Ein Elixier hatte seinen Preis. Im Kapitel „Goldelixier“ des Baopuzi rechnet Ge Hong selbst: „ein Jin Gold nach alter Waage ist heute zwei Jin und kommt auf nicht mehr als dreihunderttausend oder so“ (古秤金一斤於今為二斤,率不過直三十許萬); mit den übrigen Drogen „reichen vierhunderttausend für eine Portion, genug, dass acht Männer unsterblich werden“ (都合可用四十萬而得一劑,可足八人仙也). Im selben Kapitel sagt er, er habe das Rezept seit über zwanzig Jahren: „Ich habe es vor mehr als zwanzig Jahren empfangen; mein Vermögen ist keinen Dan Getreide wert, ich habe nichts, womit ich es machen könnte, und kann nur lange seufzen“ (余受之已二十餘年矣,資無擔石,無以為之,但有長歎耳). Ein Rezept, eine Summe, und der Mann, der die Rechnung macht.

Eins: der Preis einer Portion

Er kann rechnen, weil er zwei Elixiere gegeneinander abwägt. Die neun Elixiere sind „die höchste Methode der Unsterblichkeitsdrogen“ (仙藥之上法), aber sie „brauchen sehr viele verschiedene Drogen“ (所用雜藥甚多), und „das Feuer muß Tag und Nacht über Dutzende von Tagen brennen, man muß die Kraft der Flamme hüten und darf sie nicht ihr rechtes Maß verlieren lassen“ (起火晝夜數十日,伺候火力,不可令失其適). Flüssiges Gold ist einfacher: „nur das Gold ist schwer zu bekommen“ (唯金為難得耳). Daher zwei Zahlen: ein Jin Gold zu „dreihunderttausend oder so“ (直三十許萬), eine Portion zu „vierhunderttausend“ (四十萬). Die Seite sagt nicht, aus welcher Zeit diese Kupfermünzen stammen, noch was vierhunderttausend im Alltag bedeuteten; dieser Artikel rechnet nichts um.

Zwei: ein Amt für Zinnober

Das Jinshu erklärt seinen Weggang aus der Hauptstadt: „Da er alt wurde und das Elixier läutern wollte, um für langes Leben zu beten, und hörte, dass Jiaozhi Zinnober hervorbringe, bat er um das Amt des Magistrats von Gouliu. Der Kaiser hielt seinen Rang für zu hoch und erlaubte es nicht. Hong sagte: Nicht um Ehre ist es mir zu tun, sondern weil es Zinnober gibt. Der Kaiser ließ ihn ziehen“ (以年老,欲練丹以祈遐壽,聞交阯出丹,求為句漏令。帝以洪資高,不許。洪曰:非欲為榮,以有丹耳。帝從之). Nach Jiaozhi kam er nie: „In Guangzhou hielt ihn der Gouverneur Deng Yue zurück und ließ ihn nicht weiterziehen; so blieb Hong auf dem Berg Luofu und läuterte den Zinnober“ (至廣州,刺史鄧岳留不聽去,洪乃止羅浮山煉丹). Deng Yue schlug ihn als Gouverneur von Dongguan vor; er lehnte ab und „verbrachte Jahre auf dem Berg, in ruhiger Muße, ohne mit dem Schreiben aufzuhören“ (在山積年,優遊閑養,著述不輟).

Luofu kommt wie gerufen. Das Kapitel endet mit einer Liste von Bergen, auf denen „man in gesammeltem Denken die Unsterblichkeitsdrogen zusammensetzen kann“ (可以精思合作仙藥), von Hua und Tai bis Tiantai und Kuocang; Luofu steht darauf, und diese Berge „haben alle einen wahren Gott in ihrem Innern, und unter ihnen sind solche mit Erdenunsterblichen“ (皆是正神在其山中,其中或有地仙之人). Dasselbe Kapitel gibt die Regeln: ein berühmter Berg, ein Ort ohne Menschen, „nicht mehr als drei Gefährten, zuerst hundert Tage Fasten, ein Bad in fünf Wohlgerüchen“ (結伴不過三人,先齋百日,沐浴五香); fern von Unrat, ohne Verkehr mit den Leuten der Zeit, „und die, die den Weg nicht verstehen, sollen es nicht wissen; lästern sie die göttliche Droge, so entsteht die Droge nicht“ (又不令不通道者知之,謗毀神藥,藥不成矣). Ist der Zinnober bereitet, folgt ein Opfer: die Anteile nach Gewicht an Himmel, Sonne und Mond, den Großen Wagen, den Herrn des Flusses, die Türen — „zusammen achtundachtzig Jin“ (凡八十八斤); die restlichen zwölf Jin werden in einen Lederbeutel getan und wortlos mitten unter vielen Menschen auf dem Markt niedergelegt, dann geht man.

Drei: ein Rezept, die Zinnoberblüte

Das erste Rezept, „Zinnoberblüte“: „Zuerst muß man das dunkle Gelb machen; man nimmt Xionghuang-Wasser (雄黃水), Fanshi-Wasser (礬石水), Rongyan (戎鹽), Luyan (鹵鹽), Yushi (礜石), Muscheln von Muli (牡蠣), Chishizhi (赤石脂), Huashi (滑石) und Hufen (胡粉), von jedem einige Dutzend Jin, und macht daraus den Liuyi ni (六一泥); man brennt es sechsunddreißig Tage, dann entsteht es; sieben Tage lang genommen, ist man unsterblich. Dann knetet man dieses Elixier mit dunkler Paste und setzt es auf ein heftiges Feuer: im Nu wird es Gold. Oder man nimmt zweihundertvierzig Zhu mit hundert Jin Quecksilber und brennt es: es wird ebenfalls Gold. Wird das Gold, so ist die Droge geworden; wird es nicht, so versiegelt man die Droge wieder und brennt sie dieselbe Zahl von Tagen, und sie wird immer“ (當先作玄黃……日數如前,無不成也). Namen, Mengen, Tage, Feuer: alles ist da. Worauf es ankommt, sind die beiden letzten Sätze — ob es gelingt, sieht man am Gold. „Wird das Gold, so ist die Droge geworden“ (金成者藥成也): das ist kein Ritus, das ist eine Prüfung. Dieser Artikel schreibt die Namen ab, erklärt nicht, was sie sind, und entscheidet nicht, ob sie wirken oder giftig sind: diese Schicht hat die Seite nicht.

Das Feuer hat seine Regeln. Der neunmal gewendete Zinnober wird „versiegelt und bestrichen in einen Tontopf getan, Spreu-Feuer, erst sanft, dann heftig“ (封塗之於土釜中,糠火,先文後武): von der ersten bis zur neunten Wendung hat jede ihre Tage. Wenige Wendungen, so ist „die Kraft der Droge unzureichend“ (藥力不足), und man „nimmt sie länger und wird später unsterblich“ (服之用日多,得仙遲) — drei Jahre für die erste, drei Tage für die neunte. Die Dosen stehen in „Daogui“ (刀圭), eine oder drei; die Maße werden abgeschrieben und in nichts umgerechnet, denn die Seite sagt nie, wie viel ein Daogui ist. Ofen, Größe des Kessels, Einrichtung der Kammer: keine der beiden Seiten sagt es.

Vier: Zinnober, Quecksilber und warum es dauert

Ge Hongs Begründung ruht auf einer Beobachtung: „Alle Pflanzen brennen zu Asche, aber Zinnober gebrannt wird Quecksilber, und mit gehäufter Veränderung wird er wieder Zinnober; er ist also weit von den gewöhnlichen Pflanzen entfernt“ (凡草木燒之即燼……其去凡草木亦遠矣). Und: „Das Goldelixier, je länger man es brennt, desto wunderbarer seine Wandlungen; Gold im Feuer wird von hundert Schmelzen nicht verzehrt, vergraben verfällt es nicht bis zum Ende des Himmels; nimmt man diese zwei Dinge, so läutern sie den Körper des Menschen, darum lassen sie ihn nicht altern und nicht sterben“ (夫金丹之為物……故能令人不老不死). Sein Schluß läuft über ein Gleichnis: „Das heißt von einem äußeren Ding borgen, um sich selbst fest zu machen, wie Fett das Feuer nährt, daß es nicht erlischt, wie Grünspan an den Füßen sie im Wasser nicht faulen läßt: das ist die Kraft des Kupfers borgen, um sein Fleisch zu schützen“ (此蓋假求於外物以自堅固……借銅之勁以扞其肉也).

Diese Schicht muß bezeichnet werden: Hier spricht und schließt Ge Hong selbst. „Zinnober gebrannt wird Quecksilber, und mit gehäufter Veränderung wird er wieder Zinnober“ ist eine Beobachtung, die er vorträgt; „darum lassen sie ihn nicht altern und nicht sterben“ ist die Folgerung, die er daraus zieht. Die Seite hält kein Verfahren, keine Prüfung, keine fremde Nachprüfung fest. Darum tut dieser Artikel nur zweierlei: er schreibt Beobachtung und Folgerung getrennt ab, nimmt „unsterblich“ nicht als Ergebnis, übersetzt die Rezepte nicht in moderne Chemie und urteilt nicht, ob sie wirken oder schaden.

Fünf: der Mann, der schreibt

Das Kapitel beginnt mit einer Selbstschilderung, die eher nach einem Mann klingt, der Bücher sucht: „In der Jugend liebte ich die Methoden, ging zu Fuß und fragte, ohne Scheu vor Gefahr und Ferne; hörte ich etwas Sonderbares, so freute ich mich; wurde ich auch verspottet, so betrübte es mich nicht“ (余少好方術,負步請問,不憚險遠。每有異聞,則以為喜。雖見毀笑,不以為戚). Er zog durch die Provinzen Xu, Yu, Jing, Xiang, Jiang und Guang und „sah mehrere hundert wandernde, gewöhnliche Daoisten“ (閱見流移俗道士數百人矣); nach „der Sache der göttlichen Droge und des flüssigen Goldes“ (神丹金液之事) gefragt, „wußte nicht ein einziger davon“ (了無一人知之者). Auch die Überlieferung nennt er: ein Geistmensch gab die Bücher Zuo Yuanfang, dieser gab sie an Ge Hongs Großonkel Ge Xuan, dieser an Zheng Yin, dieser an Ge Hong — mit einem Bund an einem Altar im Maji-Gebirge, die mündlichen Formeln nicht aufgeschrieben. Er setzt eigens hinzu: „Östlich des Flusses gab es dieses Buch vorher nicht“ (江東先無此書).

Warum er schreibt, sagt er auch: „Ich schreibe jetzt in Abriss das Wesentliche des Goldelixiers ab, um es denen zu zeigen, die nach mir kommen und denselben Sinn haben“ (余今略鈔金丹之都較,以示後之同志好之者). Warum der Berg und warum das Geheimnis, erklärt er mit Zheng Yins Worten: die große Droge braucht ein Opfer, und zum Opfer kommen die höchsten Götter zu sehen; geschieht es dort, wo die Leute der Zeit vorbeikommen, tadeln die Götter den Verfertiger, böse Luft dringt ein, und die Droge entsteht nicht. Dazu ein Gleichnis aus der Heilkunde: Ärzte, die eine gute Salbe mischen, „wollen nicht, daß Hühner, Hunde, Kinder oder Frauen es sehen; wird es von irgendetwas angetastet, so hat es keine Wirkung“ (皆不欲令雞犬小兒婦人見之。若被諸物犯之,用便無驗). Eine gesehene Droge verliert ihre Kraft, ein gelästertes Elixier entsteht nicht. Die Artikel dieser Seite über Heilkunde handeln von Drogen und Rezepten; diese Seite handelt vom Einnehmen eines Elixiers, um unsterblich zu werden — das Wort und die Tabus sind gemeinsam, die Frage ist es nicht.

Das Jinshu beendet ihn auf Luofu: er stirbt mit einundachtzig. „Er saß bis zum Mittag, reglos wie schlafend, und starb. Sein Teint war wie im Leben, sein Körper weich, und der Sarg war sehr leicht, wie leere Kleider; die Welt meinte, er sei durch Leichenscheidung entkommen und unsterblich geworden“ (時年八十一……世以為屍解得仙). Das ist eine Geschichte, die aufschreibt, was die Leute sagten, und dieser Artikel schreibt sie ab und markiert sie so. Die Lücken sind klar: Ofen, Kammer, ob die vierhunderttausend je ausgegeben wurden, ob er das Elixier je gemacht hat — keine der beiden Seiten sagt es. Darum nennt dieser Artikel ihn weder „Vorläufer der Chemie“ noch schreibt er eine Widerlegung: die Seiten hinterlassen die Überzeugung eines Mannes, eine Summe und einige Rezepte.

Weiterlesen:Welche Bücher verbrannten: Der Qin-Erlass über die Bücher, Punkt für Punkt · Die Farbe der Yin: Weiß, Mittag und ein Wagen · Mit fünfzig ein Stock: Alter in einem Ritualbuch und einem Erlass

Quellen und weitere Lektüre

  1. 葛洪《抱朴子内篇》卷四〈金丹〉(维基文库本,未与点校本复核) — The chapter that gives the recipes and the author's own account. Costs: 'one catty of gold by the old scale, which by today's measure is two catties, comes to no more than three hundred thousand or so… four hundred thousand will get one batch, enough for eight men to become immortals' (古秤金一斤於今為二斤,率不過直三十許萬……都合可用四十萬而得一劑,可足八人仙也). Self-account: 'I received it over twenty years ago; my means are not worth a picul, I have nothing to make it with, and can only sigh' (余受之已二十餘年矣,資無擔石,無以為之,但有長嘆耳). It carries the first elixir's recipe, the nine elixirs and their firing times, the cinnabar and mercury sentences, and the list of mountains fit for compounding, which includes Luofu (羅浮山). The page's characters are uneven — 餘/余 and 復/複 are mixed — and quotations here follow the page as printed.
  2. 房玄龄等《晋书》卷七十二〈葛洪传〉(维基文库本,未与点校本复核) — The biography: Ge Hong of Jurong in Danyang; taught by Zheng Yin, who had the alchemical secrets from Ge Hong's grand-uncle Ge Xuan; 'as he grew old he wished to refine elixir to pray for long life, and hearing that Jiaozhi produced cinnabar he asked for the post of Gouliu magistrate. The emperor thought his standing too high and refused. Hong said: It is not for honour; it is because there is cinnabar' (以年老,欲練丹以祈遐壽,聞交阯出丹,求為句漏令……洪曰:非欲為榮,以有丹耳). Then: 'at Guangzhou the governor Deng Yue kept him from going on, and Hong stayed on Mount Luofu to refine elixir' (洪乃止羅浮山煉丹). The chapter ends with his death at eighty-one and the judgement 'the world took it that he had escaped by dissolution and become an immortal' (世以為屍解得仙雲). It also lists his medical works (《金匱藥方》一百卷,《肘後要急方》四卷), which this piece does not use.
  3. 葛洪《抱朴子内篇》卷十一〈仙药〉(维基文库本,未与点校本复核) — Checked and used only to show that the habit of naming ingredients by weight runs through the book. This chapter has 小神方:'three catties of true cinnabar and one catty of white honey, mixed and sun-dried' (小神方,用真丹三斤,白蜜一斤,合和日曝煎之,令可丸), where the Golden Elixir chapter's 小神丹方 reads 白蜜六斤 for the same recipe. The two chapters differ by a character in the honey weight; this piece does not pick a correct reading and quotes neither in the body. The same chapter is where the Yu-step (禹步法:前舉左,右過左,左就右……如此三步,當滿二丈一尺,後有九跡) and the herbal recipes sit; this piece quotes none of the medical material.