogen, mit einer Kette von Nutzungen vom Stock nach drei Jahren bis zum Wagenholz nach zwanzig, und Preisen in den Anmerkungen: drei Kupfermünzen je Wurzel, zehn für eine Reitpeitsche, hundert für einen Klappstuhl, dreihundert für einen Bogen. Das sind Preise für Dornmaulbeerholz, nicht für Seide, und sie werden hier nicht vermischt.
Keine der beiden Seiten gibt, was ein Bauer zuerst fragen würde: den Blattertrag eines Mu, das Gewicht der Kokons einer Horde, den Preis der Seide, die Kosten des Webens. Das Kapitel hat eine Zahl, die wie ein Ertrag aussieht — „ein Mu ernährt drei Horden Würmer“ (一畝食三箔蠶) —, aber sie steht in einer Anmerkung, die das Fan Shengzhi shu zitiert, weder Regel dieses Handbuchs noch Vorschrift der Nordwei; sie wird als Zitat gedruckt, nicht als Norm. Die Seiten sagen auch nicht, dass die Nordwei die Seidenzucht gefördert hätten. Die eine sagt, wie viele Bäume; die andere, wie man sie zieht und wie man die Würmer hält; die beiden belegen einander nicht.
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Quellen und weitere Lektüre
- 《齐民要术》卷第五·种桑柘第四十五(养蚕附)(维基文库本,正文与双行小注同页;一般认为成书于六世纪,未与点校本复核) — A northern farm manual's chapter on mulberry and silkworm. Planting: take black Lu mulberries when ripe (a note quotes the proverb 'a hundred Lu mulberries, plenty of silk floss and cloth'), wash out the seed, sow in beds, transplant in the first month at five feet to a root — close rather than thin, since a tree the plough can pass is easily killed — plant beans between the trees, leave the trees unplucked and unwashed for two years, move them when as thick as an arm at ten paces apart and in slightly angled rows, propagate by layering, cut the surface roots and manure with silkworm droppings, prune in the twelfth month by preference, pick in spring with long ladders and several men to a tree at dawn and dusk, and store dried berries against famine (a note quotes the Weilüe on Yang Pei and gives the scale of the trade). Silkworms: a room with papered windows on four sides and a fire in each of the four corners, feather-brushing the newly hatched, three racks with the middle loaded, leaves warmed in the bosom before cutting, curtains rolled up at each feed, indoor clustering in wet weather, breeding cocoons from the middle of the cluster, and salt-killed cocoons against sun-dried ones. Thorn mulberry for silk strings and for timber, with timber prices in the notes.
- 《魏书》卷一百一十·食货志(维基文库本,未与点校本复核) — Quoted here only for the planting clause of the land regulations: fifty mulberry trees, five jujubes and three elms to be planted; where the soil will not carry mulberry, one mu is given for elms and jujubes; slaves counted like commoners; three years to finish or the unplanted land is forfeited; mixed fruit and extra mulberry or elm not forbidden. The mu figures in the same passage — the open field and the mulberry field allotments — belong to the separate land-allotment article and are not used here.




