Zwei Wörter, ein Geschichtswerk, drei Größen. Hinter dem meng'an mouke(猛安谋克,Militär- und Haushaltsorganisation der Jurchen)stand eine Einrichtung, deren Maß sich binnen eines Jahrhunderts dreimal änderte – und alle drei Fassungen stehen in derselben Jin Shi. Im zweiten Jahr nach der Thronbesteigung Taizus hieß es: „Dreihundert Haushalte bilden einen mou-ke, zehn mou-ke einen meng'an.“ Im fünfzehnten Jahr der Devise Dading, 1175: „Kein mou-ke soll über dreihundert Haushalte zählen; sieben bis zehn mou-ke werden einem meng'an unterstellt.“ Und in den letzten Jahren, nachdem der Hof nach Süden ausgewichen war: „Fünfundzwanzig Mann bilden einen mou-ke, vier mou-ke einen meng'an.“ Dazwischen lagen sechzig Jahre – und eine Ordnung, die längst auseinandergefallen war. Die drei Sätze gehören in drei verschiedene Zeiten und ergeben zusammengenommen keine Rechnung.

Das meng'an mouke war die Militär- und Haushaltsorganisation der Jurchen, des Volkes, das die Jin-Dynastie trug. Der vorliegende Text stützt sich auf drei Kapitel der Jin Shi, die unter Tuotuo im Auftrag der Yuan-Dynastie zusammengestellt wurde: Kapitel 44 über das Heerwesen, Kapitel 47 über die Wirtschaft (Landordnung, Abgaben, Ochsenkopfsteuer) und Kapitel 46 über Haushaltsregister und tongjian tuipai(通检推排,periodische Neuveranlagung nach Besitz und Mitteln). Alle drei Kapitel nennen Sollzahlen und Reichssummen. Keines nennt für einen einzelnen Haushalt die Felder, die Steuer oder die Zahl der Soldaten, und keines füllt die Lücken der anderen. Eine Warnung vorweg: Dies war das System der jurchenischen Militärhaushalte, nicht die Einteilung der gewöhnlichen Bevölkerung der Präfekturen und Kreise in steuerpflichtige und steuerbefreite Haushalte(课役户/不课役户), von der Kapitel 46 handelt. Beides darf man nicht gleichsetzen.

Die Aufstellung: dreihundert, sieben bis zehn, fünfundzwanzig

Die früheste Ordnung kannte keine feste Zahl. In den Anfangsjahren der Jin dienten in den Verbänden alle Starken als Soldaten(壮者皆兵), und ihr Anführer hieß bojin(孛堇,Häuptling eines Verbands). „Zog man in den Krieg, nannte man sie meng'an und mou-ke, je nach der Zahl der Geführten; ein meng'an war ein Befehlshaber über Tausend, ein mou-ke einer über Hundert.“ Das waren Namen für den Feldzug, keine Haushaltsquote: Aus dem „Befehlshaber über Tausend“ folgen keine zehn Soldaten je Haushalt. Erst im zweiten Jahr Taizus wurde die feste Zahl gesetzt – dreihundert Haushalte für einen mou-ke, zehn mou-ke für einen meng'an. Danach wurde mehrfach umgestellt: Kaiser Xizong teilte die Einheiten im fünften Jahr der Devise Huangtong in drei Klassen; Kaiser Hailing hob im zweiten Jahr der Devise Tiande die Klassen wieder auf, sodass nur „die verschiedenen meng'an und mou-ke“ blieben; Dading 15 brachte die neue Festlegung. Für 1183, das dreiundzwanzigste Jahr Dading, zählte man 202 meng'an, 1.878 mou-ke, 615.624 Haushalte und 6.158.636 Personen. In den letzten Jahren blieb davon wenig: Von jedem mou-ke gingen fünf Mann an die Küche der Fahnen- und Trommelabteilung ab, den qigu si huotou(旗鼓司火头), und es blieben achtzehn Mann, die kämpfen konnten – „zu wenig für eine Formation“, und das Ganze bestand „nur dem Namen nach“.

Das Land: Pflugochsen-Einheit und vier qing vier mu

Das Land wurde nach niuju(牛具,Pflugochsen-Einheit)bemessen. „Je drei Pflugochsen(耒牛)bilden eine Einheit; für fünfundzwanzig Personen werden vier qing vier mu und etwas mehr an Land zugeteilt; die jährliche Getreideabgabe beträgt, grob gerechnet, nicht mehr als einen shi, und weder Beamte noch gewöhnliche Leute dürfen über vierzig Einheiten Land halten.“ Die Quote galt also je Einheit und für etwa fünfundzwanzig Köpfe, nicht je Haushalt. 1126, im vierten Jahr der Devise Tianhui, wurde zusätzlich festgelegt: „Je Pflugochseneinheit fünf dou Getreide.“ Die dauerhaft stationierten Truppen der Nordgrenze erhielten Land nach Rang: ein qianhu(千户,Befehlshaber über tausend Haushalte)fünf qing, ein mou-ke vier, ein puliyan(蒲辇,im Jin Shi auch 蒲里衍 geschrieben;Stellvertreter eines mou-ke)drei, ein zhengjun(正军,regulärer Soldat)zwei, ein alixi(阿里喜,Hilfskämpfer)einen qing. Das war ein Teil des Soldes, nicht der Landbesitz eines Bauernhaushalts. Umgerechnet wurde hier nichts: ein qing(顷)zählte hundert mu(亩), shi(石)und dou(斗)waren Getreidemaße.

Ochsenkopfsteuer und daneben die wuli qian

Neben der Ochsenkopfsteuer(牛头税, niutou shui), die an die Pflugochseneinheit gebunden war, lief eine zweite Abgabe, die wuli qian(物力钱,Abgabe auf Besitz und Mittel, keine bloße Vermögensteuer): „Man rechnet Felder und Gärten, Stadthäuser, Fahrzeuge, Vieh, den Ertrag der Pflanzungen und die Menge des gehorteten Silbers zusammen und erhebt Geld in abgestuften Sätzen; das nennt man wuli qian.“ Die Register von Haushalten und Personen wurden „alle drei Jahre erneuert“(sannian yi ji,三年一籍); später traten an ihre Stelle die tongjian tuipai, die die Last nach Besitz und Mitteln neu festsetzten. Für 1195, das sechste Jahr der Devise Mingchang, verzeichnete das Reich 7.223.400 Haushalte von Jurchen, Khitan und Chinesen, 48.490.004 Personen und 2.604.742 guan(贯,Schnüre Münzgeld)an wuli qian. Das waren Reichssummen – Jurchen, Khitan und Chinesen zusammengenommen –, nicht die Zahlen der Militärhaushalte allein. Wie es diesen Haushalten tatsächlich erging, davon gab ein Satz Kaiser Shizongs aus dem Jahr 1181, dem einundzwanzigsten Jahr Dading, die unmittelbarste Auskunft: Die meng'an-mou-ke-Haushalte der Verwaltungsbezirke Shandong, Daming und anderer seien „oft übermütig und zügellos und kümmerten sich nicht um den Ackerbau“; sie überließen das Land chinesischen Pächtern und zogen die Pacht ein, „die reichen Häuser trugen nichts als feine Seide und lebten in Wein und Festgelagen, und die armen wetteiferten, es ihnen gleichzutun“. Das war eine Rüge des Kaisers an privilegierte Militärhaushalte, keine Statistik – aber die nächste Beschreibung, die die Quellen von ihrem Alltag geben.

Kriegsdienst: Regeln, aber keine Zahl je Haushalt

Der frühe Zustand war einfach beschrieben: „Die Leute der Verbände kannten keine anderen Frondienste; die Starken waren alle Soldaten.“ In Friedenszeiten lebten sie von Fischfang, Jagd und Bogenschießen; „bei Alarm erging der Befehl im Verband, und Boten wurden zu den bojin geschickt, um Truppen aufzubieten“; Waffen, Pferde und Verpflegung brachte jeder selbst mit. Unter dem mou-ke stand der puliyan als Stellvertreter, unter dem einfachen Soldaten der alixi als Gehilfe. Später wurde daraus geschriebenes Recht: 1163, im dritten Jahr Dading, bestimmte man für die ausgehobenen Truppen in Hebei und Shandong: Wo Vater und ältere Brüder schon gepanzerte Soldaten und die Söhne alixi waren, sollte „ein Mann freigestellt werden, damit die Aussaat nicht versäumt wird; ein abhängiger Diener(qiding,驱丁)kann den alixi-Dienst übernehmen“(mianding,免丁). 1180, im zwanzigsten Jahr Dading, durften Grenzsoldaten, die über fünfundfünfzig Jahre alt waren, „durch Söhne oder im Haushalt lebende jüngere Brüder und Neffen abgelöst werden“(chengti,承替); wer einen Sklaven als Ersatz schickte, wurde bestraft. Für die chinesischen Truppen galt ein eigenes Verfahren: „Bei Bedarf wurden sie aus der Bevölkerung ausgehoben(qianjun,签军); war der Bedarf vorbei, wurden sie mitunter auch entlassen.“ Von einem „ganzen Jin-Volk unter Waffen“ konnte also keine Rede sein. Die Quellen lieferten Regeln für Aushebung und Freistellung – eine Zahl von Soldaten je Haushalt lieferten sie nie.

Zwischen Reichssumme und einem Haushalt

Die Zahlen von 1183, nebeneinander gestellt: 202 meng'an, 1.878 mou-ke, 615.624 Haushalte, 6.158.636 Personen, 1.690.380 qing und etwas mehr an bestelltem Land, 384.771 Pflugochseneinheiten. Teilt man das Land durch die Haushalte, ergeben sich rund 2,7 qing je Haushalt – und hier muss der Vorbehalt stehen: Das ist eine Rechnung, kein Beleg. Die Jin Shi nennt diese Zahl nirgends, und „Haushalt“ und „Einheit“ sind nicht dasselbe. Die Zahlen zeigten die Größenordnung des Systems in einem bestimmten Jahr; sie sagten nicht, wie viel Land ein Haushalt hatte, wie viel Getreide er abgab oder wie viele Männer er stellte.

Auch die monatlichen Löhnungen und die Prämien gehörten in diese Kategorie. Bei den Garnisonstruppen(zhenfang jun,镇防军)der Militärkommandos(tongjun si,统军司)von Henan, Shaanxi und Shandong erhielt ein meng'an monatlich acht guan Münzgeld, fünf shi zwei dou Reis, acht pi(匹,Rollen)Seide und Futter für sechs Pferde; ein mou-ke sechs guan, zwei shi acht dou, sechs pi und fünf Pferde; ein puliyan vier guan, einen shi sieben dou, fünf pi und vier Pferde; ein zhengjun zwei guan, einen shi fünf dou, vier pi, fünfzehn liang(两,Gewichtseinheit)Seidenfluse und zwei Pferde; ein alixi ein guan fünfhundert wen, sieben dou, drei pi und zehn liang. Für das Ausscheiden im Alter(fanglao,放老)galten gestaffelte Prämien: einem qianhu mit über zehn Dienstjahren fünfzig liang Silber und dreißig pi Seide, einem zhengjun fünfzehn liang und zehn pi, einem alixi acht liang und fünf pi. Das waren persönliche Löhnungen und Prämien, kein Haushaltseinkommen; die acht guan wurden hier auch nicht in Kaufkraft umgerechnet.

Damit lagen die drei Rechnungsbücher offen. Die Aufstellung hatte Sollzahlen – aber in drei Fassungen, jede an ein Jahr gebunden, und die letzte existierte nur noch „dem Namen nach“. Das Land hatte Quoten nach Pflugochseneinheit, nach Personen und nach Rang, aber keine Zahl für einen Haushalt. Die Steuer hatte einen Getreidesatz je Einheit und eine Abgabe nach Besitz und Mitteln; die Reichssumme war klar, der einzelne Haushalt nicht. Der Kriegsdienst hatte Regeln für Aushebung, Freistellung und Stellvertretung, aber keine Zahl der Soldaten je Haushalt. Einer der 615.624 Haushalte von 1183 hat in der Jin Shi keinen Namen. Das Geschichtswerk sagt, wie die Maschine hätte zählen sollen – nicht, wie eine Familie in ihr lebte.

Quellen und weitere Lektüre

  1. 脱脱等《金史》卷四十四·志第二十五·兵(兵制、禁军之制、养兵之法) — Taizu's second year: three hundred households to a mou-ke, ten mou-ke to a meng-an; Dading 15: no mou-ke above three hundred households, one meng-an to seven to ten mou-ke; the last years: twenty-five men to a mou-ke; exemptions and substitution; garrison pay scales, retirement awards, and land by rank for frontier troops.
  2. 脱脱等《金史》卷四十七·志第二十八·食货二(田制、租赋、牛头税) — The ox-head tax: three plough-oxen to a unit, twenty-five mouths receiving four qing four mu, about one shi of grain a year, holdings capped at forty units; 1126, five dou per unit; the definition of the means levy; Shizong's 1181 criticism of Jurchen military households.
  3. 脱脱等《金史》卷四十六·志第二十七·食货一(户口、通检推排) — The realm-wide census of 1183: 202 meng-an, 1,878 mou-ke, 615,624 households, 6,158,636 persons, 1,690,380 qing of cultivated land, 384,771 plough-ox units; registration every three years; the 1195 figures for households and means levy (national totals).