Die Abhandlung über die Künste und Schriften im Buch der Han beginnt damit, wie die Bücher dorthin gelangten. Nach dem Tod des Konfuzius waren „die verborgenen Worte verstummt“ (微言絕), die Schulen der Streitenden Reiche „in wilde Verwirrung geraten“ (紛然殽亂), die Qin „verbrannten und vernichteten die Schriften“ (燔滅文章); die Han „sammelten die Verzeichnisse und öffneten den Weg für Buchgaben“ (大收篇籍,廣開獻書之路), und unter Kaiser Wu „richteten sie die Politik der Buchbewahrung ein und setzten Beamte zum Abschreiben ein“ (建藏書之策,置寫書之官); unter Kaiser Cheng schließlich, „weil die Bücher ziemlich zerstreut waren, sandte er den Boten Chen Nong aus, um in aller Welt die erhaltenen Bücher zu suchen“ (以書頗散亡,使謁者陳農求遺書於天下). Erst danach beginnt die Arbeit an den Texten. Zuerst die textliche Schicht: Diese Abhandlung ist eine Zusammenfassung, die Ban Gu nach den Sieben Epitomen anfertigte und dabei das Überflüssige strich — sie ist also selbst ein Auszug: „Nun streiche ich das Überflüssige, um das Verzeichnis zu vervollständigen“ (今刪其要,以備篇籍). Die Sieben Epitome selbst sind verloren.
Vier Männer, vier Arten von Büchern
Die Aufteilung, wie sie gedruckt steht: „Ein Erlass wies Liu Xiang, den Großmeister des Lichts, an, die Klassiker, Überlieferungen, Meister und Dichtungen zu sichten; Ren Hong, den Oberst der Fußtruppen, die Kriegsschriften; Yin Xian, den Großastrologen, die Rechenkünste; und den behandelnden Arzt Li Zhuguo die Heilkünste“ (詔光祿大夫劉向校經傳諸子詩賦,步兵校尉任宏校兵書,太史令尹咸校數術,侍醫李柱國校方技). Vier Männer, vier Bücherposten: Klassiker und Überlieferungen mit den Meistern und Dichtungen, Kriegsschriften, Rechenkünste, Heilkünste. Die Teilung ist nach Fach: ein Mann für ein ganzes Feld.
Die Methode jedes Einzelnen steht in einem Satz: „Für jedes fertiggestellte Buch verzeichnete Xiang dessen Kapitel, fasste dessen Sinn zusammen, hielt es fest und legte es dem Thron vor“ (每一書已,向輒條其篇目,撮其指意,錄而奏之). Drei Handlungen: katalogisieren, zusammenfassen, vorlegen. Als Liu Xiang starb, „befahl Kaiser Ai erneut seinem Sohn Liu Xin, dem Palastbeamten und Wagenkommandanten, das Werk des Vaters zu vollenden“ (哀帝復使向子侍中奉車都尉歆卒父業); Liu Xin „sammelte alle Bücher und legte seine Sieben Epitome vor“ (總群書而奏其七略). In welcher Halle gearbeitet wurde, wie viele Hände halfen, nach welchen Exemplaren kollationiert wurde — die Seite sagt es nicht, und eine Amtsorganisation wird hier nicht erfunden.
Die Sieben Epitome: eine Gesamtübersicht und sechs Abteilungen
Die sieben Namen werden aufgezählt: „So gab es das Ji lüe, das Liu yi lüe, das Zhu zi lüe, das Shi fu lüe, das Bing shu lüe, das Shu shu lüe und das Fang ji lüe“ (故有輯略,有六藝略,有諸子略,有詩賦略,有兵書略,有術數略,有方技略). Sieben Namen. Was festzuhalten ist: Das erste, das Ji lüe, gilt allgemein nicht als Buchklasse, sondern als ein Epitom von der Art einer Gesamtübersicht; die eigentlichen Klassen sind die sechs folgenden. Sieben Epitome sind also nicht sieben Klassen, und der Artikel folgt der Lesart von einer Übersicht plus sechs Abteilungen. Die Seite gibt weder den Text der Sieben Epitome noch die Definition der einzelnen Abteilung.
Die sechs Abteilungen und ihre Summe
Jede Abteilung schließt mit einer Zwischensumme, und alle sechs stehen gedruckt: die Klassiker „insgesamt 103 Schulen, 3 123 Kapitel“ (凡六藝一百三家,三千一百二十三篇), und unter dieser Abteilung stehen neun Unterrubriken — Wandlungen, Dokumente, Lieder, Riten, Musik, Frühling und Herbst, Gespräche, Kindliche Pietät, Lexikographie; die Meister „189 Schulen, 4 324 Kapitel“; die Dichtungen „106 Schulen, 1 318 Kapitel“; die Kriegsschriften „53 Schulen, 790 Kapitel, dazu 43 Rollen mit Bildern“ (圖四十三卷); die Rechenkünste „190 Schulen, 2 528 Rollen“; die Heilkünste „36 Schulen, 868 Rollen“. Zwei Feinheiten: Nur die Kriegsschriften zählen Bilder, getrennt von den Kapiteln; und Rechenkünste und Heilkünste zählen in Rollen (卷), das Übrige in Kapiteln (篇) — Kapitel und Rollen stehen auf der Seite nebeneinander, und man nimmt allgemein an, dass beide in dieser Abhandlung füreinander gebraucht werden; hier stehen beide ohne Umrechnung.
Die Summe steht in einer Zeile: „Im Ganzen die Bücher, in den sechs Abteilungen, 38 Arten, 596 Schulen, 13 269 Kapitel und Rollen“ (大凡書,六略三十八種,五百九十六家,萬三千二百六十九卷). Die Zeile steht, wie sie steht; nichts wird anders zusammengezählt, kein Anteil berechnet. Es ist die Zahl des Verzeichneten, aus einem gekürzten Werk, und nicht die Zahl der damals vorhandenen Bücher.
Später: aus den Sieben Epitomen werden vier Teile
Die Klassifikation änderte sich, und jener Abschnitt steht in der Abhandlung über die Schriften im Buch der Sui, unter den Tang verfasst — ein späterer Bericht. Unter den Wei „richtete Zheng Mo zuerst das Zentrale Verzeichnis ein“; der Palastbibliothekar Xun Xu „verfasste aufgrund des Zentralen Verzeichnisses erneut das Neue Verzeichnis, in vier Teile geteilt“: das jia, „das die Klassiker und die Lexikographie verzeichnet“; das yi, „die alten Meister, die Meister der letzten Generationen, Kriegsschriften, Kriegsschulen und Rechenkünste“; das bing, „Geschichtswerke, alte Angelegenheiten, das Huanglan-Verzeichnis und Vermischtes“; das ding, „Dichtungen, Bildlob und die Bücher aus dem Grab von Ji“ (有詩賦、圖贊、汲冢書). „Im Ganzen fassen die vier Teile 29 945 Rollen“ (大凡四部合二萬九千九百四十五卷). Die Geschichte (bing) ist zu einer eigenen Klasse geworden: das ist der große Unterschied zu den Sieben Epitomen.
Weiter hinten vermerkt der Bericht den Schwund: Zu Beginn der Östlichen Jin verglich Li Chong das alte Verzeichnis Xun Xus und fand „nur 3 014 Rollen“ (其見存者,但有三千一十四卷). Dann Wang Jians Katalog in sieben Teilen, mit Daoismus und Buddhismus „angehängt“, „neun Rubriken insgesamt“ (合九條); Ruan Xiaoxus sieben Register, die Klassiker, Berichte und Biographien, Meister und Militär, Sammlungen, Techniken, Buddhismus und Daoismus trennen; und die Zählung der Tang von dem, was erhalten blieb: „14 466 Titel in 89 666 Rollen“ (一萬四千四百六十六部……八萬九千六百六十六卷). Nichts davon ist mit der Han-Summe von 13 269 vergleichbar: andere Zeit, anderes Überleben, andere Einheiten (Arten, Schulen, Kapitel, Rollen). Der Folge des Buches der Sui wird hier ohne Vergleich und ohne berechnetes Vielfaches gefolgt.
Was keine der beiden Seiten gibt
Keine der beiden Seiten gibt einen Buchpreis, die Kosten des Abschreibens, Größe oder Bau eines Speichers oder was gewöhnliche Menschen lasen. Rollen werden nicht in Bände oder Zeichen umgerechnet; 13 269 und 89 666 werden nicht verglichen; weder „Chinas älteste Bibliothek“ noch „Vater der Bibliographie“ wird geschrieben. Die Sieben Epitome selbst sind verloren, es bleiben nur der Auszug der Han und der Bericht der Sui; der Sui-Bericht wird nicht als Han-Text behandelt, und spätere Kataloge füllen die Lücken der Han-Abhandlung nicht.
Eine Grenze mehr: Vom Arbeitsgang des Sichtens gibt diese Seite nur die drei Schritte — die Kapitel verzeichnen, den Sinn zusammenfassen, festhalten und vorlegen. Kollation nach mehreren Exemplaren, das Trocknen der Schreibstreifen, das Reinschreiben: nichts davon steht hier, und nichts wird ergänzt. Schreibbar sind vier Dinge: die Aufteilung, die Methode, die Klassifikation und die Summe.
Eine Aufteilung, ein Satz Methode, sieben Namen, sechs Zwischensummen, eine Zeile Summe: die Bibliothek eines Staates, auf ein paar Zeilen Zahlen gebracht. Die vier Teile, die sieben Kataloge und die sieben Register gehören einem anderen Buch und einem späteren Bericht; die beiden werden nicht verbunden. Was aus diesen Büchern wurde, wie sie sich zerstreuten und sammelten, sagt die Abhandlung über die Künste und Schriften nicht, und was das Buch der Sui berichtet, ist das Geschick seiner eigenen Zeit.
Weiterlesen:Nach dem Kessel fragen: „Es liegt an der Tugend, nicht am Gefäß“ · Die Schuldtäfelchen verbrennen: Schuld, Zins und ein Feuer im Qi der Streitenden Reiche · Tausend shi Fisch: der Teich als Vermögensposten und die Seerente
Quellen und weitere Lektüre
- 《汉书》卷三十·艺文志(东汉班固撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — Ban Gu's digest of Liu Xin's Seven Epitomes: under Emperor Cheng books had scattered, so the messenger Chen Nong was sent to seek surviving copies; Liu Xiang, a grand master of light, edited the classics, traditions, masters and poetry, Ren Hong the military books, Yin Xian divination and numbers, Li Zhuguo medicine; 'for each book finished, Xiang would list its chapters, summarise its purport, record it and present it'; after his death his son Liu Xin completed the work and presented the Seven Epitomes — the general summary, then the six divisions of the classics, the masters, poetry, military books, numbers and medicine; and 'now I have cut down what is essential, to furnish the record'. The treatise gives the subtotal of each division — 103 schools and 3,123 chapters for the classics; 189 and 4,324 for the masters; 106 and 1,318 for poetry; 53 and 790 chapters with 43 scrolls of diagrams for military books; 190 and 2,528 scrolls for numbers; 36 and 868 scrolls for medicine — and the total: thirty-eight categories, 596 schools, 13,269 chapters and scrolls.
- 《隋书》卷三十二·经籍志一(唐魏征等撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — A Tang compilation's history of cataloguing, used only as later history: Zheng Mo's Central Register under Wei, Xun Xu's New Register 'divided into four parts' — jia for the classics and lexicography, yi for the old and recent masters with military books and numbers, bing for histories and records, ding for poetry and diagrams — 'altogether the four parts make 29,945 scrolls'; Wang Jian's seven-part catalogue with Buddhism and Daoism appended, 'nine items in all'; Ruan Xiaoxu's seven records; and the Tang count of what survived, '14,466 titles in 89,666 scrolls'. It records, but does not compare across the centuries.




