Die Münze, die 1653, im zehnten Jahr der Devise Shunzhi, gegossen wurde, trägt auf der Rückseite zwei Zeichen: 一厘, yili(一厘,„ein Tausendstel“). Ein Li war der tausendste Teil eines Liang(两,die Gewichtseinheit, in der Silber gewogen wurde), also war ein Wen(文,die einzelne Kupfermünze)dieser Münze ein Tausendstel Liang wert, und tausend Wen ergaben genau ein Liang. Das war keine Marktnotierung, sondern ein vom Staat festgesetzter Kurs, und er wurde gleich in den Münzrücken geprägt: Wer die Münze in der Hand hielt, konnte ihn lesen, ohne einen Wechsler zu fragen. Der Kurs hielt von der Shunzhi-Ära bis in die Xianfeng-Ära, also von den 1640er bis in die 1850er Jahre; was der Markt in derselben Zeit tatsächlich gab, ist die andere Hälfte der Geschichte.
Der amtliche Kurs: tausend Wen auf ein Liang
Nach dem Huangchao wenxian tongkao(《皇朝文献通考》,dem offiziellen Kompendium der Qing zu Institutionen und Finanzen), Kapitel 13, wurde 1645, im zweiten Jahr Shunzhi, der Münzfuß festgelegt: jede Münze wog 1,2 Qian, und sieben Münzen galten ein Fen Silber. 1647, im vierten Jahr, wurde der Kurs „neu festgesetzt“: Die Münze stand hoch im Kurs, und der kleine Handel litt darunter, deshalb sollten von nun an zehn Münzen auf ein Fen gehen – „für immer als Verordnung“. 1651, im achten Jahr, galten hundert Wen ein Zehntel Liang; 1653, im zehnten Jahr, kam die Yili-Münze mit tausend Wen auf ein Liang. Die Jahresangaben weichen voneinander ab: Das Qingshi gao(《清史稿》,die in der Republikzeit zusammengestellte Geschichte der Qing)setzt die Änderung auf zehn Münzen je Fen bereits in das Jahr 1645, der Tongkao nennt 1647; beide werden hier getrennt angeführt. Von da an stand der amtliche Kurs bei tausend Wen auf ein Liang, bis in die Xianfeng-Zeit. Sieben Wen je Fen ergeben 700 Wen auf ein Liang, zehn Wen je Fen 1.000 – die Änderung von 1647 hob den Gegenwert eines Liang von 700 auf 1.000 Wen.
Auch am Gewicht der Münze wurde immer wieder gedreht: 1644, im ersten Jahr Shunzhi, wog jede Münze ein Qian, 1645 waren es 1,2 Qian, 1651 1,25 Qian, 1657, im vierzehnten Jahr, 1,4 Qian; 1747, im zwölften Jahr Qianlong, kehrte man zum alten Gewicht von 1,2 Qian zurück. Das Da Qing huidian(《大清会典》,die Sammlung der Qing-Statuten)gibt den Qianlong-Standard mit „zwei Zhu und achtundachtzig Shu, acht Fen im Durchmesser“ an – Shu(黍,das Hirsekorn, die kleinste Gewichtseinheit)ist hier ein Gewicht, das Fen im Durchmesser eine Länge. Die Legierung war nach dem Qingshi gao auf sieben Teile Rotkupfer und drei Teile Weißkupfer festgelegt. Sonst aber sind Qian und Fen in diesem Absatz Gewichte, keine Werte: Die Münze wog ein Qian, sie war nicht ein Qian wert. Ein Liang zählte zehn Qian, ein Qian zehn Fen.
Der Markt: drei Punkte
Was der Markt gab, war etwas anderes. Nach dem Qingshi gao bekam man in den letzten Jahren Kangxis, um 1722, für ein Liang Silber 880 bis herab zu 770 Wen; 1748, im dreizehnten Jahr Qianlong, war das Geld in der Hauptstadt so teuer, dass ein Liang „nur noch 800 Wen“ brachte, und der Hof ließ Münzen aus der Schatzkammer des Arbeitsministeriums(工部节慎库)ausgeben, um den Kurs zu stützen; 1837, im siebzehnten Jahr Daoguang, hieß es, „ein Liang brachte oft 2.000“. Drei Jahre, drei Zahlen – eine am Ende der Kangxi-Zeit, eine 1748, eine 1837; dazwischen ist nichts, kein einziges weiteres Jahr ist überliefert. Der Kangxi-Eintrag ist eine Spanne, keine einzelne Zahl.
Diese drei Punkte gehören in getrennte Spalten. Der amtliche Kurs von tausend blieb unverändert; der Markt ging von 770 bis 880, dann auf 800, dann auf 2.000. Das sind drei Aufzeichnungen aus verschiedenen Jahren, keine durchgehende Kurve und keine Statistik. Warum es von 800 auf 2.000 ging, sagen die Quellen nicht – sie geben den Preis, nicht den Grund. „Silber teuer, Münze leicht“ beschreibt diesen Zustand, es erklärt ihn nicht; die These vom Silberabfluss steht in diesen Quellen nicht und wird hier nicht nachgetragen. Und es ist kein nationaler Durchschnitt: Preise dieser Art sind Hauptstadtpreise, von Beamten notiert.
Woher die Münzen kamen: einundsechzig Mao im Jahr
Nach dem Da Qing huidian goss die Hauptstadtmünze Baoquan(宝泉局)„im Jahr einundsechzig Mao“, jedes Mao „12.480 Min“, zusammen 761.280 Min; in einem Schaltjahr kamen vier Mao hinzu, 49.920 Min. Ein Mao(卯,ein Gusslos, die Quote einer Münzstätte)ist keine Münzeinheit, sondern eine Produktionsmenge; ein Min(缗)ist eine Schnur von tausend Wen. Die beiden Bücher rechnen unterschiedlich: Das Qingshi gao setzt 2.000 Chuan(串,ebenfalls Schnüre)auf ein Mao und dreißig Mao im Jahr, das Huidian 12.480 Min je Mao und einundsechzig Mao – die Summen lassen sich nicht ineinander umrechnen, und für die Prägezahl wird hier allein das Huidian zitiert. Vierzehn Provinzen hatten ebenfalls die Erlaubnis zu gießen.
Das Kupfer kam aus Yunnan: jährlich kamen 5.704.000 Pfund(斤)und etwas mehr yunnansches Kupfer in die Hauptstadt, „in sechs Transporten“, vom Aufbruch bis zur Ankunft vierzehn Monate; dazu 3.841.914 Pfund Weißblei, 700.571 Pfund Schwarzblei und etwas über 210.000 Pfund Zinn. Das ist der Jahresbedarf der Hauptstadtmünze, nicht die Produktion des Reiches: Wie viel eine Provinz goss, ist nicht überliefert, und eine nationale Gesamtsumme ebenso wenig. Wie viel gegossen wurde, hing zuerst davon ab, ob das Kupfer aus Yunnan pünktlich ankam.
Warum das Gewicht immer wieder geändert wurde
Das Qingshi gao nennt die Logik selbst: „Schwere Münzen werden eingeschmolzen, leichte werden nachgegossen.“ Die Rückkehr zum Gewicht von 1,2 Qian im Jahr 1747 und das teure Geld von 1748 sind die Ausschläge dieses Pendels. Die Strafen für private Münzprägung waren hart: Anführer und Handwerker wurden zum Tode durch Enthauptung verurteilt – nach dem Qingshi gao sofort vollstreckt, nach dem Tongkao aufgeschoben –, Mitläufer und wissentliche Abnehmer zur Erdrosselung, ebenfalls aufgeschoben; wer einen Falschmünzer anzeigte und fangen ließ, erhielt fünfzig Liang Silber. Das Huidian ordnet die „Münzverbote“ in fünf Stufen: Zerstören von Münzen, privates Gießen, Beschneiden der Ränder zum Einschmelzen, Gebrauch alten entwerteten Geldes, heimliches Ausgeben kleiner Münzen. Das sind Gesetzestexte, keine Fälle – kein Datum, kein Ort, kein Name. Zum Beschneiden der Ränder brauchte man keinen Ofen, nur eine Schere.
1853, im dritten Jahr Xianfeng, kam ein eigenes Kurssystem hinzu: Ein Liang Papiersilber entsprach 2.000 Scheidemünzen, 2.000 Noten entsprachen einem Liang Silber; die großen Münzen reichten von „Tausend“ bis „Zehn“, in fünf Stufen, im Gewicht von zwei Liang fallend bis auf 4,4 Qian. Das waren amtliche Kurse für Noten und Großmünzen, keine Änderung des Kurses der Scheidemünze(制钱), die weiterhin tausend Wen auf ein Liang stand. Was der Markt in jenem Jahr gab, ist nicht überliefert. Die schwerste der fünf trug die Aufschrift „Tausend“.
Zwei Linien, zwei Jahrhunderte
Die beiden Linien nebeneinander: Die Scheidemünze stand amtlich auf 1.000 Wen = 1 Liang, festgesetzt 1647, 1653 mit der Yili-Münze in den Münzrücken geprägt – dieser Kurs hielt zwei Jahrhunderte. 1853 wurde eigens ein Liang Papiersilber auf 2.000 Scheidemünzen gesetzt; das war der Preis für Papier, keine Änderung des Münzkurses. Der Markt ging von 770 bis 880 unter Kangxi über 800 im Jahr 1748 auf 2.000 im Jahr 1837. Der amtliche Kurs stand auf der Rückseite der Münze, der Marktpreis in den Rechnungsbüchern der Jahre.
Was die Quellen nicht hergeben, wird ebenfalls gesagt: eine nationale Prägezahl, die Prägezahlen der Provinzen, eine durchgehende Reihe der Marktpreise, regionale Unterschiede, der Kupfer- oder Silberpreis selbst – nichts davon ist überliefert. Es gibt nur die Mao-Zahlen einer einzigen Hauptstadtmünze und drei Jahre mit Marktpreisen, und das reicht für keine Kurve. Daraus wird hier keine heutige Kaufkraft berechnet, kein „Gesetz der Inflation“ abgeleitet und nichts aus Ming- oder Republikzeiten zurückgerechnet. Eine amtliche Linie, eine Marktlinie – jede ging ihren eigenen Weg.
Quellen und weitere Lektüre
- 《清史稿》卷一百二十四·食货五·钱法(民国赵尔巽等修;维基文库本,未与中华书局点校本复核) — Republican-era compilation, not a Qing primary text. Shunzhi coin weights and the rate of seven coins to a fen; late Kangxi 880 to 770 cash to the liang; 1748 'only 800' in the capital; 1837 often 2,000; the Xianfeng notes at 2,000 cash to the liang and the five grades of big coins; the private-coining statutes and the fifty-liang reward.
- 《皇朝文献通考》卷十三·钱币考一(清乾隆官修;四库全书本,未与点校本复核) — Qing official compilation, Siku edition. The official rate year by year: 1644 the coin at one qian; 1645 1.2 qian and seven to a fen; 1647 ten to a fen 'to be the standing rule'; 1651 1.25 qian and a hundred cash to a tenth of a liang; 1653 the li-marked coin at a thousand to the liang; 1657 1.4 qian; the private-coining statutes.
- 《钦定大清会典》卷十四·户部·钱法(清乾隆官修;四库全书本,未与点校本复核) — Qing official statutes, Siku edition. The Qianlong coin standard of two zhu eighty-eight shu and eight fen; the Baoquan mint's 61 mao a year at 12,480 strings each, 761,280 strings, plus four mao in a leap year; the annual Yunnan copper, white lead, black lead and tin; the fourteen provinces licensed to cast; the five grades of coin prohibition. The Huidian text for tin reads 「二十一萬千七百十有二斤」, apparently with a character missing; the article gives it as a little over 211,000 catties.




