Zwei Fragmente, zwei verschiedene Dinge. Das Shiji, Kapitel „Huozhi liezhuan“ (《史记·货殖列传》), nennt „tausend shi Fisch aus einem Teich am Wasser“ (水居千石魚陂) — einen Fischteich, der tausend shi (石, ein Hohlmaß) Fisch trug. Das Hanshu, die „Abhandlung über Waren und Geld“ (《汉书·食货志》), nennt „die Seerente verdreifachen“ (增海租三倍) — die Steuer auf den Fischfang zur See, verdreifacht. Das eine ist ein Vermögensposten, das andere eine Steuer und ein Staatsbetrieb; dieser Artikel hält beides in getrennten Abschnitten und macht daraus kein Kapitel „Fischerei der Han“. Zuerst die Einheit: 石 ist ein Hohlmaß und wird im Folgenden shi geschrieben, nicht in moderne Einheiten und nicht in heutiges Geld umgerechnet.

Die ungekrönten Markgrafen: eine Liste zählbarer Erträge

Das Kapitel gibt dieser Art von Leuten zuerst einen Namen: „Wer keine Rangbesoldung und keine Einkünfte aus Lehen und Land hat und dennoch mit solchen zu vergleichen ist, heißt ungekrönter Markgraf“ (今有無秩祿之奉,爵邑之入,而樂與之比者,命曰素封). Verglichen wird über das Einkommen: Ein Herr über tausend Haushalte nimmt „zweihundert je Haushalt im Jahr“ (歲率戶二百), also zweihunderttausend an Abgaben und Steuern im Jahr; ein Haus von einer Million bringt im Jahr ebenfalls zweihunderttausend an Zins. So werden Gewerbe und Anlagen in Posten umgerechnet, die „einem Markgrafen über tausend Haushalte gleich“ sind (與千戶侯等).

Die Liste im Wortlaut: „Daher heißt es: auf trockenem Land zweihundert Hufe Pferde, Rinder an Horn und Huf tausend, Schafe an tausend Füßen, im Sumpf Schweine an tausend Füßen, am Wasser tausend shi Fisch aus einem Teich, im Berg tausend Stämme Bauholz“ (故曰陸地牧馬二百蹄,牛蹄角千,千足羊,澤中千足彘,水居千石魚陂,山居千章之材). Danach folgt eine lange Reihe weiterer Posten — „tausend Dattelbäume in Anyi; tausend Kastanien in Yan und Qin; tausend Orangen in Shu, Han und Jiangling; tausend mu Lack in Chen und Xia; tausend mu Maulbeer und Hanf in Qi und Lu; tausend mu Bambus am Wei“ (安邑千樹棗……渭川千畝竹) —, und das Ganze schließt mit dem Satz: „Diese Leute sind alle einem Markgrafen über tausend Haushalte gleich“ (此其人皆與千戶侯等). Der Fischteich steht in dieser Liste neben Pferden, Rindern, Schafen und Bauholz: ein Posten, dessen Ertrag sich zählen lässt.

Die Liste zählt, sie wirtschaftet nicht. Wie groß der Teich war, welche Fische darin standen, wer ihn bewirtschaftete, ob er verpachtet war, wohin der Fisch verkauft wurde, wie oft im Jahr abgefischt wurde — keine der beiden Seiten sagt es. „Tausend shi“ ist eine Ertragszahl und steht so, wie sie steht; wie sie gerechnet wurde, steht auf der Seite nicht, und hier wird nichts ergänzt.

Die Seerente: dreifach

Die „Abhandlung über Waren und Geld“ des Hanshu verzeichnet die Finanzen der Regierungen von Zhao und Xuan. Geng Shouchang (耿壽昌), Beamter der Landwirtschaftskammer (大司農中丞), „war dem Kaiser durch Rechenkunst und die Fähigkeit, Nutzen und Gewinn zu erörtern, genehm“ (以善為算能商功利得幸於上); er beantragte zuerst, Getreide in der Nähe aufzukaufen, um die Transportpflichtigen östlich der Pässe zu entlasten, „und meldete ferner, die Seerente sei zu verdreifachen; der Kaiser folgte in allem seinem Plan“ (又白增海租三倍,天子皆從其計). Er sagt nur „verdreifachen“: wie hoch die Rente vorher war, wie viel sie zusammen ausmachte, ob nach Schiff, nach Netz oder nach Fang erhoben wurde — die Seite gibt es nicht. 海租 steht so, wie es steht; dass es eine Steuer auf den Fischfang meint, ist die gängige Auffassung, hier als solche vermerkt und nicht ausgeführt.

Widerspruch kam vom Großsekretär (御史大夫) Xiao Wangzhi, und er führte zwei Fälle an: „Ein früherer Beamter der Zensur, Xu Gong, dessen Familie in Donglai lebt, sagt, in früheren Jahren sei die Seerente erhöht worden, und die Fische seien nicht herausgekommen. Die Alten sagen alle, zur Zeit Kaiser Wus hätten die Kreisämter selbst auf See gefischt, und die Seefische seien nicht herausgekommen; später habe man das Meer dem Volk zurückgegeben, da seien die Fische herausgekommen“ (故御史屬徐宮家在東萊……後復予民,魚乃出). Xiao erklärt das mit „der Wirkung von Yin und Yang, da Gleiches dem Gleichen antwortet und es in allen Dingen so ist“ (夫陰陽之感,物類相應,萬事盡然) und fügt hinzu, Gengs Speicher- und Schiffsbau koste „über zweihundert Millionen“ (費直二萬萬餘). Zuletzt bittet er, es „einstweilen beim Alten zu lassen“ (宜且如故); das Ergebnis: „Der Kaiser hörte nicht“ (上不聽).

Hier sind zwei Schichten zu trennen: „Seerente“ ist eine Steuer, „die Kreisämter fischen selbst“ ist ein Staatsbetrieb. Beides kommt aus Xiaos Mund, aber das eine ist eine Steuererhöhung, das andere der Staat, der selbst fischt; hier wird beides getrennt geschrieben und nicht zu „staatlicher Fischerei der Han“ zusammengezogen. Xiao widersprach überdies dem ganzen Vorhaben Gengs, nicht nur der Seerente; das Hanshu sagt später, „die Transportangelegenheit sei denn auch günstig ausgegangen“ (漕事果便) — der Teil, gegen den er sprach, erwies sich danach tatsächlich als bequem, die dreifache Seerente aber blieb.

Zwei Quellen, zwei Arten von Text

Das Kapitel über die Reichtümer ist Sima Qians Erörterung: Er selbst gibt dem „ungekrönten Markgrafen“ den Namen, er selbst stellt die Liste der Posten auf, er selbst vergleicht mit dem Markgrafen über tausend Haushalte. Das ist Erörterung, kein Rechnungsbuch. Die „Abhandlung über Waren und Geld“ ist Ban Gu, der die Finanzdebatten der Zeit Zhao und Xuan aufzeichnet: Gengs Antrag, Xiaos Widerspruch, des Kaisers Zustimmung und Ablehnung — Rede und Ereignis. Die beiden Seiten sind verschieden geschrieben, und zitiert wird hier jede auf ihrer eigenen Ebene.

Was keine der beiden Seiten gibt

Keine von beiden gibt einen Fischpreis, den Ertrag je mu, die Fläche des Teiches, die Fischarten, die Stellung der Fischerhaushalte, den Satz und die Gesamtsumme der Seerente, die Erträge und die Arbeitskräfte des Staatsbetriebs; auch sagen beide nicht, in welchem Verhältnis Teich und Seerente zueinander stehen. shi werden nicht in moderne Einheiten umgerechnet, Summen nicht in heutiges Geld; auch eine Zahl wie „fünf Münzen je shi“ (石五錢) kommt in diesen Materialien nicht vor. Geschrieben wird hier nur, was auf den beiden Seiten steht.

Das Urteil des Historikers

Am Ende des Kapitels steht Sima Qians eigenes Urteil: „Von hier aus gesehen hat der Reichtum kein festes Gewerbe, und die Ware hat keinen festen Herrn; die Tüchtigen sammeln sich wie Speichen, die Untüchtigen fallen auseinander. Ein Haus von tausend Gold ist dem Herrn einer Stadt gleich, und wer Zehntausende besitzt, teilt die Freude mit einem König. Sind sie es wirklich, die man ‚ungekrönte Markgrafen‘ nennt? Oder nicht?“ (由是觀之,富無經業……豈所謂素封者邪?非也). Das sind seine Worte, und sie sind als seine gekennzeichnet. Auch Xiaos Rede von Yin und Yang ist eine Erklärung innerhalb seiner Eingabe, der Standpunkt eines Sprechers, keine Tatsachenaussage. Beides wird hier nicht als objektiver Bericht genommen.

Gesichert ist nur dies: ein Fischteich, der im Jahr „tausend shi Fisch“ trug und in Sima Qians Liste „einem Markgrafen über tausend Haushalte gleich“ steht; eine Seerente, die sich „verdreifachen“ ließ, und der Kaiser folgte; ein Widersprechender, der zwei Fälle anführte — nach der Erhöhung der Rente kamen die Fische nicht heraus, nach dem staatlichen Fischfang kamen die Seefische nicht heraus — und den man nicht anhörte. Wie der Teich bewirtschaftet und wie die Steuer erhoben wurde, sagt keine der beiden Seiten.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. 《史记》卷一百二十九·货殖列传(西汉司马迁撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The 'uncrowned marquis' passage: those who have no rank or fief income yet whose income equals a fief's are named su feng; a thousand-household lord takes two hundred thousand a year, and a commoner house of a million takes the same. The assets listed as equal to a thousand-household marquis include horses, cattle, sheep, pigs, 'a thousand shi of fish from a pond by the water' (水居千石魚陂), timber, and orchards. The chapter closes with Sima Qian's own argument that wealth has no fixed profession and no constant owner, and asks whether these are indeed 'uncrowned marquises'.
  2. 《汉书》卷二十四·食货志(东汉班固撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — Under Emperor Xuan, the grand-agriculture officer Geng Shouchang, 'further proposed to increase the sea rent threefold, and the emperor followed his plan in every case'; the imperial secretary Xiao Wangzhi objected, citing a clerk whose family was in Donglai: 'in former years when the sea rent was increased, the fish did not come out', and the elders' saying that 'in Emperor Wu's time the county offices once fished the sea themselves and the sea fish did not come out; afterwards it was given back to the people, and then the fish came out'. He read this as the response of things to the yin and yang; the emperor did not listen, and the transport measure proved convenient.