Am Tisch des Prinzen von Gaoyang standen die Gerichte 方丈於前, über einen ganzen Zhang ausgebreitet. Die Chronik sagt, er 嗜口味,厚自奉養,一食必以數萬錢為限 — liebte Geschmäcker, pflegte sich üppig und deckelte ein einzelnes Mahl bei Zehntausenden von Münzen. Derselbe Mann besaß ein Haus 匹於帝宮, dem Palast gleich; seine Bambushaine und Fischteiche 侔於禁苑, dem kaiserlichen Park ebenbürtig; er hielt 僮僕六千,妓女五百, sechstausend Diener und fünfhundert Sängerinnen.

Zwei Arten von Reichtum: ein Zhang Gerichte und ein Teller Schnittlauch

Li Chong, Marquis von Chenliu, verstand diesen Tisch. Er sagte davon: 高陽一食,敵我千日 — ein Mahl bei Gaoyang kostet mich tausend Tage. Li Chong war nicht arm: er war Leiter des Sekretariats im Rang eines Ministers, 亦富傾天下,僮僕千人, reich genug, das Reich zu neigen, mit tausend Dienern. Und doch 性多儉吝,惡衣粗食,食常無肉,止有韭茹韭菹 — knauserig, schlecht gekleidet, grob essend, meist ohne Fleisch, nichts als Schnittlauch und eingelegter Schnittlauch.

Auf der einen Seite ein Zhang Gerichte, auf der anderen zwei Teller Schnittlauch. Der Autor stellt die beiden Arten von Reichtum nebeneinander und fügt keinen Kommentar hinzu. Er lässt den Leser sehen.

„Achtzehn Sorten bei einem Mahl“ ist ein Scherz

Es folgt der bösartigste Scherz des Buches. Li Yuanyou sagte zu Leuten: 李令公一食十八種, Seine Exzellenz Li isst achtzehn Sorten bei einem Mahl. Jeder Zuhörer fragt sich: hieß es nicht, er sei knauserig? Woher achtzehn Gerichte? Man fragte nach dem Grund, und Li Yuanyou antwortete: 二韭一十八.

Es ist ein Wortspiel. 韭, Schnittlauch, klingt genau wie 九, neun. Zwei Schnittlauch sind zwei Neunen; zwei mal neun ist achtzehn. Die „achtzehn Sorten“ sind eine Multiplikation aus zwei Gemüsen, nicht achtzehn Gerichte. Die Chronik fährt fort: 聞者大笑。世人即以為譏罵 — die Zuhörer brüllten vor Lachen, und man nahm es als Beschimpfung.

Also liest man es als Scherz, denn das ist es: keine Speisekarte und kein Beweis, dass Li Chong wirklich achtzehn Dinge aß. Verspottet wird die bis zur Lächerlichkeit getriebene Sparsamkeit. Ein Mann 富傾天下, reicher als das Reich, dessen Tisch sich in Schnittlauch zählen lässt, sodass sogar das Wort „viel“ gegen ihn gewendet wird. Der Scherz zielt auch auf den Prinzen: 敵我千日 legt Luxus und Geiz auf dasselbe Maß.

Sechstausend, fünfhundert, tausend: wie belastbar sind diese Zahlen?

Zahlen dieser Art sind Rhetorik, keine Abrechnung. Yang Xuanzhi schrieb, nachdem Luoyang gefallen war, in Ye und erinnerte sich an die Zheng'guang-Jahre der 520er; und 僮僕六千,妓女五百 folgt sogleich 自漢晉以來,諸王豪侈,未之有也 — seit Han und Jin habe es solche Verschwendung bei Prinzen nie gegeben. Das ist ein Superlativ, eine literarische Decke, kein Haushaltsregister. Li Chongs tausend Diener sind von derselben Ordnung.

Wörtlich nehmen lässt sich: Diese Häuser hielten Angehörige zu Tausenden und gaben für Gastmähler Zehntausende von Münzen aus. Nicht wörtlich nehmen lässt sich: dass an einem bestimmten Tag eine bestimmte Zahl von Menschen eine bestimmte Zahl von Gerichten aß. Das Buch führt keine Rechnungsbücher, und der Autor wollte keine liefern.

Das Weishu bietet einen Mechanismus statt einer Zahl. Nach dem Massaker von Heyin 528, 朝士死者,其家多捨居宅,以施僧尼,京邑第舍,略為寺矣 — die Familien der getöteten Beamten gaben zumeist ihre Häuser den Mönchen und Nonnen, und die Stadthäuser der Hauptstadt wurden fast alle Klöster. Der Reichtum verschwand nicht. Er wechselte den Namen, unter dem er eingetragen war.

Wie ein Haus ein Kloster wird

Das Gaoyang-Wang-Kloster entstand so. Es war 高陽王雍之宅, das Haus Yuan Yongs, des Prinzen von Gaoyang; nachdem er von Erzhu Rong getötet worden war, wurde das Haus 捨宅以為寺, hingegeben, um ein Kloster zu werden. Eines Tages Fürstenresidenz, am nächsten eine Buddhahalle.

Die vollständigere Kette steht im ersten Juan, beim Jianzhong-Kloster. Es war das Haus des Eunuchen Liu Teng, 屋宇奢侈,梁棟踰制,一里之間,廊廡充溢。堂比宣光殿,門匹乾明門 — prunkvoll über seinen Rang, Galerien füllten ein ganzes Viertel, die Halle der Xuanguang-Halle des Palastes vergleichbar, das Tor dem Qianming-Tor, schöner als alles, was die Prinzen hatten. Unter dem Regenten Yuan Cha war Liu Teng sein Hauptratgeber; 526 ergriff die Kaiserinmutter wieder die Macht, ließ Yuan Cha und seine Partei hinrichten und 沒騰田宅, beschlagnahmte Liu Tengs Land und Haus, das sie dann Yuan Yong gab. 528 ließ der Leiter des Sekretariats es, um für Erzhu Rong Verdienst zu erwerben, 題以為寺, als Kloster beschriften: 以前廳為佛殿,後堂為講室, die vordere Halle wurde Buddhahalle, die hintere Lehrsaal, Goldblumen und Juwelendächer füllten sie. Liu Tengs Sommerhalle, die Halle des Kühlen Windes, stand noch, 淒涼常冷,經夏無蠅, kühl und trostlos, den ganzen Sommer ohne eine Fliege.

Einziehung, Schenkung, Hingabe, Gründung: vier Schritte, und ein Haus hatte drei Besitzer und zwei Namen. Das ist keine Religionsgeschichte. Es ist Eigentumsgeschichte. Es gibt auch eine kürzere Fassung: südlich des Datong-Klosters, im Haus des Gao Xianlüe, sah man nachts ein rotes Licht, und als man mehr als einen Zhang tief grub, 得黃金百斤, fand man hundert Jin Gold, mit einer Inschrift: 蘇秦家金,得者為吾造功德, das Gold des Hauses Su Qin; wer es findet, stifte mir Verdienst. Gao baute das Zhaofu-Kloster. Als der Regent Yuan Cha vom Gold hörte, verlangte er davon und erhielt zwanzig Jin. Geld aus dem Boden, Geld der Toten, Geld der Verurteilten: alles floss zum „Verdienst“.

Macht: wer die Klostergüter antasten konnte

Klöster hatten Güter, Güter sind Macht, und Macht zieht an. Das Yuanhui-Kloster wurde vom Vize-Minister Wang Yi gegründet, der sein eigenes Haus dafür hergab. Vor seiner Buddhahalle wuchs ein Maulbeerbaum 直上五尺,枝條橫繞, fünf Fuß gerader Stamm, die Zweige in fünf Lagen geringelt, jede mit anderen Blättern und Früchten. Die Hauptstadt nannte ihn den göttlichen Maulbeerbaum, 觀者成市,布施者甚衆 — die Besucher bildeten einen Markt, die Spender waren viele. Der Kaiser hörte davon, mochte es nicht, 以為惑衆, hielt es für Volksverführung, und befahl einem Beamten, ihn zu fällen. Am Tag des Fällens, 雲霧晦冥,下斧之處,血流至地,見者莫不悲泣 — Wolken und Nebel verdunkelten sich, aus den Axthieben floss Blut bis auf den Boden, und alle, die es sahen, weinten.

Ein Baum, der eine Menge in einen Markt und Almosen in einen Haufen verwandelt, ist kein Baum mehr. Er war eine Macht, und was der Kaiser fällte, war der Markt. Umgekehrt war ein Kloster nahe der Macht reich: das Hutong-Kloster wurde von der Tante der Kaiserinmutter bei ihrem Eintritt in den Orden gegründet, und seine Nonnen waren 帝城名德,善於開導, von bestem Ruf in der Hauptstadt, gingen in den Palast, um zu predigen, 其資養緇流,從無比也, ihre Versorgung des Klerus ohne Gleichen. Das Zhaoyi-Kloster wurde von Eunuchen gegründet, von denen das Buch sagt: 宦者之家,積金滿堂, in den Häusern der Eunuchen füllte Gold die Säle.

Das Geld dieser Seiten muss man also zweifach lesen: den Zhang Gerichte auf dem Tisch des Prinzen, den Schnittlauch auf Li Chongs Teller; ein Haus, das Kloster wurde, Almosen, die unter einem Baum aufgehäuft wurden. Der Autor hatte kein Rechnungsbuch, nur Scherze und Gegenüberstellungen — ein Tisch, einen Zhang weit gedeckt, ein Teller Schnittlauch; eine Fürstenresidenz, eine Buddhahalle. In seinem Buch sind Zahlen nicht zum Nachprüfen da. Sie sind zum Erinnern da.

Quellen und weitere Lektüre

  1. 楊衒之《洛陽伽藍記》卷三「高陽王寺」(Yang Xuanzhi, Luoyang Qielan Ji, juan 3, "Gaoyang Wang Monastery") — Yuan Yong's six thousand servants and five hundred singers, his meals capped at tens of thousands of coins, Li Chong's chives, and the pun 二韭一十八 that turned 'eighteen dishes' into two kinds of leek.
  2. 楊衒之《洛陽伽藍記》卷一「建中寺」(Yang Xuanzhi, Luoyang Qielan Ji, juan 1, "Jianzhong Monastery") — The eunuch Liu Teng's over-grand mansion: confiscated in 525, granted to the Prince of Gaoyang, and in 528 converted into a monastery with its front hall as the Buddha hall.
  3. 魏收《魏書》卷一百一十四〈釋老志〉(Wei Shou, Wei Shu, juan 114, "Treatise on Buddhism and Daoism") — After the Heyin massacre of 528 the families of slain officials gave their mansions to monks and nuns, until the capital's great houses had almost all become monasteries.