Das Qing Huidian(清会典,die gesammelten Statuten der Qing)beginnt die Mauern Pekings mit einem Umfang: „Die innere Stadt misst vierzig li im Umfang und hat neun Tore.“ Vierzig li, neun Tore, und die Namen sitzen: Zhengyang, Chongwen, Xuanwu, Chaoyang, Dongzhi, Fucheng, Xizhi, Anding, Desheng. Das ist eine Rechnung der Verwaltung, kein Vermessungsbericht – aber von den Zahlen, die ein Mauerring tragen kann, hat dieser Band fast alle versammelt.
Die Rechnung eines Mauerrings
Innere Stadt: „An den vier Ecken je ein Eckturm; die vier Seiten instand gesetzt, 7.879 zhang 8 chi; drei zhang fünf chi und mehr hoch; die Zinnen fünf chi acht cun breit; der Fuß sechs zhang zwei chi dick; oben fünf zhang breit; unten sieben Wasserschleusen.“ Vierzig li Umfang, vier Ecktürme, die Länge der vier instand gesetzten Seiten 7.879 zhang 8 chi, die Höhe drei zhang fünf chi und mehr, die Zinnen fünf chi acht cun breit, der Mauerfuß sechs zhang zwei chi dick, die Mauerkrone fünf zhang breit, darunter sieben Wasserschleusen. Der Kodex beschreibt die Mauer zuerst im Querschnitt – Höhe, Kronenbreite, Fußdicke, Zinnen – und dann die Linie auf der Karte. Zinnen fünf chi acht cun, Mauerfuß sechs zhang zwei chi, Mauerkrone fünf zhang: ein Querschnitt, nicht bloß eine Länge.
Äußere Stadt: „Außen eine doppelte Mauer, die die Südseite der inneren Stadt umschließt, sich um die beiden Ecktürme im Osten und Westen legt und nach Norden hin endet; achtundzwanzig li weit, mit sieben Toren“ – Yongding, Zuo'an, You'an, Guangqu, Dongbian, Guangning, Xibian; „sechs Ecktürme; drei Seiten instand gesetzt, 4.632 zhang 7 chi und mehr; zwei zhang hoch; die Zinnen vier chi; der Fuß zwei zhang dick; oben ein zhang vier chi; unten drei Wasserschleusen.“ Die äußere Stadt ist kein geschlossener Ring, sondern ein Halbring, der vor die Südseite der inneren Stadt gelegt wurde und an den Ecktürmen nach Norden zu endet.
Wo die sieben Wasserschleusen lagen
Die Lage der Wasserschleusen gibt der Kodex gleich im Text: je eine östlich und westlich des Zhengyang-Tors, eine östlich des Chongwen-Tors, eine westlich des Xuanwu-Tors, eine südlich des Chaoyang-Tors, eine südlich des Dongzhi-Tors, eine westlich des Desheng-Tors – sieben. Die drei der äußeren Stadt: je eine östlich und westlich des Dongbian-Tors, eine östlich des Xibian-Tors. Eine Wasserschleuse ist kein Schmuck, sondern ein Abfluss; die sieben der inneren und die drei der äußeren Stadt, Lage für Lage gelesen, sind der Wasserplan zweier Mauern. Zhengyang im Süden bekam zwei, jedes andere Tor höchstens eine.
Eine Grenze ist hier zu halten: sieben für die innere Stadt, drei für die äußere sind die Zahlen zweier verschiedener Mauern. Sie lassen sich nicht addieren, und eine Summe beider Mauern gibt es nicht – wer sie zusammenzieht, rechnet zwei Bauwerke als eines. Wo das Wasser herkam und wohin es ablief, sagen diese drei Bücher nicht; dieser Text ergänzt es nicht.
Wie die Mauer sich veränderte
Dieser Ring ist nicht in einem Zug gezeichnet worden. Das Rixia jiuwen kao(日下旧闻考)zitiert das Hongwu Beiping tujing zhi shu(洪武北平图经志书,das Hongwu-Verzeichnis von Beiping): Die alte Erdmauer der Yuan sei „sechzig li im Umfang“ gewesen; nach der Einnahme habe man, „weil der Mauerring zu weit war, die Hälfte seiner Ausdehnung nach Osten, Westen und Norden abgetragen, mit Ziegeln verkleidet und so vierzig li im Umfang erreicht“. Es zitiert das Huanyu tongzhi(寰宇通志): „Zu Beginn der Hongwu-Zeit wurde der Bezirk Dadu in die Präfektur Beiping umbenannt, die Stadt im Norden um fünf li verkleinert und die beiden nördlichen Tore Guangxi und Suqing aufgegeben; die neun Tore blieben, wie sie waren.“ Und das Tianzhi ouwen(天咫偶闻)zitiert die Ming shilu(明实录,die Reichsannalen der Ming): „Im elften Monat des siebzehnten Jahres Yongle, 1419, wurde die südliche Stadt Pekings erweitert, mehr als 2.700 zhang.“ Der eine Text sagt „die Hälfte seiner Ausdehnung abgetragen“, der andere „im Norden um fünf li verkleinert“: zwei Fassungen desselben Umbaus.
Derselbe Band verzeichnet auch die Maße des frühen Ming: Xu Da habe „den Befehlshaber Hua Yunlong beauftragt, die alte Yuan-Hauptstadt zu verwalten; die Mauer wurde neu gebaut, in Nord-Süd-Richtung geradlinig, in Ost-West-Richtung 1.890 zhang lang“; Zhang Huan habe „die alte Yuan-Kaiserstadt ausgemessen, 1.206 zhang im Umfang“; Ye Guozhen „die südliche Stadt ausgemessen, insgesamt 5.328 zhang im Umfang“. Auch die Form der Ming-Mauer steht da: „Ost-, Süd- und Westseite je drei zhang und mehr hoch, oben zwei zhang breit; die Nordseite vier zhang und mehr hoch, fünf zhang breit. Die Gräben sind unterschiedlich tief und breit, bis über einen zhang tief und bis über achtzehn zhang breit.“ Das wurde in der frühen Ming gebaut, und die Qing übernahmen es. Die 1.206 zhang sind die kleinste der drei Zahlen – und die einzige, die den Palastbezirk misst und nicht die Wohnstadt.
Die Speicher vor der Mauer
Die Rechnung einer Stadt ist nicht eine Mauer. Im selben Band folgen die Speicher: Der Chuji-Speicher (储济仓) wurde vor dem Dongbian-Tor gebaut, „insgesamt 108 Speicherbögen, jeder Bogen fünf Räume, zusammen 540 Räume, drei Brunnen“; der Benyu-Speicher (本裕仓) hatte 30 Speicherbögen und 150 Räume, der Fengyi-Speicher (丰益仓) ebenso; der Westspeicher von Tongzhou (通州西仓) „insgesamt 203 Speicherbögen …, zusammen 1.016 Räume, neun Brunnen“; der Mittelspeicher (中仓) „119 Speicherbögen …, zusammen 596 Räume, fünf Brunnen“. „Vor jedem Speichertor wird ein Wasserlauf ausgehoben und eine Brücke darüber gelegt; in den mittleren Monaten von Frühling und Herbst prüft und räumt der Aufsichtsbeamte.“ Für die jährliche Instandhaltung galt ein Richtwert von hundert Taels je Speicher — „每仓岁以百金为率“, also ein Standard. Gezählt werden Speicherbögen, Räume und Brunnen, nicht das eingelagerte Getreide.
Die Grenzen liegen ebenso hier: Der Kodex nennt Zahlen von Speicherbögen und Räumen, aber nicht, wie viel Getreide in einem Speicher lag; er nennt keine Gesamtsumme für Bau- und Reparaturkosten, keine Zahl der Arbeitskräfte, keine Bauzeit; er nennt keine Einwohnerzahlen und nichts über die Verteilung der Wohnhäuser in der inneren Stadt. Was das Material nicht hergibt, wird nicht ergänzt.
Eine Mauer und eine Stadt
Noch ein paar Linien: Die zhang und chi des Kodex sind Zahlen des Statuts, keine Messungen, und dieser Text schreibt sie nicht als „gemessene Mauerhöhe“ hin; ein Vergleich mit der „längsten Mauer der Welt“ unterbleibt; die Mauer des frühen Ming wird nicht zur Qing-Neuanlage gemacht – die Qing übernahmen die Stadt der Ming, und wo Ming-Maße zitiert werden, steht „in der frühen Ming gebaut, von den Qing übernommen“; es heißt nicht, Peking sei aus der Yuan-Hauptstadt einfach vergrößert worden, denn Hongwu verkleinerte und Yongle erweiterte – Umbau, nicht Vergrößerung; und die zhang und chi werden nicht in Meter umgerechnet, höchstens als „etwa“ mit dem Hinweis auf die gängige Umrechnung.
Nebeneinander, zum Schluss: innere Stadt vierzig li, neun Tore, sieben Wasserschleusen, dazu Höhe, Zinnenbreite und Fußdicke mit je einer Zahl; äußere Stadt achtundzwanzig li, sieben Tore, drei Wasserschleusen; zwei Längen der Instandsetzung, 7.879 zhang 8 chi und 4.632 zhang 7 chi und mehr; vor der Mauer die Speicher, der Chuji mit 540 Räumen, der Westspeicher von Tongzhou mit 1.016, der Mittelspeicher mit 596; vor jedem Speichertor ein Wasserlauf, eine Brücke, im Frühling und Herbst geräumt, und je Speicher und Jahr ein Richtwert von hundert Taels für die Instandhaltung. Die Rechnung einer Stadt ist nicht eine Mauer. Jede Zahl hier ist Ordnung, jede Form ist Geschichte. Mehr gibt die Rechnung nicht her.
Quellen und weitere Lektüre
- 《钦定大清会典》卷七十二·工部·营缮清吏司·城垣(清官修;四库全书本,维基文库;四库本无标点,引文按文义加标点,未与点校本复核) — The statutes of the city wall: the inner city forty li round with nine gates, a corner tower at each of the four corners, 7,879 zhang 8 chi of repair, three zhang five chi and more high, battlements five chi eight cun broad, base six zhang two chi thick, top five zhang wide, seven water gates (positions given in the text); the outer city enclosing the south of the inner one and turning up at both corners, twenty-eight li round with seven gates, six corner towers, 4,632 zhang 7 chi of repair on three sides, two zhang high, three water gates; the granaries — Chuji 108 bays of five rooms each, 540 rooms, three wells; Tongzhou west granary 203 bays of 1,016 rooms and nine wells; the central granary 119 bays, 596 rooms, five wells; a water channel and bridge outside each gate, dredged each spring and autumn; repairs at a hundred taels a granary a year.
- 《日下旧闻考》卷三十八·京城总纪(清于敏中等;四库本,维基文库) — A Qing compilation with sources marked: the old Yuan earth wall sixty li round, then 'reduced by half of its north-east and west', faced with brick and brought to forty li (Hongwu register); in the early Hongwu the city was cut back five li at the north and the Guangxi and Suqing gates abolished, the other nine kept (Huanyu tongzhi); Xu Da's wall 1,890 zhang east-west, the old Yuan palace city 1,206 zhang round, the southern city 5,328 zhang (Ming Taizu shilu); the Ming wall three zhang and more high on three sides, four on the north, the moat over one zhang deep and eighteen zhang wide.
- 《天咫偶闻》卷十(清震钧;维基文库) — A late Qing notebook quoting older books: the Huanyu tongzhi on the early Hongwu cutting of the city by five li at the north and abolishing the two gates; the Ming shilu on the eleventh month of 1419, when the southern city of Beijing was extended by more than two thousand seven hundred zhang. A third witness to how Qing writers retold the Ming changes, not a Qing statute.




