Ein Tempel in Luoyang war früher das Haus eines Prinzen. Der dritte Juan des Luoyang Qielan Ji sagt es in drei Sätzen: 高陽王寺,高陽王雍之宅也。在津陽門外三里御路西。雍為爾朱榮所害也,舍宅以為寺 — der Gaoyang-Wang-Tempel war die Residenz von Yuan Yong, Prinz von Gaoyang, drei li außerhalb des Jinyang-Tors westlich der kaiserlichen Straße, und als Yong von Erzhu Rong getötet wurde, wurde das Haus aufgegeben und zum Tempel gemacht. Beide hier benutzten Juan stammen aus einem Buch, und die Einträge sind kurz; dieser Artikel liest einige davon und fragt, was jeder sagt und was nicht.

Der dritte Juan: das Haus des Prinzen von Gaoyang

Das Haus war ein Palast, nur dem Namen nach nicht. In den Zhengquang-Jahren war Yong Kanzler, mit 羽葆鼓吹、虎賁班劍百人 — einem Federbaldachin, Trommeln und hundert schwerttragenden Wachen; 貴極人臣,富兼山海 — der angesehenste der Minister und reich wie Meer und Berge. Dann beschreibt die Seite die Wohnung: 居止第宅,匹於帝宮 — sein Haus kam dem Kaiserpalast gleich, und das ist der Vergleich des Schreibers, keine Messung; 白殿丹楹,窈窕連亙,飛簷反宇; 竹林魚池,侔於禁苑. Der Vergleich ist der Punkt. Das Haus wird am Palast gemessen, und die Seite nennt nie seine Größe. Die aufgezählten Ehren sind die Insignien eines sehr hohen Ministers: ein Federbaldachin und Trommeln und hundert Wachen mit Schwertern.

Die Zahlen derselben Stelle gehören zu derselben Schreibweise. 僮僕六千,妓女五百: sechstausend Diener und fünfhundert Unterhalterinnen. 一食必以數萬錢為限: eine einzige Mahlzeit mit einer Obergrenze von Zehntausenden von Münzen. 陳留侯李崇 sagte 高陽一食,敵我千日 — eine Mahlzeit Gaoyangs gelte tausend Tage der meinen, und Li Chong selbst hielt 僮僕千人. Auch bei Li Chongs Tisch gibt es einen Scherz: 李令公一食十八種, achtzehn Gerichte bei einer Mahlzeit, was Li Yuanyou als 二韭一十八 erklärte — zwei Lauchstangen, zwei Neunen, achtzehn. Das sind die Zahlen des Autors und ein Scherz der Zeit, keine Haushaltszählung. Das Muster ist jedes Mal dasselbe: eine große runde Zahl und dann ein Vergleich, der sie überbietet — sechstausend gegen Li Chongs tausend, fünfhundert gegen dreihundert im nächsten Juan.

Dann wendet sich der Eintrag: 雍為爾朱榮所害也,舍宅以為寺. Das Haus wurde ein Tempel, weil sein Besitzer getötet wurde. Die Seite sagt nie, dass Yong vorgehabt hatte, es herzugeben; sie liefert dieses Motiv nicht, und dieser Artikel fügt keines hinzu. Was folgt, ist das Auseinandergehen des Haushalts: 及雍薨後,諸妓悉令入道,或有嫁者 — nach seinem Tod wurden die Unterhalterinnen in den Orden geschickt oder verheiratet. Ein Haus ohne seinen Prinzen und ein Tempel statt seiner. Der Eintrag hat eine Form, die es zu bemerken lohnt: zuerst das Haus, dann der Tod, dann der Tempel, dann das Schicksal des Haushalts.

Der vierte Juan: andere Häuser

Der Eintrag zum 衝覺寺: 衝覺寺,太傅清河王元懌舍宅所立也。在西明門外一里御道北. Auch er nennt keinen Grund. Er beschreibt aber zuerst das Haus: 第宅豐大,逾於高陽, größer noch als das Gaoyangs; ein Turm, der 出淩雲臺 über die Wolkenberührende Terrasse hinausragt; darunter 儒林館、延賓堂,形製並如清暑殿, gebaut wie die Halle der Kühle; und 土山釣池,冠於當世. Yuan Yi wurde in den frühen Zhengquang-Jahren von Yuan Cha getötet, 薨懌於下省, und der Tempel-Eintrag sagt weiterhin nur 舍宅所立. Sein Tod steht im selben Eintrag, wenige Zeilen unter der Beschreibung seines Hauses, und die beiden Tatsachen bleiben nebeneinander stehen: das Haus, die Tötung, der Tempel.

Der Eintrag zum 大覺寺 ist der kürzeste und konkreteste: 大覺寺,廣平王懷舍宅所立也. Dann eine Zeile über die Umwandlung selbst: 懷所居之堂,上置七佛 — in der Halle, in der Yuan Huai wohnte, wurden sieben Buddhas aufgestellt. Ringsum 林池飛閣,比之景明, Wälder, Teiche und schwebende Galerien, verglichen mit dem Jingming-Tempel. Von allen diesen Einträgen ist es der einzige, der sagt, was wohin gestellt wurde. Das Detail ist klein und genau: die Umwandlung besteht darin, Statuen in einen Raum zu stellen, der schon da war.

Der Eintrag zum 宣忠寺 hat als einziger ein ausdrückliches Motiv. Der Prinz von Chengyang, 城陽王, dessen Namen die Seite mit 徽 angibt, gelobte während der Kämpfe, wenn er nach Luoyang hineinkäme, werde er sein Haus als Tempel hergeben: 徽願入洛陽,舍宅為寺. Als der Aufstand zusammenbrach und das Geschick der Dynastie sich wandte, 遂舍宅焉, wurde das Gelübde erfüllt. Hier folgt die Gabe einem im Krieg gegebenen Versprechen statt einem Tod, und die Seite datiert sie nur nach der Regierungszeit: 永安中. Der Eintrag ist auch der einzige, der eine Abfolge innerhalb der Gabe angibt: das Gelübde, die Schlacht, die Wiederherstellung, die Übertragung.

Shouqiu li, das Fürstenviertel

Der vierte Juan legt das Viertel mit vier Grenzen und zwei Maßen fest: 自退酤以西,張方溝以東,南臨洛水,北達芒山,其間東西二里,南北十五里,並名為壽丘里,皇宗所居也。民間號為王子坊 — von Tuigu im Westen bis zum Zhangfang-Kanal im Osten, im Süden an den Luo, im Norden an den Mang-Berg, dazwischen zwei li von Ost nach West und fünfzehn li von Nord nach Süd, alles Shouqiu li genannt, wo der kaiserliche Clan wohnte; das Volk nannte es das Fürstenviertel. Das sind die brauchbaren Zahlen, und sie bleiben so, wie sie geschrieben sind. Die vier Grenzen sind Ortsnamen, und die beiden Maße sind in li; die Seite gibt weder Karte noch Plan.

Dann wendet sich die Seite den Sitten des Viertels zu: 帝族王侯,外戚公主…爭修園宅,互相誇競; 崇門豐室,洞戶連房,飛館生風,重樓起霧; 高臺芳榭,家家而樂;花林曲池,園園而有. Der reichste war 河間王琛, der 最為豪首 und 常與高陽爭衡, mit Gaoyang wetteiferte. Seine 妓女三百人 gegen die fünfhundert Gaoyangs, sein Wort 不恨我不見石崇,恨石崇不見我, und 章武王融, der seine Schätze sah und drei Tage krank zu Hause blieb — all das ist eine Art zu schreiben: Rivalität, Zahlen, Neid. Es ist keine Erhebung über Häuser. Dieselbe Schreibweise setzt sich bei 章武王融 fort, von dem es heißt, er sei vor Neid krank geworden und drei Tage im Bett geblieben.

Vom Haus zum Tempel

Die Zusammenfassung des Autors steht im selben Juan: 經河陰之役,諸元殲盡,王侯第宅,多題為寺。壽丘里閭,列剎相望 — nach dem Massaker von Heyin, als der Yuan-Clan vernichtet war, wurden die Häuser der Prinzen meist als Tempel bezeichnet, und in Shouqiu li standen die Klöster einander gegenüber. Das ist der allgemeine Satz des Autors, und er steht neben den Einträgen: ein Haus nach einer Tötung (Gaoyang), eines nach einer Tötung, deren Grund der Eintrag nicht nennt (Chongjue), eines nach einem im Krieg gegebenen Gelübde (Xuanzhong). Jeder Eintrag gibt eine Zeile und keine Geschichte; dieser Artikel macht aus dem Resümee keine Bewegung. Der Satz des Resümees ist eine allgemeine Aussage des Schreibers; die Einträge bleiben einzeln, und keiner ist genauer als auf eine Regierungszeit datiert.

Was dieser Artikel auslässt

Er schreibt nicht das Aufblühen des Buddhismus unter den Nördlichen Wei oder die Frömmigkeit der Prinzen als allgemeine Themen: der Stoff sind eine Handvoll Einträge und ein zusammenfassender Satz. Er gibt keine Maße der Häuser und keinen Grundriss der Tempel, die aus ihnen wurden; die Seiten liefern sie nicht, und die Größe einer Residenz lässt sich aus 匹於帝宮 nicht gewinnen, denn das ist ein Vergleich. Die zitierten Zahlen — sechstausend Diener, fünfhundert Unterhalterinnen, dreihundert, zwei li in der Breite, fünfzehn in der Länge — bleiben, wie das Buch sie schreibt, und werden nicht gezählt. Die fünf anderen Luoyang-Artikel dieser Reihe, über die Pagode, über den Reichtum der Tempel, über die Fremdenherbergen, über die Hofmusiker und über die Bildprozession, behandeln andere Gegenstände; dieser hier handelt von den Häusern selbst. Und die zwei Juan sind ein Buch, nicht zwei Zeugen. Was die Seiten geben, sind eine Handvoll Häuser, einige Zahlen und ein allgemeiner Satz, und dieser Artikel bleibt dabei.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. 《洛陽伽藍記》卷三(北魏楊衒之撰;維基文庫本,頁面白文) — The 高陽王寺 entry: 高陽王寺,高陽王雍之宅也。在津陽門外三里御路西。雍為爾朱榮所害也,舍宅以為寺. It then describes the house: 居止第宅,匹於帝宮…僮仆六千,妓女五百…一食必以數萬錢為限, and the household after Yong's death: 及雍薨後,諸妓悉令入道,或有嫁者.
  2. 《洛陽伽藍記》卷四(北魏楊衒之撰;維基文庫本,頁面白文) — The 衝覺寺 (清河王元懌舍宅所立), 大覺寺 (廣平王懷舍宅所立,懷所居之堂,上置七佛) and 宣忠寺 (城陽王徽 徽願入洛陽,舍宅為寺) entries; the Shouqiu li passage 其間東西二里,南北十五里,並名為壽丘里,皇宗所居也。民間號為王子坊, the description of 爭修園宅 and 河間王琛, and the summary 經河陰之役,諸元殲盡,王侯第宅,多題為寺。壽丘里閭,列刹相望.