Ein Paragraf des neuen Qin-Rechts liest sich seltsam: „Wer einen Verbrecher anzeigt, wird belohnt wie für das Abschlagen eines Feindkopfes.“ Einen Kriminellen auszuliefern zahlte so viel wie einen Kopf im Feld zu nehmen. Die andere Hälfte des Paragrafen ist härter: „Wer nicht anzeigt, wird in der Mitte durchgehauen.“ Lohn und Strafe werden beide am Feindkopf gemessen, und das sagt genug darüber, was ein Kopf in diesem System war: ein shou(首, der abgeschlagene Feindkopf), eine Einheit, die sich in anderes umrechnen ließ.

Verdienst in Köpfe umrechnen

Die Liste, die das Shiji(史记, die Aufzeichnungen des Historikers)von Shang Yangs Gesetzen gibt, läuft Paragraf für Paragraf: Haushalte in Fünfer- und Zehnergruppen mit gemeinsamer Haftung; wer nicht anzeigt, in der Mitte durchgehauen; wer anzeigt, belohnt wie für einen Feindkopf; wer den Täter deckt, bestraft wie für Übergabe an den Feind. Erst danach kommt der Kriegsverdienst: „Wer Kriegsverdienst hat, erhält je nach Satz einen hohen Rang; wer private Raufhändel austrägt, wird je nach Schwere des Falls bestraft.“ Öffentlicher Krieg und privater Streit sind getrennt — der eine bringt Rang, der andere Strafe. Wie hoch der Satz war, sagt diese Stelle nicht. Sie sagt nur „je nach Satz“(各以率).

Der Satz steht in einem anderen Buch. Der Han Feizi(韩非子)zitiert ihn: „Das Gesetz des Herrn Shang(商君)sagte: Wer einen Kopf abschlägt, erhält einen Rang; will er ein Amt, ein Amt über fünfzig shi; wer zwei Köpfe abschlägt, erhält zwei Ränge; will er ein Amt, ein Amt über hundert shi.“ Dann die Zusammenfassung: „Beförderung in Amt und Rang entsprach dem Verdienst abgeschlagener Köpfe“(官爵之迁与斩首之功相称也). Ein Kopf, ein Rang; zwei Köpfe, zwei. Neben dem Rang führt ein Seitenweg: wer ein Amt will, fünfzig oder hundert shi(石, die Einheit, in der Ämter gerechnet werden). Das Gesetz ist so gebaut, dass ein Mann seine Köpfe in beiderlei Weise ausgeben kann, für Rang oder, wenn er will, für ein Amt. Was das shi misst, erklärt keine der beiden Seiten.

Was der Rang regierte

Der jue(爵, der Rang des Adels)war kein leerer Titel. Dieselbe Stelle im Shiji sagt: „Die Unterschiede von Edel und Gering, von Rang und Bezug wurden deutlich gemacht; Land, Häuser, Diener und Kleidung wurden für jeden Haushalt nach seinem Grad verzeichnet. Die Verdienten wurden geehrt und hervorgehoben; die Unverdienten hatten, so reich sie waren, keinen Prunk.“ Der Rang hing an sichtbaren Dingen — Land, Haus, Menschen, Kleidung. Wieviel davon zu welchem Grad gehörte, legt die Stelle nicht dar. Dieselbe Liste zahlt auch in Getreide: „Wer sich auf Ackerbau und Weben verlegt und viel Korn und Tuch abliefert, wird vom Dienst befreit“(戮力本业,耕织致粟帛多者复其身), während die, die dem Nebengewinn nachjagen oder faul und arm sind, mit ihren Haushalten eingezogen werden. Verdienst hatte hier zwei Währungen: Kopf und Korn.

Ein Paragraf desselben Gesetzes regelt die eigenen Leute des Herrschers: „Angehörige des Herrscherklans, die keinen Kriegsverdienst vorzuweisen hatten, durften nicht im Klansregister bleiben.“ Das setzt den Verdienst vor das Blut. Ob es durchgesetzt wurde und wie weit, sagt keine der beiden Seiten.

Warum Han Fei es aufschrieb

Es ist wichtig, dass der Han Feizi dieses Gesetz zitiert, um es anzugreifen. Han Fei bietet einen Vergleich: Wenn ein Gesetz sagte, „wer Köpfe abschlägt, werde Arzt und Zimmermann“, würden keine Häuser gebaut und keine Krankheiten geheilt — der Zimmermann arbeitet mit der Hand, der Arzt mischt Arznei, und wer einen Mann für abgeschlagene Köpfe ernennt, trifft nicht seine Fähigkeit(不当其能). Dann der Schritt: „Ein Amt zu führen verlangt Klugheit; einen Kopf abzuschlagen ist das, was Mut und Kraft hergeben. Ein Amt der Klugheit mit dem zu führen, was der Mut hergibt, heißt die Kopfabschläger zu Ärzten und Zimmerleuten machen.“

Die Stelle steht also, wo sie steht: als Zielscheibe. Han Feis Schluss ist, dass „keiner der beiden Meister in Methode und Gesetz vollständig war“ — Shang Yang nicht im Gesetz, Shen Buhai(申不害)in der Methode. Er bestreitet nicht, dass das Gesetz bestand oder dass die Rechnung klar war. Er behauptet, die Rechnung bepreise die falsche Sache: je klarer das Konto, desto genauer ist es falsch. Dieser Gedanke steht außerhalb des Zitats und sollte beim Lesen nicht verloren gehen.

Wo die beiden Seiten auseinandergehen

Zuerst ist das Verhältnis der Seiten zu ordnen. Das Shiji ist eine Erzählung der Westlichen Han, die die Reformen schildert und das Prinzip gibt: Verdienst erhält einen hohen Rang nach einem Satz; Klansmitglieder ohne Verdienst verlieren das Register; der Rang ordnet Land und Kleidung. Der Han Feizi, Generationen später, gibt Zahlen: ein Kopf ein Rang, zwei Köpfe zwei, fünfzig und hundert shi. Der eine gibt keinen Satz, der andere gibt einen; sie widersprechen sich nicht, aber sie lassen sich nicht zu einem einzigen Statut zusammennähen — das Shiji hat den Satz nicht, der Han Feizi nicht die Verteilung von Land und Dienern.

Was fehlt, wiegt mehr. Keine der Seiten zählt die Ränge auf: wie der erste Grad hieß, wie viele es waren, was jeder trug, bleibt leer. Die vollständige Leiter, die man gewöhnlich aus späterem Material der Han-Zeit rekonstruiert, steht nicht in diesen zwei Seiten, und dieser Beitrag liefert sie nicht nach. Auch nicht, wie ein Kopf geprüft wurde — wer zählte, wer verzeichnete, wer falsche Angaben prüfte. Es gibt keine Summe der genommenen Köpfe und keine Zahl der Geadelten. Was hier geschrieben werden kann, ist die Umrechnung — ein Kopf, ein Rang — und die Tatsache, dass der Rang Land, Häuser, Diener und Kleidung regierte; kein vollständiges System des Kriegsadels.

Ein klares Konto, das Falsche gerechnet

Legt man beide Seiten zusammen, erscheint ein System, das Verdienst zählbar machte: Köpfe nach Stück gezählt, Stücke in Grade umgerechnet, Grade in Land, Häuser, Diener und Kleidung, sogar eine Anzeige wie einen Kopf tarifiert. Die Zahlen sind klein, die Kette ist lang, und jedes Glied braucht einen, der es aufschreibt, und einen, der es prüft. Aufschreiben und Prüfen sind genau das, was die Seiten auslassen: Sie geben Statuten und Argumente, nicht die Lamellen der Rechenstube.

Zwei Fäden bleiben offen. Der eine ist institutionell: Wenn Klanstatus an Köpfen hing und Rang an Köpfen, was geschah mit Männern, die nie auf ein Schlachtfeld kamen? Keine Seite sagt es. Der andere ist gedanklich: Han Fei führt die Umrechnung an, um zu zeigen, dass die „Entsprechung“ selbst der Fehler sein kann — wenn eine Gleichung zwischen einem Kopf und einem Amt besteht, sind die beiden Seiten der Gleichung nicht dieselbe Art Ding. Das Konto des Qin-Verdienstes war klar. Han Feis Frage ist, was dieses Konto eigentlich führte.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. 《韩非子·定法》(战国末韩非撰;维基文库本,未与点校本复核) — A Warring States dialogue, written generations after Shang Yang, in which Han Fei quotes the law in order to attack its principle: 'the law of Lord Shang said: he who cuts off one head is granted one rank of nobility, and if he wants office, an office of fifty shi; he who cuts off two heads is granted two ranks, and if he wants office, an office of a hundred shi. Promotion in office and rank matched the merit of heads cut off.' Han Fei then argues that administering an office needs intelligence while taking a head needs courage and strength, so appointing head-takers to offices is like making them physicians and carpenters — and concludes that neither Shen Buhai nor Shang Yang was complete in method. The rate therefore survives inside a critique, not as a statute text, and the page says nothing about how heads were verified or what a noble rank carried.
  2. 司马迁《史记》卷六十八·商君列传(西汉;维基文库本,未与点校本复核) — A Western Han narrative of Shang Yang's reforms under Duke Xiao of Qin. Its list of the new laws includes: households grouped into fives and tens with collective liability; failure to denounce a culprit punished by cutting in two at the waist; denouncing rewarded as for cutting off an enemy's head, sheltering punished as for surrendering to the enemy; 'those with military merit each received a high rank according to the rate' (各以率受上爵); private brawling punished by gravity; 'members of the ruling clan without merit to be assessed could not remain on the clan register'; ranks and stipends made to order land, houses, servants and clothing by household grade; and 'the meritorious were honoured, the meritless however rich had no finery'. It gives no rate, no list of ranks and no figures of any kind.