Der Stoff dieses Artikels hat zwei Schichten: einen archäologischen Bericht und die Geographie-Abhandlung des Buches der Han. Der Bericht erschien in der Renmin Ribao vom 1. August 2026, Seite 7, unter den Namen Yang Wenming und Cai Shujing, und wurde am 5. August von der Seite „Archäologische Nachrichten“ des Archäologischen Instituts nachgedruckt; sein Inhalt ist die Darstellung des Projektleiters Yang Yong und der Forscherin Ding Changfen. Es ist ein Zeitungsartikel, kein Grabungsbericht: Alles Archäologische wird hier „laut dem Bericht“ geschrieben. Die klassische Schicht dient nur als Hintergrund und nicht als archäologischer Beleg.
Was der Bericht sagt und was nicht
Was er nicht gibt, ist zuerst zu markieren: kein Plan der Stadt, keine Länge, Breite oder Höhe der Mauern, keine stratigraphische Phasengliederung, keine Transkription der Tonsiegel und keine Fundstellen für sie. Nichts davon wird hier ergänzt. Der Bericht gibt einen Umriss, Tore, Pfeilerfundamente, eine Werkstatt, vier Zeichen auf Siegeln und Objektgattungen; nur diese werden geschrieben.
Der Fundort, laut dem Bericht: die alte Stadt Zhuti in Zhaotong, Yunnan, entdeckt bei der zweiten nationalen Denkmälererfassung in den 1980er Jahren, 2017 durch systematische Prospektion und Sondage als Sitz des Kreises und der Kommandantur Zhuti der Han-Jin-Zeit bestätigt, 2019 als national geschützte Stätte eingetragen, und seit 2022 vom Archäologischen Institut der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften gemeinsam mit dem Institut von Yunnan systematisch ausgegraben. Der Bericht sagt, „ein Umriss einer lokalen Verwaltungsstadt der Han-Jin-Zeit von etwa vierzigtausend Quadratmetern“ sei „langsam hervorgetreten“, und es sei die am besten erhaltene Han-Jin-Stadtstätte, die bisher in Yunnan gefunden wurde. „Vierzigtausend Quadratmeter“ ist mit Vorsicht zu lesen: Der Bericht meint den Umriss, der hervorgetreten ist, nicht die Fläche innerhalb der Mauern und nicht die ganze Ausdehnung der Stadt. Dieser Artikel multipliziert nicht mit einer Dichte und schätzt keine Einwohnerzahl; der Bericht gibt keine.
Wehranlagen: Mauern, Graben, zwei Tore
Laut dem Bericht haben die Grabungen „die Reste von Stadtmauer und Graben freigelegt“ und „das Westtor und das Südtor vollständig aufgedeckt“; beide Tore „waren mit einheitlich gestalteten Tortürmen von drei Jochen versehen“; der Bericht nennt das eine wichtige Entdeckung für die Archäologie der Kommandantur- und Kreissitze der Han-Jin-Zeit. Drei Joche, das ist die konkrete Form, die der Bericht gibt; die Breite der Durchfahrt, die Tiefe des Torturms, die Dicke der Mauern und die Breite des Grabens werden nicht gegeben und hier nicht ergänzt.
Im Südwesten der Stadt, laut dem Bericht, fand man „in Reihen angeordnete Pfeilerfundamente“, was zeigt, daß dort ein größeres Gebäude stand; die Fundamente sind „dicht angeordnet, weniger als zwei Meter auseinander“, und der Bericht sagt, es sei „sehr wahrscheinlich ein Speichergebäude, in der Konstruktion einem Pfahlbau ähnlich“, und erklärt, Pfahlbauten seien gegen Feuchtigkeit und Insekten günstig. „Sehr wahrscheinlich“ ist die Formulierung des Berichts und wird als solche übernommen, nicht als Schluß; die Zahl der Fundamente und die Größe des Gebäudes werden nicht gegeben.
Die Tonsiegel: vier Zeichen und eine Charakterisierung
Laut dem Bericht hat die Stätte „mehrere Tonsiegel mit den Zeichen Zhuti und Qianwei“ geliefert. Der Bericht erklärt zuerst, was solche Siegel sind — Ton, auf die Knoten der Schnüre gebündelter Dokumente gedrückt und mit einem Amtsiegel gestempelt, zugleich fälschungssicher und eine Art amtliche Unterschrift —, und sagt dann, diese Siegel „beweisen Datum und Charakter der Stätte weiter“. Beide Schichten werden übernommen: Der Gegenstand wird durch den Bericht erklärt, und das Urteil über Datum und Charakter ist das des Berichts. Achtung auf die Grenze: Der Bericht nennt die vier Zeichen 朱提 und 犍為 und gibt weder Transkription noch Zeichenzahl, Maße, Fundstelle oder Anzahl über „mehrere“ hinaus. Dieser Artikel kann also „Tonsiegel mit den Zeichen Zhuti und Qianwei“ sagen und nicht mehr; er dehnt vier Zeichen nicht zu einem Dokument und rekonstruiert daraus kein Amt.
Die Werkstatt und die Funde
Laut dem Bericht fanden die Ausgräber nahe dem Qian-Fluß im Südosten „ein Eisenverarbeitungsviertel großen Maßstabs“: Ofenkörper, hangförmige Ablagerungen von gebrannter Erde und Schlacke sowie Produktionseinrichtungen wie Blasrohre und Fragmente von Ofenwänden. Der Bericht sagt, angesichts des Mineralreichtums der Region „dürfte dies ein wichtiges handwerkliches Zentrum der Metallverhüttung und -gießerei für den Südwesten jener Zeit gewesen sein“ — ein Urteil des Berichts, hier als solches markiert und nicht als veröffentlichte Forschungsschlußfolgerung. Größe der Öfen, Fläche der Werkstatt und Produktion werden nicht gegeben.
Laut dem Bericht hat die Stätte außerdem „große Mengen von Baumaterial und Objekten des täglichen Lebens“ geliefert: Dachziegelenden mit Wolkenwirbeln und der Inschrift „glückbringendes Schaf“; Münzen der Typen wu zhu, da quan wu shi und huo quan; Keramik, Bronze, Eisen und Lackwaren; dazu Glasperlen. Der Bericht sagt, ihre Formen und Verarbeitung seien „hochgradig konvergent mit der zentralen Ebene“, und benutzt die Glasperlen für den Austausch entlang der südlichen Routen. Nur die Gattungen und die Urteile des Berichts werden hier notiert: Maße, Mengen und Fundstellen keines Objekts werden gegeben, und der Grad des Kontakts wird in diesem Artikel nicht entfaltet.
Die klassische Schicht nur als Hintergrund
Der Eintrag der Kommandantur Qianwei in der Geographie-Abhandlung des Buches der Han: „Haushalte 109 419, Personen 489 486; zwölf Kreise: Bodao, Jiangyang, Wuyang, Nan'an, Zizhong, Fu, Niupi, Nanguang, Hanyang, [ein in der Transkription defekter Name], Zhuti, Tanglang.“ Alles, was er erweist, ist eines: Die Han zählten Zhuti zu den zwölf Kreisen von Qianwei.
Was er nicht kann, ist auch zu sagen: Die 489 486 Personen sind die der ganzen Kommandantur, nicht die von Zhuti; die Abhandlung gibt keine Größe eines Kreises, keinen Sitz, keine Form einer Stadt und keine eigene Bevölkerung eines einzelnen Kreises. Der klassische Text kann daher nicht benutzt werden, um die Bevölkerung dieser Stadt zu schätzen oder ihre Mauern zu messen. Das Verhältnis der beiden Schichten: Die Han-Jin-Datierung des Berichts und die Kreisliste der Abhandlung können nebeneinander stehen, aber keine erweist die andere — die Abhandlung bezeichnet nicht, welche Erdenstadt der Sitz von Zhuti war, und der Bericht erklärt nicht die Kreisordnung der Han. Jede Schicht steht für sich, und hier wird keine Brücke zwischen ihnen geschlagen.
Was feststehen kann, ist dies: ein Ring von Mauer und Graben, zwei Tore mit dreijochigen Türmen, Reihen von Pfeilerfundamenten, ein Eisenverarbeitungsviertel, Siegel mit Zhuti und Qianwei und mehrere Arten von Münzen und Ziegeln, alles laut dem Bericht; und aus der Abhandlung, daß Zhuti einer der zwölf Kreise von Qianwei war, mit den Haushalten und der Bevölkerung der Kommandantur. Der Plan der Stadt, ihre Maße, ihre Phasengliederung, die Lesung der Siegel und die Zahl der Einwohner — keine der beiden Seiten sagt es. Die Mauern von Chang'an, der Weiyang-Palast und die Nordwestgrenze sind andere Themen; nur diese südwestliche Kommandanturstadt wird hier behandelt, und keine allgemeine Geschichte einer Südwest-Seidenstraße wird geschrieben.
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Quellen und weitere Lektüre
- 《汉晋城址见证古代西南边疆治理》(杨文明、蔡树菁;《人民日报》2026年8月1日第7版,中国社会科学院考古研究所网站「考古动态」2026-08-05转载) — A newspaper report, not an excavation report: the site at Zhuti in Zhaotong, Yunnan, confirmed in 2017 as the seat of Han-Jin Zhuti county and commandery, listed as a national protected site in 2019, systematically excavated from 2022 by the Institute of Archaeology and the Yunnan institute; the team leader Yang Yong describes a roughly 40,000-square-metre outline of a Han-Jin local administrative town; city walls and a moat cleared, the west and south gates fully exposed, each with a gate tower of three bays; rows of pillar bases in the south-west, less than two metres apart, 'very likely a granary-type building, similar in structure to a pile dwelling'; clay seals bearing the characters Zhuti and Qianwei; a large-scale iron-working quarter near the Qian river in the south-east with furnace bodies, burnt-earth and slag deposits, blowpipes and furnace-wall fragments; roof tiles with cloud scrolls and the inscription 'auspicious sheep', coins of the wu zhu, da quan wu shi and huo quan types, pottery, bronze, iron and lacquer ware, and glass beads. The report gives no plan, no wall measurements, no stratigraphy, and no transcription of the seals.
- 《汉书》卷二十八上·地理志上(东汉班固撰;维基文库本,页面白文无注,未与中华书局点校本复核) — The Qianwei commandery entry, used only as background: 'households 109,419, persons 489,486; twelve counties: Bodao, Jiangyang, Wuyang, Nan'an, Zizhong, Fu, Niupi, Nanguang, Hanyang, [one name illegible in the transcription], Zhuti, Tanglang.' It shows that the Han listed Zhuti among the counties of Qianwei; the household and population figures are for the whole commandery and say nothing about Zhuti alone, its seat, or its walls.




