Die Beamten der Han hatten einen Urlaub namens 洗沐 — Waschen —, gewährt einmal alle fünf Tage, dem Namen nach, um heimzugehen und zu baden. Drei Stellen werden hier benutzt: das Leben des Zheng Dangshi im 120. Kapitel des Shiji, dasselbe Leben im 50. Kapitel des Buches der Han für seine Varianten und die Familie Shi im 103. Kapitel des Shiji. Alle drei sagen nur 每五日洗沐, alle fünf Tage, und gehen weiter; keine erklärt, wie dieser Urlaub funktionierte. Die Formel wird als gewöhnlicher Hintergrund behandelt, als kenne jeder Leser sie. Zwei Bücher, drei Stellen, eine Formel; das Thema des Artikels ist, was auf beiden Seiten davon liegt. Dieser Artikel hält sich an diese Grenze: was zwei Männer mit dem Tag taten.
Fünf Zeichen und eine Lücke
Die Wörter bedeuten, Haare und Körper zu waschen. Alle drei Seiten geben 每五日洗沐 und nichts weiter: nicht, von welchem Tag die Zählung begann, nicht ob der Urlaub in Notfällen ausgesetzt wurde, nicht ob der Lohn weiterlief, nicht ob man danach ins Amt zurückkehrte. Das sind Fragen der Institution, und die drei Seiten beantworten sie nicht; kein späteres Urlaubsrecht wird hier herangezogen, um die Lücke zu füllen, und die fünf Tage werden nicht in eine Woche umgerechnet. Feststehen kann nur die Häufigkeit und der Vorwand: einmal in fünf Tagen, zum Waschen. Alles andere am Urlaub ist Schweigen, und das Schweigen wird nicht gefüllt.
Der Tag des Zheng Dangshi
Im Shiji ist Zheng Dangshi noch jung und niedrig: 孝景時,為太子舍人。每五日洗沐,常置驛馬安諸郊,存諸故人,請謝賓客,夜以繼日,至其明旦,常恐不遍 — unter Kaiser Jing war er Gefolgsmann des Kronprinzen; an jedem Badeurlaub hielt er Postpferde außerhalb der Stadt bereit, besuchte alte Freunde, dankte seinen Gästen und machte die Nacht bis zum Morgen durch, stets fürchtend, jemanden zu übersehen. Die Lebensbeschreibung fügt hinzu: 年少官薄,然其游知交皆其大父行,天下有名之士也 — jung und von niederem Amt, und doch waren seine Freunde alle aus der Generation seines Großvaters, berühmte Männer des Reiches. Die Seite gibt ihm in dieser Nacht keinen Schlaf; sie gibt nur die Furcht, jemanden zu übersehen.
Das Buch der Han hat dieselbe Stelle mit kleinen Unterschieden: 每五日洗沐,常置驛馬長安諸郊,請謝賓客,夜以繼日,至明旦,常恐不遍 — die Pferde an den Vorstädten von Chang'an, nicht „an den Vorstädten“; 存諸故人 fehlt; 至明旦 statt 至其明旦. Ein Ereignis, zwei Schreibweisen, nebeneinander gestellt und nicht verschmolzen. Die Änderungen sind klein: ein Ort genauer benannt, eine Wendung weggelassen.
Die Lebensbeschreibung gibt denselben Mann auch am Hof: 每朝,候上之間,說未嘗不言天下之長者 — bei jeder Audienz, wenn sich eine Lücke ergab, sprach er immer von den guten Männern der Welt. Die Besuche im Urlaub und die Namen am Hof stehen in getrennten Absätzen, mit seiner Familie, seinem Amt und seiner Liebe zu Huang-Lao dazwischen; der Text verbindet sie nie zu einem Satz. Die Besuche und die Namen sind zwei Hälften desselben Rufs, aber die Seite läßt sie unverbunden, und dieser Artikel auch. Auch die Kosten rechnet er nicht: er war 廉,又不治其產業,仰奉賜以給諸公 — rechtschaffen, nie ein Vermögen aufbauend, von seinem Gehalt und seinen Gaben lebend, um die Alten zu bewirten — und was er verschenkte, war 不過算器食, nicht mehr als ein Maß Essen in einem Gefäß. Die Pferde und das Mahl des Urlaubs werden nicht addiert.
Der Tag des Shi Jian
In der Lebensbeschreibung der Familie Shi im Shiji wird der Tag ganz anders genutzt: 建為郎中令,毎五日洗沐歸謁親,入子舍,竊問侍者,取親中帬廁牏,身自浣滌,復與侍者,不敢令萬石君知,以為常 — Shi Jian, Oberst der Palastwache, ging an jedem Badeurlaub heim, seine Eltern zu sehen, schlüpfte in die Seitenräume, fragte die Diener leise, nahm seines Vaters Unterwäsche und Nachttopf, wusch sie selbst, gab sie den Dienern zurück und ließ seinen Vater, den Herrn der Zehntausend Shi, es nie erfahren; das war seine feste Übung. Der Text nennt die Dinge ohne Umschweife — Unterwäsche und einen Nachttopf —, und der Oberst der Palastwache scheuert sie selbst.
Die Familie steht am Anfang des Kapitels: 萬石君家以孝謹聞乎郡國,雖齊魯諸儒質行,皆自以為不及也 — die Familie war in den Kommandanturen für kindliche Pietät und Behutsamkeit bekannt, und selbst die schlichten Gelehrten von Qi und Lu hielten sich für hinter ihr zurück. Das Haus war eine kleine Regierung der Sitten, und der Urlaub war eines ihrer Ämter. Der Vater ließ den Rang eines Sohnes nicht als Entschuldigung gelten, und der Sohn ließ seinen eigenen Rang nicht als Entschuldigung vor dem Becken gelten. Söhne, die als kleine Beamte heimkamen, wurden 必朝服見之,不名 empfangen, im Hofgewand und ohne ihren Vornamen; wenn sie fehlten, 不譙讓,為便坐,對案不食 — er schalt nicht, sondern setzte sich beiseite und aß nicht, bis sie die Arme entblößt und um Verzeihung gebeten hatten; der alte Mann stieg am Palasttor aus dem Wagen und neigte sich vor den Pferden auf der Straße. Shi Jians Urlaub fällt in diese Hausordnung: was er mit dem Tag tat, war nicht, Leute zu sehen, sondern die persönlichen Dinge seines Vaters zu waschen und es ihm zu verbergen.
Eine Zeit, zwei Verwendungen
Beide Stellen sagen 每五日洗沐: der eine nutzte es, um Leute zu sehen, der andere, um seinen Eltern zu dienen; der eine ging 夜以繼日至明旦 die Nacht bis zum Morgen durch, der andere 不敢令萬石君知 ließ seinen Vater nie davon wissen. Das sind nicht zwei Arten von Urlaub, sondern eine Zeit, von zwei Männern verschieden gefüllt. Der eine ist ein Tag der Besucher, der andere ein Tag der Wäsche, und der Kalender ist derselbe. Die Seiten sagen nicht, welche Verwendung richtig war, und dieser Artikel ordnet sie nicht.
Die Varianten stehen gesondert: 置驛馬安諸郊 im Shiji gegen 置驛馬長安諸郊 im Buch der Han; 存諸故人 nur im ersteren; 其慕長者如恐不見 gegen 其慕長者,如恐不稱; 莊為太史 gegen 當時為大吏; 不過算器食 gegen 不過具器食; 每朝,候上之間,說未嘗不言 gegen 每朝,候上間說,未嘗不言. Jede steht, wie sie steht, ohne daß eine „richtige“ Fassung gewählt wird. Die Unterschiede sind klein, und keiner ändert den Tag.
Was die drei Seiten nicht geben
Keine gibt den Beginn der Zählung oder die Reihenfolge, ob der Urlaub in Notfällen aufhörte, ob Gehalt und Getreide weiterliefen, wo und womit man sich wusch, oder worin sich 洗沐 von 告 und 寧 unterschied. Sie sagen auch nicht, ob jemand außerhalb der Beamtenränge solch einen Tag hatte, oder wie ein Haus ohne Diener das Waschen besorgte. Das sind Lebensläufe, keine Vorschriften.
Andere Themen bleiben draußen: die kaiserliche Akademie, die Poststationen und die Altenpflege gehören zu anderen Artikeln, und dieser handelt nur von 每五日洗沐, wie es in drei Lebensläufen gebraucht wird. Keine moderne Frage von Arbeit und Ruhe wird gestellt, und kein vollständiges Bild des Han-Urlaubs wird gezeichnet: drei Seiten geben zwei Männer und zwei Badetage — eine Formel, ein Pferd, das am Tor wartet, ein Becken und einen Vater, dem nichts gesagt wurde.
Weiterlesen:Guo Pus Weissagungen: ein Pferd, Bohnen und eine Eselratte · Ji Kang: Der Hammer unter der Weide und eine Melodie auf dem Richtplatz · Sima Xiangru: Vier Wände, eine Laute, eine Weinschänke
Quellen und weitere Lektüre
- 《史记》卷一百二十·汲郑列传(西汉司马迁撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The life of Zheng Dangshi, styled Zhuang: while still a young and low-ranking official under Emperor Jing he 每五日洗沐,常置驛馬安諸郊,存諸故人,請謝賓客,夜以繼日,至其明旦,常恐不遍 — every fifth day, on his bathing leave, he kept post horses outside the city, called on old friends and thanked his guests, through the night until dawn, always afraid of missing someone. It adds that he loved the words of Huang-Lao, that he courts the elders as if afraid never to see them, that his friends were all of his grandfather's generation, and that at court he never failed to speak of the world's good men; the page also writes 太史 where the parallel text has 大吏.
- 《汉书》卷五十·张冯汲郑传(东汉班固撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The same life, used for its variants: 每五日洗沐,常置驛馬長安諸郊,請謝賓客,夜以繼日,至明旦,常恐不遍 — post horses at the suburbs of Chang'an, no 存諸故人, 至明旦 for 至其明旦; elsewhere 其慕長者,如恐不稱 for 如恐不見; 大吏 for 太史; 具器食 for 算器食. Divergences are printed side by side in the article.
- 《史记》卷一百三·万石张叔列传(西汉司马迁撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The Shi family: 建為郎中令,毎五日洗沐歸謁親,入子舍,竊問侍者,取親中帬廁牏,身自浣滌,復與侍者,不敢令萬石君知,以為常 — Shi Jian, as chief of the palace guard, went home on his fifth-day bathing leave to see his parents, slipped into the side rooms, asked the servants quietly, took his father's underclothes and chamber pot and washed them himself, gave them back to the servants, and never let his father know, as a regular practice. The same chapter describes the family's reputation for filial caution and the father's rule of dressing in court dress to receive his sons.




