Die Abhandlung über Nahrung und Geld im Weishu erledigt das Salz der Nördlichen Wei in zwei kurzen Absätzen: einer über eine Salzpfanne in der Kommandantur Hedong, einer über eine Reihe von Öfen am Meer. Die Pfanne bekommt die Politik; die Öfen bekommen die Zahlen. Die Abhandlung ist ein Kapitel über Nahrung und Geld, und das Salz ist nur ein kleiner Teil davon: was die beiden Absätze festhalten, ist eine Verwaltung, keine Technik.
Die Pfanne und die Öfen
Zuerst die Pfanne. „In der Kommandantur Hedong gibt es eine Salzpfanne; früher wurde ein Amt eingerichtet, um die Steuer darauf einzuziehen“ (河東郡有鹽池,舊立官司以收稅利). Dann wurde es abgeschafft, „und unter dem Volk nahmen die Reichen und Starken den Gebrauch für sich, während die Armen und Schwachen keinen Anteil hatten“ (而民有富強者專擅其用,貧弱者不得資益). Am Ende der Yanxing-Zeit wurde wieder eine Aufsicht eingerichtet, die „das Teuer und das Billig maß und die Abgabe mäßigte, so dass Öffentliches und Privates beide gewannen“ (量其貴賤,節其賦入,於是公私兼利). Die Kollationsnotiz der Seite sagt, das „damals“ der ersten Abschaffung lasse sich nicht datieren: das Tongdian hat „zuvor“ (先是), das Cefu yuangui „danach“ (既而) — der Grundtext selbst ist hier unsicher. Unter Shizong (世宗) wurde das Verbot noch einmal aufgehoben, „und es wurde mit dem gemeinen Volk geteilt“ (與百姓共之); was der Staat brauchte, wurde durch eigene Regeln festgelegt, „genug und nicht mehr“ (取足而已).
Die Öfen kommen nach der Verlegung der Hauptstadt nach Ye: „in den vier Präfekturen Cang, Ying, You und Qing, am Meer, wurde Salz gesotten. Cang stellte 1.484 Öfen auf, Ying 452, You 180, Qing 546, und vier weitere in Handan; der Jahresertrag betrug 209.702 Hu und 4 Sheng“ (滄州置竈一千四百八十四,瀛州置竈四百五十二,幽州置竈一百八十,青州置竈五百四十六,又於邯鄲置竈四,計終歲合收鹽二十萬九千七百二斛四升). Damit, sagt die Abhandlung, wurden Heer und Staat versorgt. Die Abhandlung zählt Öfen, nicht Salzwerker; sie gibt keinen Ertrag für einen einzelnen Ofen, und die Summe gilt für alle zusammen.
Wer einzog, wer aufhörte
Liest man die beiden Absätze zusammen, so verfolgt die Abhandlung nicht die Salzherstellung, sondern wer den Gewinn nimmt. Die Folge ist: ein Amt, seine Abschaffung, eine Aufsicht, ihre Abschaffung, dann nehmen die Reichen und Hochgestellten die Pfanne, und die Leute an der Pfanne sperren die anderen aus. „Danach nutzten die mächtigen Häuser wieder ihre Stellung, um sie zu rauben, und die Leute an der Pfanne begannen auch, andere abzuweisen; Stark und Schwach traten einander, und die Sache wurde weit und nah gehört“ (自後豪貴之家復乘勢占奪,近池之民,又輒障吝,強弱相陵,聞於遠近).
Das vorgeschlagene Mittel war das alte: wieder ein Amt. Anfang der Shenggui-Zeit legten der Großlehrer, der Prinz von Gaoyang, Yuan Yong, und der Großhüter, der Prinz von Qinghe, Yuan Yi, eine Denkschrift vor. Die Pfanne sei „ein Schatz des Himmels, der die Lebenden nährt“ (鹽池天藏,資育群生); der Hof habe nie mit den kleinen Leuten um diesen Gewinn wetteifern wollen, aber ohne Regel „umschließen die Mächtigen sie und die Nahen bewachen sie, und die Armen, die von fern kommen, stehen ohne alles“ (或豪貴封護,或近者吝守,卑賤遠來,超然絕望). Die Denkschrift wird lang zitiert; die Antwort des Kaisers ist ein einziger Satz der Politik. Also sollen wieder Beamte eingesetzt werden, und der Staat nimmt „die Steuer des Zehnten, die von alters bis jetzt der Reihe nach genommen wurde und viel geholfen hat“ (十一之稅…所濟為廣).
Eine Denkschrift und eine Gegendenkschrift
Die Denkschrift beantwortet zwei Dinge. Das kleinere: ein Schreiber, Wang Houxing, hatte gebeten, dass die Pfanne außer den 20.000 Hu Salz für die Küchen der Beamten jährlich tausend Pferde und fünfhundert Rinder liefere (請供百官食鹽二萬斛之外,歲求輸馬千匹、牛五百頭) — was die Prinzen als Beweis nehmen, dass solche Forderungen sich nicht im Voraus berechnen lassen; von einer Salzpfanne Pferde und Rinder zu verlangen, gilt als Symptom. Das größere: der Zensor Zhen Chen hatte gebeten, das Verbot ganz aufzuheben, und die Denkschrift zitiert den Einwand gegen ihn: „Zhen Chens Vorschlag ist im Gespräch hoch im Prinzip; in die Tat umgesetzt, fehlt es an der Ausführung“ (坐談則理高,行之則事闕).
Der Kaiser folgte Zhen Chen dennoch. Was folgte, sagt die Abhandlung, war schlimmer als das Amt: „die Leute rund um die Pfanne, Wei Baoguang und andere, behielten sie für sich; ihre Sperre war doppelt so hart wie die des Amtes, sie gaben und nahmen nach Belieben und setzten den Preis mit ihrem eigenen Mund“ (乃為繞池之民尉保光等擅自固護,語其障禁,倍於官司,取與自由,貴賤任口). Die Abhandlung sagt nicht, wer diese „Leute rund um die Pfanne“ waren und aus welchem Recht sie sie hielten. Also fordern die Prinzen das Verbot und das Amt zurück; „und wieder wurde ein Aufsichtsbeamter eingesetzt, um es zu überwachen. Danach wurde es abgeschafft und wieder eingesetzt, bis zur Yongxi-Zeit“ (於是復置監官以監檢焉。其後更罷更立,以至於永熙).
Derselbe Absatz, zweimal
Das Tongdian, eine Tang-Kompilation, erzählt diese Stelle in seinem Kapitel über Salz und Eisen, und die beiden Texte stimmen nicht überall überein. Das Weishu hat die Aufhebung des Verbots „als Shizong den Thron bestieg“ (世宗即位); das Tongdian „als Xiaoming den Thron bestieg“ (孝明即位). Der Jahresertrag des Meersalzes ist im Weishu 209.702 Hu und 4 Sheng, im Tongdian 209.708 Hu und 4 Dou. Das Übrige ist nah genug, um dieselbe Geschichte zu sein. Das Tongdian eröffnet die Stelle auch mit „zur Zeit Xuanwus der Späteren Wei“ (後魏宣武時), so dass seine eigene Erzählung am Anfang Xuanwu und beim Wechsel Xiaoming nennt.
Beide Fassungen stehen hier; keine wird gegen die andere korrigiert. Eine ist die Geschichte der Nördlichen Wei, die andere eine Tang-Nacherzählung — und die Nacherzählung ist als solche markiert: die „Späteren Wei“ des Tongdian sind die Nördlichen Wei, und ihr Bericht ist die Zusammenfassung eines Tang-Gelehrten. Welcher Kaiser und welche Zahl, entscheiden die Seiten nicht.
Was die Seiten nicht geben
Keine der beiden Seiten gibt die Größe der Pfanne, die Zahl der Salzhaushalte, den Salzpreis, den Ertrag eines Ofens oder wie die Steuer des Zehnten geprüft wurde. Die Öfen sind gezählt und die Summe ist genannt; die Menschen, die das Salz sotten, nicht. Auch gibt es keinen Nachweis über Personal, Kosten oder Einnahmen des Amtes, und die Daten sind Regierungszeiten und Perioden, keine Jahre. Für den eigenen Ertrag der Pfanne von Hedong steht keine Zahl: die einzige Jahressumme auf beiden Seiten ist die des Meersalzes.
Es bleibt eine Pfanne und eine Reihe von Öfen, und ein Satz, der bei jedem Wechsel wiederkehrt: „mit dem gemeinen Volk geteilt“ (與百姓共之) — und gleich danach sagt die Abhandlung, die Mächtigen nehmen sie. Das ist alles, was diese zwei Seiten über das Salz der Nördlichen Wei bieten: eine Steuer, ein Amt und ein Hin und Her; nicht das Salz und nicht die Salzwerker. Das Hin und Her hat im Text kein Ende: es geht „bis zur Yongxi-Zeit“ und hört auf.
Weiterlesen:Der Preis des Zweifels: Fünf Strafen im Lü Xing · Halbes Liang: Das Gewicht, das auf der Münze steht · Siebzig Mu „besetzt“: eine Obergrenze, keine Zuteilung
Quellen und weitere Lektüre
- 《魏书》卷一百一十·食货志(北齐魏收撰;维基文库本,未与点校本复核) — Two paragraphs on Northern Wei salt: the Hedong pool, where an office collected the tax, was abolished, was restored as an inspectorate at the end of Yanxing, was lifted again under Shizong, and was seized by powerful houses — with the Shenggui memorial of the princes of Gaoyang and Qinghe asking for the ban and the inspectorate back, the tax of one in ten, and the counter-argument against Zhen Chen; then the sea-salt stoves of Cang, Ying, You and Qing after the move to Ye, 1,484, 452, 180 and 546 stoves plus four at Handan, a year's total of 209,702 hu 4 sheng.
- 杜佑《通典》卷十·食货十·盐铁(唐;维基文库本,未与点校本复核) — The same Northern Wei passage retold in a Tang compendium: the same Hedong pool, offices, abolitions and memorial, but with the ban lifted 'when Xiaoming came to the throne' where the Weishu has Shizong, and a year total of 209,708 hu 4 dou where the Weishu has 209,702 hu 4 sheng. A Tang summary, marked as such.




